Abel: „Das gibt uns Rückenwind“

Die in der Fußball-Oberliga Niederrhein so arg gebeutelte Mannschaft des VfB Homberg hat am Samstag ihr Siegerlächeln wieder gefunden. Bei der 29. Auflage des Duisburger Stadtpokals holten die Gelb-Schwarzen durch ein 7:5 nach Neunmeterschießen gegen den starken Bezirksligisten SV Genc Osman den Pokal.

Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit besorgte VfB-Torjäger Almir Sogolj das 3:3-Ausgleichstor. Im Neun-Meter-Lotto bestätigte der junge VfB-Torwart Fabian Groß seinen guten Turniereindruck und parierte zwei Bälle. Der VfB behielt die Nerven und verwandelte seine Schüsse von Fabian Hastedt, Almir Sogolj, Ogi Cuhaci und Jonas Rölver. Danach kannte der Jubel keine Grenzen mehr.

„Gezeigt, was sie können“

Peter Thomas, Leiter der Fachschaft Fußball in Duisburg, stellte fest: „Die Homberger sind für mich kein Überraschungssieger, sondern sie haben im Wettbewerb gezeigt, was sie können. Die Mannschaft von Trainer Günter Abel hat sich durch den Erfolg Selbstvertrauen für die kommenden Wochen geholt.“ In der Oberliga müssen die Rheindeich-Kicker als Tabellenletzter einen Kraftakt leisten, um den Klassenerhalt in der Restrunde noch zu schaffen.

Günter Abel nimmt den Indoor-Erfolg auf dem Weg zur „Mission Klassenerhalt“ gerne mit. „Als Genugtuung würde ich den ersten Platz nicht bezeichnen. Aber der Sieg gibt uns Rückenwind. Hätten wir hier auf die Hörner bekommen und wären in der Vorrunde ausgeschieden, hätten nach unserer Hinrunde in der Oberliga alle gesagt: Der VfB kriegt nichts mehr hin. Aber so haben wir demonstriert, dass wir eine Mannschaft sind. Und nur so – als Team mit dem richtigen Zusammenhalt – kommen wir in der Liga da unten raus.“

Nicht mittendrin, aber ganz nah dabei tummelten sich Hombergs Neuzugang Sebastian Schweers und der wiedergenesene Albert Gashi, der sich nach seinem Kreuzbanriss fit zurückmeldete. Abel: „Wir arbeiten daran, dass wir beide Spieler zum Meisterschafts-Wiederbeginn dabei haben.“ Nicht mehr zum VfB-Kader gehören Daniele Kowalski und Hakan Dönmez. Während der Kontrakt mit Kowalski aus disziplinarischen Gründen aufgelöst wurde, widmet sich Dönmez einer neuen Herausforderung in der 3. türkischen Liga. Abel: „Schade, Hakan war einer der ganz wenigen Spieler, die man nach unserer schlechten Hinrunde als Gewinner bezeichnen durfte. Aber wir wollten ihm keine Steine in den Weg legen. Und bei Daniele Kowalski mussten wir einfach einen Strich ziehen: Wir brauchen Leute, die sich in der aktuellen Situation voll reinhängen.“

Auf dem Hallenparkett hinterließ der VfB zwar einen guten Eindruck, offenbarte aber gerade in der Zwischenrunde gegen den Duisburger SV (1:2 in letzter Sekunde) und in der Vorrunde gegen den Tus Asterlagen (3:2) sowie Duisburg 08 (2:2) zahlreiche Defensivpatzer. Abel: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich auch beim Hallenfußball aufrege. Teilweise muss in den Situationen einfach nur mehr gesprochen werden. Wer sich in den kommenden Wochen taktisch nicht richtig verhält, der wird keinen Startplatz in der Oberligaelf bekommen. Experimentieren können wir nämlich nicht mehr.“

Als es beim Stadtpokal darauf ankam, war der VfB voll da. Der 3:2-Zwischenrunden-Pflichtsieg gegen Rheinland Hamborn öffnete die Halbfinaltür. Gegen die spielfreudige Reserve des MSV Duisburg setzten sich die Homberger durch Tore von Almir Sogolj und Ogi Cuhaci mit 2:0 durch. „Wir haben fast nichts zugelassen“, freute sich Abel, der bilanzierte: „Wenn viel auf einen drauf gehauen wird, muss man die Chance nutzen, positive Schlagzeilen schreiben zu können. Wir haben durch den Turniersieg auf uns aufmerksam gemacht.“ Die VfB-Truppe widmete den Pokal ihrem Geschäftsführer Wilfried Conrad.