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Die breite Brust hat Düren

27.01.2012 | 15:25 Uhr
Die breite Brust hat Düren

Die Vorzeichen hätten besser sein können, wenn sich Volleyball-Bundesligist Moerser SC am Mittwochabend in Bühl durchgesetzt hätte. Die Brust wäre breiter, das Selbstvertrauen nahezu unerschütterlich. Doch hätte, wenn und wäre helfen nicht. Die breite Brust hat nun Düren, wo die Adler heute Abend, 19.30 Uhr, zum letzten von sechs Spielen in diesem Monat antreten müssen. Immerhin haben es die Gastgeber in ihrem Mittwochspiel besser gemacht.

Bei den Netzhoppers, als Tabellensechster nur einen Platz hinter Moers, konnte sich Düren mit 3:1 behaupten.

Mit dem Dürener Sieg war nicht unbedingt zu rechnen. Denn der West-Konkurrent des MSC hat nach einem gar nicht mal so schlechten Saisonstart ziemlich abgebaut, die vergangenen vier Partien in Folge verloren und steht momentan auf dem drittletzten Platz. Damit allerdings auch fernab von gut und böse, weil die Play-down-Runde in dieser Saison ersatzlos gestrichen wurde und lediglich der Tabellenletzte absteigen muss.

Umkämpfter Platz vier

Allerdings könnte sich Düren mit einem Sieg gegen den Moerser SC noch auf Rang acht und somit auf einen Play-off-Platz vorschieben. Dort will Düren hin; dort steht Mitteldeutschland, mit einem Spiel mehr auf dem Konto.

Die Rechenspiele gehen auch für Moers weiter: Ein Sieg gegen Düren und die Adler rücken wieder auf den angestrebten vierten Platz vor, den sie an Bühl verloren haben, nach dem sie den Bühlern den abspenstig gemacht hatten. Das Wechselspielchen ist möglich, weil Moers zwei Spiele weniger absolviert hat.

In Düren wird Moers mit einem ähnlich frenetischen Publikum rechnen müssen, wie in Bühl. Die „Moskitos“ versuchen, den Gegner lautstark „niederzustechen“.

Nach dem in Düren der 36-jährige ehemalige Nationalspieler Stephan Hübner sein Karriereende verletzungsbedingt vor zwei Wochen bekannt gegeben hatte, hat Dürens Coach Söhnke Hinz mit dem 26-jährigen Tibor Filho aus der slowakischen Nationalmannschaft eine Verstärkung für die Blockmitte seines Teams verpflichtet.

Moers will und wird den Gegner aus dem Westen auf keinen Fall unterschätzen. Düren hat tolle Einzelspieler in seinen Reihen. Ex-Adler Jaromir Zachrich, Ex-Netzhoppers-Angreifer Matthias Böhme, der gegen seinen alten Klub am Mittwoch satte 19 Punkte gemacht hat und als MVP ausgezeichnet wurde, sowie Libero Fabian Kohl.

„In der Arena ist noch nichts gewonnen,“ sagt MSC-Trainer Chang Cheng Liu, der gleich nach der Niederlage in Bühl den Blick wieder nach vorne richtete: „Wir wollen wegen der günstigen Ausgangslage für die Play-offs in jedem Falle auf Platz vier – dazu dürfen wir uns nun keinen Ausrutscher mehr leisten.“

Besser als in Bühl

Mit Sorge hatte sich Liu allerdings zuvor zu einigen „alten“ Schwächen seines Teams geäußert. „Wir waren einmal mehr in der Annahme nicht präzise genug. Dabei geht es nicht nur um direkte Fehler, wenn Van Gendt von der drei-Meter-Linie aus zuspielen muss, wird unser Angriffsspiel sehr durchsichtig und dann wird es für unsere Angreifer sehr schwer. Wir können es besser als in Bühl, aber das müssen wir in Düren auch zeigen. Wir müssen uns vor allem auch auf eine starke kämpferische Mannschaft einstellen.“

Der MSC fährt mit dem kompletten Kader nach Düren. Henning Wegter wird zwar weiter fehlen, hat aber mit der Reha begonnen: „Wenn alles gut geht, könnte ich zu den Play-offs noch einmal in die Saison einsteigen.“

Uwe Zak

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