B- und C-Ligen ohne Schiedsrichter?
08.02.2012 | 13:53 Uhr 2012-02-08T13:53:00+0100
Gute Schlagzeilen sehen anders aus. In den vergangenen Jahren litten die Fußball-Schiedsrichter unter der Berichterstattung, die mit dem Wettskandal um den damaligen Bundesliga-Schiedsrichter Robert Hoyzer ihren Anfang nahm.
Es folgten die Sex-Skandale um Manfred Amerell, der Vorwurf der Steuerhinterziehung einiger Bundesliga-Unparteiischen und der Selbstmordversuch von Babak Rafati im vergangenen Oktober. Bis dahin hatten die Unparteiischen meist nur bei strittigen Entscheidungen auf dem Platz für Gesprächsstoff gesorgt. Das hat sich geändert.
Zahlen sind rückläufig
Und diese Entwicklung erschwert auch die Aufgaben in den Landesverbänden und Kreisen. Besonders wenn es darum geht, neue Schiedsrichter anzuwerben.
„Es war vorher schon schwer, Schiedsrichter zu gewinnen. Diese Darstellung in der Öffentlichkeit trägt natürlich nicht dazu bei, dass es nun für uns leichter wird“, verdeutlicht Andreas Thiemann vom SV Scherpenberg und derzeitiger Verbands-Schiedsrichter-Obmann am Niederrhein. „Die Zahlen sind rückläufig, so dass in einigen der 14 Fußballkreise am Niederrhein schon C- und auch sogar B-Liga-Spiele nicht mehr besetzt werden konnten.“
So weit ist es im Fußballkreis Moers gottlob noch nicht. Um das zu verhindern, wird aber auch der Moerser Obmann Thomas Primon (VfL Rheinhausen, Foto) mit seinem Ausschuss nicht müde, die Werbetrommel zu rühren: „Wir bieten im März wieder einen Lehrgang an, haben schon 15 Anmeldungen vorliegen. Natürlich wünschen wir uns, dass es noch viel mehr werden. Mindestens 20 sollten es schon sein. Deshalb hoffen wir, noch weitere Kandidaten zu finden.“
Michael Vorbeck und Jakob Klos (beide VfL Repelen) sind die Moerser Lehrwarte. „Bei uns können sich Interessenten melden. Wir werden schließlich zusammen mit Thomas Primon den Lehrgang leiten“, verdeutlicht Vorbeck. „Schon ab 15 Jahre kann man sich anmelden. Aber es sollte schon der Spaß am Sport und am Fußball da sein.“
Primon weist darauf hin, dass die Aufstiegschancen sehr gut sind: „Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder Schiedsrichter aus unserem Kreis nach oben führen können. Mit Felix Schmitz pfeift einer der Schiedsrichter, von denen es rund 150 im Fußballkreis Moers gibt, in der Regionalliga und steht bereits in der 3. Bundesliga an der Linie. Er ist gerade mal 22 Jahre alt“.
Wandel vollzogen
Thiemann ergänzt: „Unter dem neuen DFB-Schiedsrichter-Obmann Herbert Fandel hat sich ein Wandel vollzogen. Er hat klare Signale ausgesandt. Galt in den vergangenen Jahren noch, dass nur ganz junge Schiedsrichter Chancen auf einen Aufstieg haben, sollen dazu jetzt auch die älteren Kameraden wieder die Möglichkeit bekommen.“
Einer der „Opfer“ des Jugendwahns war sicher der Moerser Enes Krupic (FC Meerfeld). Er war ebenfalls in der Regionalliga im Einsatz, stand an der Linie in der 3. Bundesliga. Und dann kam mit noch nicht einmal 30 Jahren das Aus. „Weil ich zu alt war“, sagt er und ist immer noch sehr frustriert über die damalige Entscheidung. „Das werde ich nie verstehen. Und das habe ich bis heute nicht verstanden und auch nicht verdaut.“
Aber nun soll es anders werden. Und davon könnte eben Felix Schmitz (TuS Xanten) profitieren. Aber nicht nur er. Denn auch der 21-jährige Florian Heien (SSV Lüttingen) pfeift in der NRW-Liga. Dazu kommen Dustin Sikorski (VfL Repelen), der es bis in die Niederrheinliga geschafft hat, sowie das Brüderpaar Christoph und Christian van Zwamen (Landesliga, Alemannia Kamp). Alle können auf weitere Höhenflüge hoffen.
„Spitzenschiedsrichter sind für jeden Kreis wichtig“, betont Primon. „Aber die breite Basis ist die Gemeinschaft aller Schiedsrichter. Denn die Vielzahl benötigen wir in den Klassen bis hinunter in die C-Liga.“ Auch Michael Vorbeck, gleichzeitig Geschäftsführer des Fußballkreises Moers betont: „Die Kameradschaft ist und soll ein hohes Gut sein. Deshalb benötigen wir alle. Junge, aber auch die älteren Kameraden sind für eine ausgewogene Schiedsrichter-Gilde wichtig.“
Mädchen gesucht
So können aber auch ältere Sportkameraden noch in höheren Ligen tätig sein. Wie Uwe Peuser (Bayer Uerdingen), der mit 50 Jahren noch in der Landesliga an der Pfeife ist: „Mein Hobby ist auch für meinen Beruf im Management einer großen Firma eine gute Schulung.“ Oder Sascha Radusch (FC Rumeln) der bei der Stadt Krefeld beschäftigt ist und noch mit über 30 Jahren in der Landesliga pfeift.“
Einer der Eckpfeiler eines jeden Ausschusses ist sicherlich der Ansetzer der Spiele. Seit zwei Jahren ist Rigo Müller (SV Millingen) unermüdlich im Einsatz, alle Spiele zu besetzen: „Das ist nicht immer einfach, erfordert viel Arbeit. Aber ich mache das sehr gerne und bisher haben wir es immer noch geschafft, einen Schiedsrichter zu schicken. Besonders den Kameraden, auch besonders den älteren, bin ich sehr dankbar, dass sie immer Gewehr bei Fuß stehen und sogar am Wochenende mehr als ein Spiel pfeifen.“
Abschließend macht Thiemann noch auf ein anderes Problem aufmerksam: „Es ist sehr schön, dass der Mädchen- und Frauenfußball einen solchen Aufschwung genommen hat. Aber das ist spurlos am Schiedsrichterwesen vorbei gegangen. Wir benötigen dringend Schiedsrichterinnen. Seit Jahren stagniert die Zahl im gesamten Verbandsgebiet bei 100. Das muss sich schleunigst ändern.“
18:42
Kritisch sollte man diesen Beitrag hinterfragen.Aufgezählt sind hier ausschließlich junge Schiedsrichter die in höheren Liegen Pfeifen.vereinzelnd werden hier Schiedsrichter genannt die Älter als 30Jahre sind und noch in der Landesliga Pfeifen.Meines Wissens ist es so das viele der Schiedsrichter nach den ersten Einsätzen nach den Lehrgängen gar nicht mehr an der Pfeife sind.Wer mit 30 anfängt zu Pfeifen hat geringe Aussichten auf ein aufstieg in höhere Regionen , dass ist Augenwischerrei.
kritisch ist auch das sogenannte Puschen der Jungend zu sehen.Viele kommen mit den ernormen Druck gar nicht klar.Viele bleiben auf der strecke bei den hohen ansprüchen.Die wenigen die wirklich weiter kommen müssen sich in der enormen Ellbogengesellschaft der sogenannten Kammeraden beweisen .
Der Beweis liefert hier Babak Rafati der ein zigste Schiedsrichter der in der Öffentlichkeit zugegeben hat wie hoch der Leistungsdruck ist.
Also nicht Blauäugig und naive an die Sache gehen und die Werbetrommel die hier gerührt wird Kritisch hinterfragen.