Bettina Grenz-Klein zieht eine positive Bilanz

Trainerin Bettina Grenz (links) und Ute Hohmann beraten sich und beobachten ihre Spielerinnen in der Partie gegen das Team von Fortuna Köln.
Trainerin Bettina Grenz (links) und Ute Hohmann beraten sich und beobachten ihre Spielerinnen in der Partie gegen das Team von Fortuna Köln.
Foto: WAZ FotoPool

Es war wirklich nicht immer einfach. Es gab Unwägbarkeiten, einige Rückschläge. Die Drittliga-Handballerinnen des TuS Lintfort ließen sich jedoch nie beirren, geschweige aus der Bahn werfen. In der Mannschaft steckt neben der Qualität, zudem eine gehörige Portion Charakterstärke, Leidenschaft und Moral. So überwogen in der Hinrunde die positiven Momente eindeutig. Trainerin Bettina Grenz-Klein spricht über ihre Einschätzungen und Ziele für den Rest der diesjährigen Spielzeit.

Wie lautet Ihr bisheriges Fazit?

Bettina Grenz-Klein: „Ich bin zufrieden. Das Gesamtpaket stimmt. Wir haben einige schwierige Situationen ganz gut gemeistert. Ob in der Vorbereitung, zu Saisonstart oder im weiteren Verlauf der Hinrunde. Meine Mannschaft teilt sich derzeit mit Köln und Kleenheim den zweiten Rang. So eine gute Platzierung hätte ich vor der Saison nicht erwartet.

Was hat Ihnen besonders gefallen?

Bettina Grenz-Klein. „Meine Mannschaft hat sich, bis auf wenige Ausnahmen, stets als Team präsentiert. Dies ist ein großer Fortschritt. Zudem haben wir ganz klar bei der Effizienz von den Außenposition zugelegt. Die Quote ist besser geworden. Unser großes Plus ist aber sicherlich die Deckung. Dieser Mannschaftsteil konnte trotz personeller Veränderungen die Qualität und das Niveau aus der Vorsaison halten. Die Mädels waren in vielen wichtigen und hektischen Spielen in der Lage, immer noch eine Schippe drauf zu legen.“

Wo gibt es Steigerungspotenziale?

Bettina Grenz-Klein. „Uns fehlt vor allem die Durchschlagskraft aus dem Rückraum. Hier sticht Harma van Kreij als Konstante hervor, die in ihrem ersten Jahr in Lintfort schon ziemlich viel Verantwortung übernehmen muss. Aber das gelingt ihr bisher bestens. Wir müssen die Lasten künftig einfach noch mehr breiter verteilen. Ich denke da an Prudence Kinlend, Angelika Bensch, Leonie Lambertz oder Vanessa Dings. Eefje Huijsmans ist sicherlich als Spielgestalterin gefragt, nötige Strukturen in unsere Angriffe zu bekommen.“

Gibt es Spielerinnen, die Sie überrascht haben?

Bettina Grenz-Klein. „Ja. Jede einzelne Spielerin ist in der Lage der Mannschaft positive Impulse zu verleihen. So wie Marie Groetelaers. Die junge Torhüterin wurde nach dem überraschenden Weggang von Jessica Jochims ins kalte Wasser geworfen. Marie hat sich dabei mehr als gut entwickelt. Es ist auch ihr Verdienst, dass der TuS Lintfort bisher die beste Deckung der gesamten Liga stellt.

Eva Legermann nimmt momentan ebenfalls eine tolle Entwicklung. Sie ist mit ihren 18 Jahren die jüngste Spielerinnen in unseren Team, voll integriert und bereits imstande in Spielen wichtige Akzente zu setzen.

Bettina Grenz-Klein: Harma van Kreij hatte die wohl schwierigste Aufgabe, trat als neue, junge Spielerin das schwere Amt von Prudence Kinlend im linken Rückraum an. Harma verfügt über eine ausgeprägte Dynamik, Sprung - und Wurfkraft. In ihr stecken noch reichlich Potenziale. Sie ist zudem eine wertvolle Abwehrspielerin, oft jedoch aber zu selbstkritisch.“

Der TuS Lintfort ist vor der Saison mit zwei U20 Vizeweltmeisterinnen angetreten. Es ist gerade mal Saisonhalbzeit und beide Spielerinnen sind weg. Ihre Einschätzung?

Bettina Grenz-Klein. „Meiner Meinung nach sind beide Spielerinnen vom Deutschen Handball-Bund (DHB) unter Druck gesetzt worden. Ihnen ist ein Wechsel zu einem höherklassigen Verein nahe gelegt worden, um weiterhin die Chance zu wahren, das Trikot der Nationalmannschaft zu tragen. Die plötzlichen Abgänge haben der Mannschaft sehr weh getan und sie tief getroffen. Aber die Situation ist, wie sie ist. Wir richten nun unsere Blicke nach vorne, und es ist nicht sinnvoll diesen Entscheidungen nachzutrauern.“

Wie muss man die Leistungsstärke der Liga einschätzen?

Bettina Grenz-Klein. „Die Leistungsdichte ist sicherlich breiter geworden. Viele Vereine sind enger zusammengerückt – dass macht die Liga so spannend. Oftmals sind es Kleinigkeiten, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. Alles ist möglich.“

Ein kurzer Ausblick in die nahe Zukunft. Primus Bretzenheim schwächelte zuletzt, ist nur noch drei Punkte bei noch elf ausstehenden Spielen entfernt. Ist da noch etwas möglich?

Bettina Grenz-Klein. „Ich glaube schon. Und wie schon gesagt. Alles ist immer möglich. Aber wir schauen nur auf uns. Ziel ist es, so erfolgreich wie möglich aufzutreten. Nur dazu benötigen wir aber auch einen gesunden Kader. Längere verletzungsbedingte Ausfälle wie zum Beispiel bei Tatjana van den Broek oder Angelika Bensch kann die Mannschaft auf Dauer bestimmt nicht kompensieren. Und nicht zu vergessen. Glück gehört auch immer dazu.“

Vervollständigen Sie bitte folgenden Satz. Die TuS-Trainerin in der kommenden Saison heißt....?
Bettina Grenz-Klein (lacht): „Das weis ich doch noch nicht. Aber die Entscheidung wird sicher über die Weihnachtsferien im Hause Klein getroffen.“