A-Jugend-Mädels sind deutscher Meister

Pia Ueltgesforth, hier im Einzel gegen Enid Kem aus Tauberbischofsheim (links) sicherte gestern den Team-Titel.Foto:Christoph Karl Banski
Pia Ueltgesforth, hier im Einzel gegen Enid Kem aus Tauberbischofsheim (links) sicherte gestern den Team-Titel.Foto:Christoph Karl Banski

Das hätte im Einzel-Wettbewerb tatsächlich besser laufen können für Pia Ueltgesforth, das Top-Talent vom Fechtclub Moers.

Bei den deutschen A-Jugend-Meisterschaften im Enni-Sportpark-Rheinkamp, ausgerichtet von ihrem Verein, vor heimischer Kulisse galt die Vierte der deutschen Rangliste als hoffnungsvolle Medaillenkandidatin. Allerdings konnte sie am Samstag ja noch nicht wissen, dass sie gestern mit der Moerser Mannschaft den Titel holen würde. Aber der Reihe nach.

Als am Samstag auch noch klar war, dass Welt- und Europameisterin Leonie Ebert vom FC Tauberbischofsheim nicht bei den deutschen Titelkämpfen in Moers starten, sondern international unterwegs sein würde, war der Weg für Pia Ueltgesforth eigentlich frei. Aber leider nicht ihr Kopf.

„Ich hatte schon gedacht, dass Pia hier einen Durchmarsch hinlegt – und dann scheitert sie an einer B-Jugendlichen“, ärgerte sich Fechttrainer Herbert Wagner, der Samstagabend mit einer tollen Feier in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet worden ist.

Nerven spielen nicht mit

Und Pia Ueltgesforth hätte ihm gerne einen Titel zum Abschied geschenkt. Doch das verhinderte Sophie Irene Brunets vom VfL Merkur Kleve. Sie ist zwar keine Laufkundschaft, doch die Moerser A-Jugendliche muss sich bei ihrem Können gegen eine zwei Jahre jüngere Kontrahentin eigentlich immer durchsetzen. Aber die Nerven spielten nicht mit, Ueltgesforth wurde am Ende Neunte, Brunets Achte.

Allerdings lief es im Mannschaftswettbewerb deutlich besser für die Moerser Mädels. Nicht nur, dass sie in der Vorrunde das Duisburger Team mit 45:5 quasi aus der Halle fegten, räumten sie nach und nach auch die anderen Mannschaften aus dem Weg. Und nach einem beeindruckenden 45:32 gegen Berlin standen Greta Jansen, Sabrina Welting, Johanna Féron und Pia Ueltgesforth im Finale, hatten die Silbermedaille bereits sicher. Vor dem Titel des deutschen Meisters stand nun nur noch das Team vom OFC Bonn.

Und die machten dem Moerser Quartett das Leben so richtig schwer. Mit 12:5 wähnten sich die Bonner bereits auf der Siegerstraße. Und auch vor dem letzten Gefecht lag der OFC noch mit zwei Punkten vorne, als Pia Ueltgesforth auf die Planche ging. Doch diesmal hatte sie ihre Nerven im Griff, holte Punkt um Punkt auf und führte Moers mit 27:26 zum Titelgewinn.

Momentaufnahme

Damit sorgte sie dann doch noch dafür, dass Herbert Wagner ein passendes Abschiedsgeschenk erhalten hat. Matthias Block, nun der gesamtverantwortliche Moerser Trainer, war am Ende schließlich auch mit seinen Schützlingen zufrieden und zeigte sich nach dem ersten Tag versöhnt. „Alles wunderbar“, schmunzelte Block gestern und schob aber sofort nach: „Heute, hier und jetzt – als Momentaufnahme.“

Bei den Jungens war Anton Jansen als 26. bester Moerser. Die hatten sich allerdings richtig tapfer geschlagen, schlossen die deutsche Meisterschaft durchaus im Rahmen ihrer Möglichkeiten ab und wurden mit der Mannschaft im gestrigen Teamwettbewerb guter Achter von knapp 20 Mannschaften.

Den Titel holte sich schließlich im Finale das Team aus Weinheim, das sich mit 45:43 ebenfalls gegen den OFC Bonn durchsetzen konnte, die so zweimal Vizemeister wurden.