Abstieg nach 15 Jahren in der A-Liga

Die Fußball-Kreisliga A verliert ihren „Alterspräsidenten“. Nach 15 Jahren in der achten deutschen Fußball-Spielklasse hat es den SV Budberg II erwischt. Seit zwei Wochen ist gewiss, dass der Dino absteigen muss. Den Posten als dienstälteste Mannschaften werden sich künftig drei Vereine teilen. Der SSV Lüttingen, Alemannia Kamp und der Rumelner TV sind allesamt seit 2010 in der A-Liga vertreten.

Doch für in der A-Liga gesammelte graue Haare gab es in dieser Spielzeit seitens der Konkurrenz keinen Bonus. Mit nur 23 Punkten ziert der SVB II das Tabellenende. Vielleicht geht es noch einen Platz nach oben – dass war’s dann aber auch schon. „Na ja, es ist schon noch ein Ziel, die Saison nicht als Schlusslicht zu beenden“, sucht Michael von Zabiensky nach einer Motivationsspritze für die letzten drei Partien. „Aber“, sagt der Trainer, „wir sind es uns zumindest schuldig, dass wir die Saison vernünftig beenden.“ Dabei hat von Zabiensky die Ursache des Scheiterns nicht in dieser Spielzeit, sondern schon im Sommer 2013 ausgemacht.

Stefan Kuban abgelöst

Damals kam der Trainer nach Budberg und löste dort Stefan Kuban ab, den es zum Nachbarn SV Orsoy zog. Mit dem Wechsel an verantwortlicher Stelle vollzog sich auch ein entscheidender Schnitt in der Mannschaft. „Der damalige Umbruch war einfach zu groß“, weiß von Zabiensky heute. Den Verlust einiger erfahrener Akteure, die den SVB II jahrelang über Wasser gehalten hatten, vermochten die nachrückenden Akteure nicht auszugleichen. Ein Jahr ging’s noch gut, jetzt folgte also die Quittung.

Dabei hatte der Trainer vor seinem zweiten Jahr an der Budberger Seitenlinie sogar noch an bessere Ergebnisse geglaubt. Vor dem Saisonstart sprach von Zabiensky gar von einem „Luxusproblem“, das die zweite Vertretung des SVB da hätte. „Über 20 Spieler“, erinnert sich der Coach, „waren damals noch dabei.“

Noch, denn im Laufe der nächsten Wochen und Monate wurden es immer weniger. Die einen, weil sie sich verletzten und langfristig ausschieden, die anderen, weil sie sich das Spiel in Budberg vielleicht etwas anders vorgestellt hatten. „Mit einigen Neuzugängen hatten wir nicht richtig viel Glück“, drückt es von Zabiensky noch sehr moderat aus. Zudem durfte er eine Strichliste mit den schmerzlichen Ausfällen führen. „Wenn so wichtige Spieler wie Ruben Temath, Tobias Krolzik, Marc-Daniel Kempkes, Helge Coerdt oder René Urban lange oder komplett ausfallen, kann kein Team das wegstecken“, sagt er.

Kalte Wasser

Was blieb, war eine junge Truppe, die der Trainer ins kalte Wasser werfen musste. „Das Bemühen kann dem Team keiner ansprechen“, nimmt von Zabiensky sein Team in Schutz. Nur, zum Klassenerhalt gereicht hat es eben nicht.

Der Trainer wird gehen, ein Duo seine Arbeit eine Liga tiefer fortsetzen und einen Neuanfang starten. Schon in der Winterpause kündigte von Zabiensky seinen Wechsel zum VfB Homberg an, wo er künftig in Nachwuchsbereich verantwortlich sein wird.

Tim Knies und Ruben Temath nehmen seinen Platz ein. Man hat sich abgesprochen, wie das Team im neuen Jahr aussehen soll. In den vergangenen Partien durften sich schon vier A-Junioren empfehlen, zwei oder weitere Nachwuchsspieler sollen zudem aufrücken. „Die Mannschaft wird sich konsolidieren und in den nächsten Jahren wieder angreifen“, glaubt der scheidende Coach. Zum „Alterspräsidenten“ in der B-Liga eignet sie sich jedenfalls nicht.

Am vergangenen Montag feierten die Budberger dann doch mal wieder mit dem 4:2 über den TV Asberg einen Sieg.

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