Caritas Kickers kommen ungeschlagen zurück aus Holland

Die Caritas-Kickers (grün) vom MSV Moers in Rosmalen mit Max Veron (links) und Harun Hayirli.
Die Caritas-Kickers (grün) vom MSV Moers in Rosmalen mit Max Veron (links) und Harun Hayirli.

Die Caritas-Kickers vom MSV Moers haben sich zuletzt beim Turnier in Holland die Butter nicht vom Brot nehmen lassen.

Unbesiegt holten sie sich dort die Goldmedaille – teilweise gegen große internationale Konkurrenz. Doch das war nicht alles. Zuvor sicherte sich nämlich die erste Mannschaft bereits zum dritten Mal in Folge die Goldmedaille bei Special Olympics Belgien. Dann besuchte prompt der aus Duisburg stammende NRW-Innenminister Ralf Jäger und der Moerser Bürgermeister Christoph Fleischhauer das Training der Kickers. Und aktuell gewann schließlich die Zweite die Special Olympics European Games in Holland.

Mit dem Erfolg in Holland hatten die Fußballer um das Trainerteam Holger Klust, Michael Lehmkuhl und Dirk Ströter nicht gerechnet, als sie der Einladung von Special Olympics Niederlande nach Rosmalen bei ‘s Hertogenbosch folgten. Denn die Reserve der MSV Moers Caritas Kickers hatte in den vergangenen Monaten wenig Grund zur Freude gehabt, musste viele Rückschläge einstecken. Doch mit dem Gewinn der Goldmedaille in Holland fanden die Fußballer mit einer geistigen Behinderung eindrucksvoll in die Erfolgsspur zurück.

Internationales Teilnehmerfeld

Das internationale Teilnehmerfeld dieser European Games konnte sich sehen lassen: Special Olympics-Nationalmannschaften aus England, Ungarn, Holland, Belgien, Schweiz und Dänemark weilten für drei Tage in Rosmalen.

„Gleich die erste Begegnung des Turniers war für die Moerser der Knaller“, schmunzelte anschließend Dirk Ströter. „Das Spiel gegen die Auswahl Englands – für Spielmacher Renato Bono und sein Team wurde ein Traum wahr, gegen die ‘Three Lions’ auf’s Feld zu gehen“. Und die Caritas Kickers behielten im strömenden Regen die Nerven, bejubelten am Ende einen verdienten 3:1-Sieg durch die Tore von Renato Bono, Kai Knorr und Robert Wiebe. „Vor lauter Gänsehaut und Konzentration haben wir den Regen gar nicht mehr gespürt“, meinte Bono nach dem Erfolg im allerersten Spiel der MSV Moers Caritas Kickers gegen ein englisches Team.

Nach einem 0:0 gegen Belgien I und einem 2:2, dank eines Doppelpacks von Bono, gegen den Gastgeber RKKSV I war klar, dass sich Bono am Ende mit acht Toren in sieben Spielen zum Goalgetter des Turniers mauserte. Er sorgte auch dafür, dass die MSV-Fußballer in die Medaillenrunde einzogen. Und dort starteten sie beim 4:0 gegen Belgien II mit einem Paukenschlag. Bono traf drei-, Gunnar Niehaus einmal.

Einziges deutsches Team

Als einziges deutsches Team im Starterfeld waren die Caritas Kickers so etwas wie die Exoten des Turniers. Doch zum Abschluss des Tages, bei der Athleten-Disco entpuppten sie sich als Feierbiester und schlossen dort Freundschaften. Überhaupt war die gesamte Atmosphäre des Turniers positiv geprägt durch ein großes freundschaftliches Miteinander und Respekt vor der sportlichen Leistung.

Das Spiel gegen Dänemark war am Tag darauf so etwas wie das vorgezogen Finale. Denn auch die Dänen waren noch ungeschlagen, überzeugten durch mannschaftliche Geschlossenheit. Doch Moers setzte sich nach einem Eigentor der Dänen mit 1:0 durch.

„Über Respekt und Fairplay entwickelte sich in der Folge mit Dänemark eine regelrechte Fanfreundschaft“, sagte Ströter. So feuerten die Dänen die Caritas Kickers beim nächsten Spiel an – und umgekehrt. Nach dem 3:0 gegen RKKSV II durch Tore von Max Veron und Bono (2) stand das Team im Finale –dort wartete erneut Dänemark.

Und auch, wenn jeder jedem den Sieg gönnte, wurde dieses Spiel noch leidenschaftlicher umkämpft als zuvor. Matchwinner war dann schließlich Robert Wiebe, der mit einem wahren Sonntagsschuss von der Mittellinie zum 1:0-Sieg traf.

Körperlich komplett verausgabt, aber selig angesichts des großen Erfolges zeigten sich die Moerser erneut als Feierbiester.