Die Nordrheinliga kommt!

Daniel Peters, hier in Aktion, langjähriger Leistungsträger des Verbandsligusten  SV Neukirchen will mit seiner Mannschaft in der kommenden Saison um den vermehrten Aufstieg in die Oberliga mitspielen.
Daniel Peters, hier in Aktion, langjähriger Leistungsträger des Verbandsligusten SV Neukirchen will mit seiner Mannschaft in der kommenden Saison um den vermehrten Aufstieg in die Oberliga mitspielen.
Foto: Christoph Karl Banski

Veränderungen stehen auf dem Plan - übergreifend und einschneidend. Die anstehende Handball-Saison 2015/16 wird eine ganz Besondere. Denn, mit der Meisterschaft (2016/17) wird eine neue, zusätzliche Spielklasse eingeführt: Die Nordrheinliga.

Diese Liga platziert sich zwischen der 3. Liga und der Oberliga. Die Neuerung wird es zunächst nur im Männerbereich geben - bei den Damen ist der Schritt derzeit nicht geplant.

Der Grund: Der Westdeutsche Handball-Verband besteht bekanntlich aus den drei Landesverbänden Westfalen, Mittelrhein sowie Niederrhein. Und genau darin liegt die Krux: Diesem „Trio“ standen in der Vergangenheit nur zwei Plätze für den Aufstieg in die 3. Liga zur Verfügung. Genauer gesagt: Westfalen hatte seinen Platz stets sicher - bei den Verbänden Mittelrhein/Niederrhein stritten sich die Meister in der Vergangenheit in hitzigen Aufstiegsspielen um den letzten freien Platz.

Acht Niederrheinvertreter

Durch den Zusammenlegung ab 2016/17 von Mittel- und Niederrhein zur Nordrheinliga ist zumindest die Aufstiegsregelung in die 3. Liga dann grundlegend geklärt. Die Nordrheinliga wird sich aus geplanten 14 Vereinen zusammensetzen - der Niederrhein stellt acht Vertreter, der Mittelrhein derweil sechs.

Ist damit alles geklärt? Nein. So einfach ist es nicht. Genaue, wasserdichte Planungssicherheiten wird es während der gesamten Saison nicht geben. Durch die Einführung der Nordrheinliga und dem Verbleib sämtlicher alter Ligen (eine Oberliga; zwei Verbands- sowie vier Landesligen) wird es logischerweise vermehrte Aufstiege geben. Und genau diese Aufstiegsfrage ist völlig unklar.

Egal, was in der kommenden Saison auch passiert. Über allem steht die Abstiegsfrage aus der 3. Liga, die einen maßgeblichen Einfluss nehmen wird. Es können bis zu drei Vereine absteigen, die es dann in der Nordrheinliga einzugliedern gilt. Die hiesigen Vereine heißen TV Korschenbroich, SG Ratingen, Neusser HV und die HSG Krefeld. Wichtige Entscheidungen können sich daher bis zum letzten Spieltag der Saison 2015/16 hinziehen.

Jeweils nur ein Absteiger

Klarheit herrscht indes in punkto Abstieg aus der Oberliga/Verbandsligen/Landesligen: Laut der Durchführungsbestimmungen des HVN wird es aus jeder einzelnen Gruppe nur einen Absteiger geben.

Aus hiesiger Sicht wird es erst wieder spannend, wenn es um die Vergabe der dann freien Oberliga-Plätze geht - mit im Topf sind der SV Neukirchen und die Moerser Adler HSG. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten und Konstellationen für den Aufstieg.

Der günstigste Aufstiegsfall: Aus der 3. Liga steigt kein hiesiger Verein ab, die Oberliga stellt bekanntlich acht Vertreter für die Nordrheinliga, ein Verein steigt hingegen ab. Wenn dann noch der Niederrhein-Meister bei den letztmals ausgespielten Aufstiegsspielen zur 3. Liga die Oberhand behält, würde sich die Anzahl auf zehn Vereine erhöhen. Die heißt im Umkehrschluss: Die ersten fünf Mannschaften aus den beiden Verbandsligen steigen auf.

Der ungünstigste Aufstiegsfall: Es gibt gleich drei hiesige Drittliga-Absteiger, der Niederrhein-Meister steigt nicht auf, so verringert sich die Anzahl der freien Plätze auf sechs und nur noch die ersten drei aus den Verbandsligen steigen auf.

Auch bei der Vergabe der dann frei werdenden Verbandsligaplätze ist es erneut interessant, denn mit dem TV Schwafheim, dem TV Issum und der HSG Vennikel/Rumeln-Kaldenhausen sitzen drei hiesige Vertreter mit im Boot. Hier wäre der günstigste Aufstiegsfall: Es gibt einen Oberliga-Absteiger, aus den beiden Verbandsligen steigen zehn Mannschaften auf, bei zwei Absteigern. Dies würde bedeuten, dass elf Landesligisten aufsteigen würden – die jeweils vier Erst- und Zweitplatzierten und sowie drei Drittplatzierte.

Der ungünstigste Fall: Es gibt einen Oberliga-Absteiger, aus den Verbandsligen steigen nur sechs Verbandsligisten auf, bei zwei Absteigern. Dies heißt sieben Landesligisten steigen auf. Die jeweils vier Gruppenersten, sowie drei Zweitplatzierte.