Dem Klassenerhalt ganz nah

Marina Melnikovaspielte gestern erneut sehr souverän und holte einen Punkt im Einzel.Foto:Christoph Karl Banski
Marina Melnikovaspielte gestern erneut sehr souverän und holte einen Punkt im Einzel.Foto:Christoph Karl Banski

Es war ein zähes Ringen, aber am Ende hatte sich der Einsatz gelohnt: Damen-Tennis-Bundesligist TC Moers 08 feierte gestern einen ganz wichtigen 5:4-Erfolg beim direkten Konkurrenten TK Blau-Weiss Aachen und machte damit einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt.

In einer für Tennis-Verhältnisse sehr lauten, aber sportlichen Atmosphäre auf der gut besuchten Aachener Anlage erwischten die Gäste aus Moers einen guten Start. Marina Melnikova spielte an Position zwei gegen Klaartje Liebens mal wieder zuverlässig wie ein Uhrwerk und punktete in zwei glatten Sätzen. Die beiden anderen Matches gingen in den Tiebreak: Elise Mertens überrollte ihre Gegnerin Marie Benoit im ersten Durchgang, ließ sich dann aber noch abfangen. Weil Michaela Honcova aber laut Manager Stefan Hofmann „die Ruhe weg hatte“, führte der TC 08 nach ihrem Erfolg gegen Steffi Distelmanns mit 2:1.

Auch Pous Tio trumpft auf

In Runde zwei konnte Laura Pous Tio ihre gute Form aus der „Quali“ zu den French Open bestätigen. Die Spanierin fertigte Veronika Kapshay ab, doch anschließend war Aachen am Drücker. An Nummer eins wurde die weiterhin formschwache Patricia Mayr-Achleitner von Quirine Lemoine vorgeführt und erlebte eine bittere Pleite. Tadeja Majeric fand nach einer holprigen Anreise – nachdem sie am Samstag ihren Flieger verpasst hatte, schwebte sie erst gestern morgen in Düsseldorf ein – nur schwer ins Spiel und unterlag gegen Eva Wacanno im Tiebreak. Somit stand es 3:3, und die Doppel mussten die Entscheidung bringen.

„Hier haben wir Patricia und Tadeja bewusst die Chance zur Wiedergutmachung gegeben. Sie sollten sich für ihre Einzel-Auftritt rehabilitieren und haben diese Chance Seite an Seite genutzt“, freute sich Stefan Hofmann über das überraschende Comeback des Duos. Denn Mayr-Achleitner/Majeric punkteten in zwei Sätzen gegen Benoit/Wacanno und sorgten damit für die wichtige Moerser 4:3-Führung.

Großartige Aufholjagd

Noch beeindruckender war aber die Aufholjagd von Laura Pous Tio und Michaela Honcova gegen Kapshay/Distelmanns. „Sie lagen mit 0:6 und 0:3 hinten, da wurde mir schon ganz anders. In 15 Jahren Bundesliga habe ich noch nicht erlebt, dass ein Match nach so einem heftigen Rückstand noch gedreht wird“, berichtete Stefan Hofmann. Weil es dieses Mal aber gelang, hatte Moers den Gesamtsieg schon im Sack, die Niederlage des Spitzendoppels war damit bedeutungslos.

„Jetzt gehen wir beruhigt in die fünfwöchige Pause und wollen dann im Heimspiel gegen Blau-Weiß Berlin den Klassenerhalt perfekt machen“, so Hofmann weiter.