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Der große Traum der „Adler“ wird wahr

30.12.2012 | 23:50 Uhr
Der große Traum der „Adler“ wird wahr
Halle, wir kommen: Nach dem Sieg in Rottenburg kannten der Jubel und die Vorfreude auf das Pokalfinale beim Moerser SC keine Grenzen. Trainer Chang Cheng Liu (hinten rechts) gab seinen Jungs während der Rückfahrt im Bus trainingsfrei bis einschließlich Mittwoch und konnte die Laune damit noch einmal steigern.Fotos:JS

Mit vielen Sorgenfalten war Trainer Chang Cheng Liu mit dem Volleyball-Bundesligisten Moerser SC nach Rottenburg zum Halbfinale im DVV-Pokal gereist. Am späten Samstagabend aber sah man einen überglücklichen Coach, der alles richtig gemacht hatte: gegen Angstgegner und Gastgeber TV Rottenburg hatte Lius Team nach einem unglücklich verlorenen ersten Satz noch einen überzeugenden 3:1-Sieg (31:33, 25:22, 25:19, 25:17) errungen. Damit fahren die „Adler“ am 3. März zum Endspiel nach Halle/Westfalen.

Ausführliche Video-Analyse

Liu hatte im Vorfeld einige unruhige Nächte mit der Video-Analyse verbracht und fand im Training eine stark lädierte Mannschaft vor: Henning Wegter hatte Fieber, Nico Freriks eine schwere Muskelzerrung, Michael Olieman Kniebeschwerden. Bobby Kooy war nach Verletzungspause nicht einsatzfähig, und auch Tobias Neumann nach längerer Pause noch nicht „voll da“. Dennoch war die Mannschaft hoch motiviert. In einem überaus dramatischen, wenn auch nicht immer hochklassigen Spiel hatten die „Adler“ am Ende in der Paul-Horn-Arena den „7. Mann“ der Rottenburger vom Platz gestellt: Trainer Müller-Angstenberger wurde zusehends ruhiger, und das Publikum auch.

So hatte Müller-Angstenberger schon verärgert reagiert, als sich Tim Broshog bei der Seitenwahl für die Lieblingsseite der Rottenburger entschied. Liu später: „Uns war die Seite egal, aber die Rottenburger fangen stets bei ihren Fans an – das sorgte erst einmal für Irritation.“

Moers begann mit Bart Janssen im Zuspiel und Michael Olieman auf der Diagonalen. Auf der Annahme/Außen-Position Ewoud Gommans und Steve Keir, in der Mitte Tim Broshog und Oskar Klingner. Als Libero wie üblich Oscar Rodriguez. Zu Beginn musste der MSC den Gegner auf 3:9 ziehen lassen. Gommans musste dann vom Feld, Tom Weber rückte ein. Moers ließ jedoch nicht locker, bei 10:14 kam Gommans zurück. Ein extrem knappes Schlussdrittel folgte. Bei 19:18 gelang die erste Führung für Moers, bei 20:19 die zweite Auszeit von Liu. Bei 25:25 ging es sogar in die Verlängerung: Moers holte sich insgesamt vier Satzbälle, konnte diese aber nicht verwandeln und musste nach einem Annahmefehler zum 31:33 schließlich klein beigeben.

Oliemann macht den Sack zu

Keine Spur von Resignation bei den Adlern zu Beginn des zweiten Satzes. Henning Wegter kam für Klingner. Eine 4:1-Führung wurde etwas leichtsinnig verspielt, Rottenburg hatte dann leichte Vorteile bei 9:7. Der MSC blieb aber am Drücker und zog vorentscheidend auf 18:14 davon, bevor Olieman mit einem knallharten Schlag den Sack zu machte.

Damit war die Hauptarbeit im Spiel geleistet, die Wende vollzogen. Moers spielte nun im Angriff wesentlich effektiver – wenn auch nicht frei von unerzwungenen Fehlern. Mit dem souveränen Satzgewinn war der Bann gebrochen: Im vierten Durchgang zog Moers schnell auf 16:7 davon. Das Team spielte routiniert seinen „Streifen“ herunter und feierte mit einer ganzen Reihe von privat angereisten MSC-Fans seinen Sieg. Tobias Neumann war es vorbehalten, den letzten Punkt mit einem Angriffshammer zu machen – nachdem eine Rottenburger Annahme gleich unkontrolliert zur Moerser Seite kam.

Nun fährt der MSC am 3. März schon zum vierten Mal zum deutschen Pokalfinale nach Halle und peilt endlich den ersten Sieg im Gerry-Weber-Stadion an. Gegner wird Generali Haching sein, das Düren klar aus dem Wettbewerb kegelte.

Björn Belloff



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