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Volleyball / Bundesliga

Den Berlin-Sieg wertvoll machen

20.01.2012 | 15:54 Uhr
Den Berlin-Sieg wertvoll machen
(von links) haben hier das Nachsehen gegen den Angriff von Tim Broshog (rechts). Marvin Prolingheuer (hinten) war in dieser Partie top.

Was der tolle Sieg gegen Berlin, nach wie vor Tabellendritter der Volleyball-Bundesliga, wert ist, wird sich am kommenden Samstag, 19.30 Uhr, im Mülheimer Exil des Moerser SC zeigen. Dann stehen die Adler nämlich dem direkten Tabellennachbarn, den Netzhoppers aus Königs-Wusterhausen/Bestensee, in der RWE-Halle gegenüber.

Moers ist Fünfter, die Netzhoppers rangieren gleich dahinter. Allerdings könnte der MSC mit einem Sieg direkten Kurs auf den vierten Platz nehmen, den derzeit noch der TV Bühl inne hat. Immerhin haben die Moerser auf ihrem Konto nach dem Ligaplan-Tohuwabohu immer noch zwei Spiele weniger als Bühl und die Netzhoppers. Gleichzeitig aber das beste Punkteverhältnis aller Verfolger auf die „großen Drei“: Haching, Friedrichshafen – und eben Berlin.

7:25 gegen den TV Bühl

Doch auch, wenn die Netzhoppers in der Hinrunde auf heimischen Parkett eine 1:3-Schlappe gegen Moers hinnehmen mussten, gehören sie nicht zum Kanonenfutter der Liga. Denn außer gegen Moers hat das Team von Trainer Mirko Culic, der als Spieler mit dem MSC 1992 Deutscher Meister geworden ist, lediglich gegen das anscheinend übermächtige Führungstrio im Volleyball-Oberhaus verloren. Bis zur vergangenen Woche.

Da kassierte man eine 1:3-Pleite beim TV Bühl – mit einem richtig deftigen 7:25 im zweiten Satz. Doch das spiegelt sicherlich nicht das Leistungsvermögen der Netzhoppers wider.

Die Mannschaft ist nämlich gut aufgestellt. Mit Erfahrung und Talenten wie Paul Sprung und Till Theissen, in der Junioren-Nationalmannschaft beide ehemalige Mitspieler von Adler Oskar Klingner, hat Culic ein schlagkräftiges Team geformt. Gefährlich sind die Angreifer Sebastian Fuchs und Sebastian Krause. Und der aufschlagstarke Zuspieler Manuel Rieke, im vergangenen Jahr noch Nationalspieler, hat seine Verletzung überwunden.

MSC-Trainer Chang Cheng Liu wird sich folglich nicht überraschen lassen. „Wenn wir gegen NKW keinen Sieg holen, dann ist der Gewinn gegen Berlin ein Muster ohne Wert. Die Netzhoppers wollen auch auf Platz vier – da müssen wir die Oberhand behalten.“ Und dieses „auch“ ist in diesem Zusammenhang ganz wichtig: Denn wenigstens von Platz vier aus will Moers in die Play-off-Runde starten. So das Ziel.

Dafür ließ Liu in der Woche speziell trainieren. Erneut sollte die Annahme weiter stabilisiert werden. Genau wie der Aufschlag, der gegen Berlin Ende des ersten Satzes eher suboptimal kam. Zusätzlich wurden gefährliche Angriffe trotz schlechter Abwehr- und Annahmesituationen trainiert. Auch wenn sie mittlerweile deutlich besser ist, arbeitete Liu auch weiter an der Abstimmung. „Wir müssen versuchen, im Spiel zu bleiben und keine Einbrüche zuzulassen.“

Liu ist sicher: „Wir brauchen das Niveau, das wir gegen Haching und gegen Berlin gehabt haben. Die Netzhoppers spielen schnell – vor allem jetzt, wo Rieke wieder dabei ist. Außerdem haben sie einen sehr starken Diagonalspieler.“

Jetzt hofft der Adler-Coach noch auf die Hilfe der Zuschauer. Speziell auf einen: „Ich hoffe, dass Shao noch einmal vorbeischaut – immer, wenn er da war, haben wir gut gespielt.“ Der ehemalige Profi-Fußballer des MSV Duisburg ist ein Freund von Liu, wohnt in Moers und hat einen neuen Vertrag in Peking, wo er erst Ende Januar erwartet wird.

Uwe Zak

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