Der SV Sonsbeck lässt sich nicht abschütteln

Die gute Vorbereitung im Sommer hatte Erwartungen geweckt, die die Mannen von Thomas Geist nicht erfüllen konnten.

Nach einem erfreulichen Saisonstart wurden die Oberliga-Fußballer des SV Sonsbeck durchgereicht. Die Gründe, warum die Rot-Weißen als Tabellenvorletzter ins neue Jahr gehen, sind vielfältig. Wichtige Spieler verletzten sich, Kapitän Thomas Tennagels musste seine Karriere beenden, in der Offensive ist der SV Sonsbeck zu schwach besetzt.

Doch noch ist der Abstand zum rettenden Ufer nicht zu groß, weshalb Trainer Geist im Brustton der Überzeugung sagt: „Der SV Sonsbeck bleibt in der Oberliga.“ Der Coach, der auf Horst Riege folgte und zum zweiten Mal bei den Rot-Weißen auf dem Trainerstuhl Platz nahm, musste zahlreiche Zugänge einbauen. Seine Wunschformation wurde früh gesprengt, weil Balltreter, die eine Führungsposition übernehmen sollten, ausfielen.

Neun sieglose Begegnungen

Die ersten drei Partien überstand der SVS schadlos, dann folgten neun sieglose Begegnungen mit zwei ganz heftigen Heimklatschen – 0:5 gegen Velbert, 0:6 gegen Hiesfeld. Selbstzweifel bei den Spielern kamen auf, die Unsicherheit wuchs. Sobald der ersten Gegentreffer fiel, lief nicht mehr viel zusammen. Fehler häuften sich. Sogar der in der vergangenen Saison so sichere Rückhalt Ahmet Taner ließ sich anstecken. Der Keeper litt unter Formschwankungen. Anderen Spielern ging es ähnlich. Die ganz jungen Kicker waren zumeist überfordert. Die Qualitätsfrage musste gestellt werden. Und wenn sich dann auch noch Einstellungsprobleme hinzugesellen, kann nicht viel Positives dabei herauskommen.

Coach Geist ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, probierte vieles im Training aus und stellte die Spielorganisation um. In den letzten fünf Partien in 2014 fing sich die Mannschaft. Geist schickte eine Dreierkette aufs Feld, zeitweise agierte sein Team mit drei Spitzen. In der defensiven Schaltzentrale fühlte sich Jan-Paul Hahn pudelwohl. Neben ihm nahm Bastian Grütter eine ganz wichtige Rolle ein. Der Neuzugang des 1. FC Kleve war ebenfalls länger verletzt ausgefallen und erzielte am Ende der Hinserie wichtige Treffer. Michael Müller, der von Tennagels die Kapitänsbinde übernahm, gab der Abwehr Halt. Jonas Kremers avancierte zum Impulsgeber im Mittelfeld. Mit einem wichtigen 3:1 im Derby über Homberg ging’s in die Winterpause. Es war ein versöhnlicher Abschluss eines Jahres, das den Anhängern einiges abgefordert hatte.

Einige Spieler hoffen auf mehr Glück in 2015. So wie Marvin Haupt oder Fabian Wenten, die sich zweimal schwerer verletzten. Andere wie Robin Schoofs oder Jan Pimingstorfer hinterließen in der Hinrunde einen bleibenden Eindruck. Die beiden Youngster, die auch in der A-Jugend zum Einsatz kommen, werden auch in der Rückrunde auf sich aufmerksam machen.

Es herrscht Ruhe

Trotz des vorletzten Tabellenplatzes herrscht Ruhe beim SVS. Während bei den Konkurrenten um den Klassenerhalt wie den SF Baumberg die Stimmung eher schlecht ist, genießt Trainer Geist das Vertrauen des Vorstands.

„In Sonsbeck herrscht keine Unruhe. Das ist unser Pluspunkt. Wir wussten, dass es eine ganz schwere Saison wird. Wir haben eine homogene Mannschaft, die gefestigt ist“, sagt der Coach, der nach wie vor an seinen Kader glaubt.

Zwei neue Spieler stoßen 2015 dazu, die die schwächelnde Offensive beleben sollen. Doch auch mit Stephan Schneider und Sebastian Santana muss die Sonsbecker Mannschaft immer wieder an ihre Leistungsgrenze gehen, damit Trainer Geist recht behalten soll. „Der SV Sonsbeck bleibt in der Oberliga“, wiederholt der Coach.