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Handball / 3. Liga

Die Wachablösung ist im Gange

02.09.2012 | 23:40 Uhr
Die Wachablösung ist im Gange
Der TuS Lintfort: (unten von links) Yvonne Finken, Britta Funken, Christina Borutta, Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt, Sparkassendirektor Uwe Haddenhorst, Stefanie Wojtowicz, Alina Gassen, Yvonne Fillgert; (Mitte von links) Felicia Idelberger, Vanessa Dings, Selina Görres, Sophie Kochs, Denise Hock, Vanessa Idelberger, Prudence Kinlend; (hinten von links) Physio Andreas Claßen, Sarah Jezierski, Trainerin Bettina Grenz-Klein, Larissa Heil, Betreuer Norbert Westermann. Es fehlen: Co-Trainerin Ute Hohmann, Fitnesstrainer Jörg Schneider und Caroline Mook.

Aushängeschild, Institution, Vorzeigeadresse – der TuS Lintfort ist seit Jahren am linken Niederrhein die Nummer eins im Damenhandball. Dem Vorstand um Chef Ulrich Klein gelingt es regelmäßig, ein konkurrenzfähiges Team auf die Beine zu stellen. So auch diesmal, um in der 3. Liga erneut für Furore zu sorgen.

Lintfort lässt sich bei der Zielvorgabe diesmal nicht in die Karten schauen. Zwar soll es eine „Verbesserung des letztjährigen zehnten Tabellenplatzes sein“ – konkreter wird TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein aber nicht. „Ich kann wirklich keine genaue Prognose abgeben. Bei der Konkurrenz gab es eine unglaubliche Fluktuation in punkto Zu- und Abgänge. Die Liga stellt sich damit neu auf, man muss einfach abwarten.“ Fakt ist: Die Zweitvertretung von Trier hat bekanntlich ihr Team zurückgezogen, gilt damit schon als erster Absteiger.

Wichtige Leistungsträgerinnen

Lintfort verfügt diesmal über einen unschätzbaren Vorteil. Der Verein hielt alle wichtigen Leistungsträgerinnen, so dass die lästige und zeitintensive Anpassungs- und Einspielphase sich in Grenzen hielt. Einzig Rückraumspielerin Leonie Berger suchte eine neue Herausforderung beim Oberligisten Fortuna Düsseldorf. Ihre Lücke wird „Rückkehrerin“ Vanessa Idelberger – sie studierte ein Jahr in Erlangen, wechselt nun nach Köln – allemal schließen. „Ivi“ soll eine zentrale Aufgabe in der Deckung übernehmen; ihre individuellen Fähigkeiten im Angriff sind überragend, vor allem wenn ihre Schnelligkeit zum Tragen kommt.

Sophia Kochs nur noch für Lintfort

Somit ist Christina Borutta der einzige echte Neuzugang. Die 18-Jährige gilt als Talent, wechselt aus der Jugend von GSG Duisburg und ist für beide Außenpositionen vorgesehen. Sie wird behutsam aufgebaut, muss vor allem in den Bereichen Kraft und Technik zulegen.

Weitere Personalien, die angesprochen werden müssen: Torhüterin Sophia Kochs kann sich künftig voll auf den TuS Lintfort konzentrieren, denn ihr Doppelspielrecht, zuletzt mit dem Zweitligisten TuS Weibern, entfällt. Die TuS-Verantwortlichen denken aber darüber nach, ihre Kollegin Selina Görres mit einem Zweifachspielrecht auszustatten. Möglicher Verein: Bergische Panther/Oberliga. Haupttorschützin Prudence Kinlend hat beim Bundesligisten Bayer Leverkusen keinen Vertrag mehr, trägt demnächst somit ausschließlich das TuS-Trikot.

Sorgenkinder sind Sarah Jezierski und Alina Gassen. Beide sind nicht fit, haben in der Vorbereitung unzureichend trainieren können. Jezierski laboriert nach wie vor an einer schmerzhaften Schulterverletzung am Wurfarm; bei Gassen ist das eingesetzte Band nach ihrem Kreuzbandriss beschädigt, das Knie dadurch instabil. Derzeit ist Muskelaufbautraining angesagt.

Bettina Grenz-Klein hat in der Vorbereitung besonders viel Wert auf Kondition und Athletik gelegt. Ziel ist es, die gegnerischen Vereine mit Tempohandball unter Druck zu setzen. „Meine Spielerinnen müssen eine Menge leisten, um Erfolg zu haben“, weiß Trainerin Bettina Grenz-Klein. „Zumal uns die einfache Durchschlagskraft aus dem Rückraum fehlt. Unsere Stärken sind eben die Individualität und der gnadenlose körperliche Einsatz. Darauf aufbauend klappt es in der Deckung auch nur, wenn sich die Mädels in den Zweikämpfen aggressiv aufreiben.“

Die Mannschaft hat derzeit Probleme, das Tempo über die gesamte Distanz hochzuhalten. „Wir müssen noch lernen, ein Spiel besser zu lesen und unsere Schwächen damit sinnvoll zu überbrücken. Fatal wäre es hingegen, sich durch kurzes, kopfloses Auftreten aus dem Konzept bringen zu lassen“, so Bettina Grenz-Klein.

Chefrolle für Vanessa Idelberger

In Lintfort soll die „Wachablösung“ so ganz allmählich vorangetrieben werden. Soll heißen: Die jungen Spielerinnen müssen deutlich mehr Verantwortung übernehmen. Noch sind die an Erfahrung reichen Larissa Heil (38 Jahre), Caroline Mook (35) und Yvonne Fillgert (36) nicht zu ersetzen. Vanessa Idelberger ist für die Chefrolle in der Defensive vorgesehen; ihre Schwester Felicia muss als Spielmacherin endgültig den Durchbruch schaffen. Vanessa Dings hat die Aufgabe, Caro Mook in beiden Mannschaftsteilen mehr zu entlasten.

„Ich denke, wir verfügen über eine gesunde Kadermischung“, beschließt Trainerin Bettina Grenz-Klein. „Die Stimmung in der Mannschaft ist wirklich gut, und es wird allmählich Zeit, dass es nach der langen Vorbereitung bald losgeht.“

Michael Bluhm



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