Die Piraten versenken
23.04.2010 | 16:30 Uhr 2010-04-23T16:30:00+0200
Moers. Auf Nebenschauplätze möchte Chang Cheng Liu erst gar nicht blicken. Der Volleyball-Trainer vom Bundesligisten Moerser SC beobachtet zwar die juristischen Fallstricke um den Lizenzentzug des VC Franken, doch er will den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen.
Liu hatte schon vor Wochen die Parole ausgegeben: „Ganz egal, was am grünen Tisch entschieden wird: unsere Aufgabe ist es, die Saison und die Play-downs einwandfrei zu Ende zu spielen. Wir wollen den sportlichen Nachweis für den Klassenerhalt bringen.“
Nicht auf das Urteil der
Spruchkammer warten
Doch dazu ist es notwendig, den VC Bad Dürrenberg-Spergau nach dem 3:0-Hinspiel-Erfolg auch am Samstag, 19.30 Uhr, im Rückspiel der Play-down-Runde in der Halle des Gymnasiums Adolfinum zu schlagen. Sonst wären die Adler aus Moers doch noch angewiesen auf die Bestätigung des Lizenzentzuges für die Franken durch die Spruchkammer Süd (wir berichteten).
Momentan haben die Piraten aus Spergau bei einem Spiel mehr zwei Punkte Vorsprung. Die Partie gegen Moers ist das letzte Saisonspiel der Spergauer. Sollten sie in Moers allerdings erfolgreich Revanche nehmen, wären sie für die Moerser uneinholbar enteilt. Egal, wie der MSC am 2. Mai, 16 Uhr, gegen die abgeschlagenen Wuppertal Titans spielen wird. Und dann wäre wieder die Spruchkammer Süd gefordert, die entweder sensationell viel zu tun oder unglaublich viel Zeit hat – oder die seit Wochen durch den Zwangsabstieg von Franken entschiedene Play-down-Runde künstlich spannend halten möchte.
Die Chancen auf einen Sieg sind für Liu hoch: „Wir spielen daheim, da muss jeder zeigen, was er drauf hat und dass wir als Mannschaft stärker geworden sind. Das sind wir auch den Fans schuldig!“
Mit Michael Mücke haben die Piraten seit zwei Monaten einen Trainer, der seit mehr als 20 Jahren die Bundesliga kennt – und mit allen Wassern gewaschen ist. Er hat den erkrankten Viktor Borchtsch ersetzt. Mücke ist die Situation ebenso klar wie seinem Gegenüber auf Moerser Seite. Liu kennt übrigens die Bundesliga auch seit mehr als 20 Jahren – und Mücke und Liu haben einst noch gegeneinander gespielt.
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