Deutscher Hallen-Rekord für David Behre über 400 Meter

David Behre (TSV Bayer 04 Leverkusen)
David Behre (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Foto: picture alliance / Mika

Es war sein erster 400-Meter-Lauf in der Halle. Und prompt holte sich David Behre vor knapp einer Woche den deutschen Rekord über die doppelte Runde.

„Das war brutal hart“, sagte anschließend der beidbeinig Unterschenkel amputierte Weltklassesprinter aus Moers, der für den TSV Bayer 04 Leverkusen startet.

Die Besonderheit beim International Flanders Athletics Meeting (IFAM) im belgischen Gent war dabei aber nicht nur die hervorragende Zeit von Behre, der sich mit 51,83 Sekunden neben seinem Europarekord über diese Distanz unter freiem Himmel nun auch diesen nationalen Indoor-Rekord sicherte, sondern dass er gemeinsam mit Athleten ohne Handicap bei diesem Meeting zusammengekommen ist. Mit Felix Streng hatte er allerdings auch noch einen Trainings- und Vereinskollegen an seiner Seite. Streng, mit amputierten rechten Unterschenkel auch ein Top-Sprinter, wird beim TSV ebenfalls von Karl-Heinz Düe trainiert.

Über die 400 Meter, mittlerweile Behres Paradedisziplin, zeigte er ein beherztes Rennen und gewann vor den Konkurrenten aus den Niederlanden und aus Belgien, die ihren Heimvorteil gegen den Moerser damit nicht nutzen konnten. „Brutal hart“ war es für den 28-jährigen Behre in erster Linie deshalb, weil die 400 Meter in der Halle anders als unter freiem Himmel auf zwei Runden aufgeteilt werden.

Nicht aus der Kurve fliegen

Und das sorgt für äußerst enge Kurvenführungen – bei doppelter Kurven-Anzahl. Dies und der deutlich kleinere Radius machen es gerade für Prothesenläufer so unglaublich schwer. Eben nicht aus der Kurve zu fliegen. „Ich fühle mich momentan aber topfit. Bin wirklich sehr zufrieden“, lacht der Moerser dennoch. Er hat auch allen Grund dazu, obwohl der Rekord gar nicht auf seinem „Lauf-Zettel“ stand. Die schnellste Zeit rutschte quasi einfach so nebenbei mit raus.

Allerdings hat er in diesem Winter schon zwei 200-Meter-Läufe absolviert. In Leverkusen und in Dortmund. „In Dortmund bin ich Anfang des Monats eine 23.18 gelaufen“, strahlt Behre. Im vergangenen Jahr ist er zur nahezu gleichen Zeit diese Strecke noch in 23,57 Sekunden gelaufen. Im Sprint sind das Welten.

Jetzt ist allerdings für David Behre die Hallensaison erst einmal beendet. Bald steht er aber wieder in den Leichtathletik-Stadion der Welt auf seiner geliebten 400-Meter-Bahn. Mit Blickrichtung Rio und Paralympics im nächsten Jahr. Davor steht aber Ende Oktober aber noch die Weltmeisterschaft in Doha, der Hauptstadt von Katar, an. „Da werde ich sie alle putzen“, zeigt sich Behre selbstbewusst.