Die Jugend hilft dem Moerser SC auf die Beine

Er gehört zu den Hoffnungsträgern beim Moerser SC, spielt bei den zweiten Herren in der Verbandsliga – und auch noch in der Jugendmannschaft: Philipp Holstein.Foto:Jürgen Sabarz
Er gehört zu den Hoffnungsträgern beim Moerser SC, spielt bei den zweiten Herren in der Verbandsliga – und auch noch in der Jugendmannschaft: Philipp Holstein.Foto:Jürgen Sabarz

Jetzt ist es passiert. Am kommenden Wochenende müssen die Volleyballer vom Moerser SC in der Regionalliga passen: Keine Spieler.

In der gesamten Saison war der Kader bereits auf Kante genäht. Niemand würde sich trauen, das Programm einem Bundesliga-Fußballer zuzumuten, was die einzelnen Spieler beim MSC leisten mussten. Vor allem die jungen Spieler. Doppel- und dreifach Belastungen mit der U18-Jugend-Mannschaft, im Verbandsliga-Team und mit der Regionalliga-Mannschaft kamen auf einige aus dem jungen und alles in allem wirklich talentierten Nachwuchsbereich zu. Zum Teil kamen die Jungs aus den Turnschuhen und Sportklamotten kaum raus, mussten sofort im nächsten Team ran. Und sie machten es ja gerne. Sport – vor allem wenn es der Lieblingssport ist – macht ja richtig Spaß.

Die Reißleine gezogen

Doch an diesem Wochenende musste der MSC-Cheftrainer Chang Cheng Liu die Reißleine ziehen: Die für Samstag geplante Partie beim TV Dresselndorf, in der Nähe von Siegen, musste wegen Personalmangels abgesagt werden. Und sie wird auch nicht nachgeholt. Dresselndorf erhält kampflos Sieg und Punkte, der Moerser SC untermauert damit nach drei Siegen in 14 Meisterschaftsspielen seinen vorletzten Tabellenplatz. Punktgleich mit dem Letzten Telekom Post SV Bielefeld, der allerdings ein Spiel weniger auf dem Konto hat.

Und dennoch plagt sich kaum jemand beim Moerser SC mit Abstiegssorgen rum. Warum auch? Der elfer-Kader soll in der kommenden Saison auf zwölf Mannschaften aufgestockt werden. Der SV Bayer Wuppertal hat seine Mannschaft schon frühzeitig zurückgezogen – und nun soll es einen weiterern Rückzug vor dem nächsten Saisonstart 2015/2016 geben. Für Moers hieße das: Klassenerhalt – ganz ohne Leistung.

Doch davon will MSC-Präsident Günter Krivec nichts wissen. Wohl gemerkt: von dem Klassenerhalt schon, aber nicht ohne die sportliche Legitimation. „Ich glaube, dass wir auf jeden Fall die Klasse halten werden. Auch sportlich“, ist Krivec sicher. Für ihn ist es von großer Bedeutung, dass es so kommt. Für ihn, für seine Planung und vor allem für die Zukunft des Moerser SC.

„Ich möchte unbedingt unserer guten U18-Mannschaft diese Klasse bieten, wenn sie in den Seniorenbereich wechseln“, lässt sich Krivec in die Karten schauen. Er ist nicht nur davon überzeugt, dass die „jungen Wilden“ beim Moerser SC das Zeug haben, in der Regionalliga ordentlich mitzumischen. Er glaubt auch, dass die kommende erste Moerser-Herrenmannschaft auch oben mitspielen kann. Wobei der Volleyball-Macher aus Moers sich ganz und gar nicht auf die Stadtgrenzen beschränken möchte.

„3. Liga oder höher“

„Ich möchte die Jugendarbeit bei den Jungen stärken und vielleicht in Moers konzentrieren“, sagt er. Seine Blickrichtung geht dabei nach Münster, wo solche Unternehmungen bereits seit Jahren im Damenbereich ordentliche Früchte tragen.

Ähnliches würde Günter Krivec gerne in Moers sehen. Dafür sucht er Gespräche mit dem Westdeutschen Volleyballverband (WVV). Und grübelt derzeit über Lösungen nach, wie Volleyball-Jungens aus der Ferne in Moers eingebunden werden könnten. „Ich will kein Internat“, unterstreicht Krivec. Die ein oder andere Übernachtung der Talente aus Münster bis Düsseldorf könnte es allerdings werden. Das müsste zu stemmen sein, glaubt Krivec. Und am Ende hat er auch ein Ziel vor Augen: „3. Liga oder höher“, schmunzelt er.

Für die Moerser Verbandsliga-Damen, die in den vergangenen Monaten unter Trainer Tim Elsner eine gute Entwicklung genommen haben aber immer noch im Tabellenkeller stecken, hofft Krivec ebenfalls auf den Klassenerhalt, um das Team zu stabilisieren. „Immerhin richten wir Pfingsten die Deutsche U16-Meisterschaft aus“, sagt er.