Zuwachs bei SV Oesbern zwingt Olympos zum Umdenken

Menden - Sport Einweihung Kunstrasenplatz SVÖ SV Oesbern Foto: Martina Dinslage
Menden - Sport Einweihung Kunstrasenplatz SVÖ SV Oesbern Foto: Martina Dinslage
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Menden..  Die B-Liga-Fußballer des GFV Olympos Menden scheinen derzeit nicht gerade vom Glück verfolgt zu sein. Erst verpasste man knapp den Aufstieg in die Kreisliga A Iserlohn – durch ein 1:2 im Entscheidungsspiel gegen den MSV Iserlohn. Jetzt muss man sich möglicherweise eine neue sportliche Heimstatt suchen, denn der Sportplatz am Lendringser Habicht platzt aus allen Nähten.

Das liegt daran, dass der SV Oesbern als Hauptnutzer einen enormen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen hat. „Wir haben seit der Inbetriebnahme des Kunstrasens im vergangenen August 120 neue Mitglieder bekommen und werden in der kommenden Saison alle Jugendbereiche besetzen können“, sagt Dirk Schwanebeck, der sich beim SVÖ um die Platzanlage kümmert. „Hinzu kommen drei Senioren- und drei Damenteams.“

Nur abends freie Kapazitäten

Dieses geballte Aufkommen sorgt dafür, dass nicht nur die Spieltage an den Wochenenden, sondern auch die Trainingstage unter der Woche durch den SVÖ genutzt wird. „Wochentags ist unserer Platz bis 21 Uhr belegt. Und sonntags könnte Olympos erst um 19 Uhr spielen – so leid es mir tut“, stellt Dirk Schwanebeck fest.

Kein Wunder, dass man im Lager des GFV Olympos ob dieser Entwicklung alles andere als begeistert ist. Die Griechen hatten ja erst zu Beginn der gerade abgelaufenen Saison den Wechsel zum Habicht vollzogen. „Aber da war das alles noch nicht absehbar. Es war aber immer klar, dass der SV Oesbern mit seinen Mannschaften bei der Belegung absoluten Vorrang hat“, erzählt Dirk Schwanebeck.

Ulrich Menge vom Sportamt der Stadt Menden bestätigte diese Absprache, die zudem vertraglich mit dem SVÖ festgelegt ist. Dies ist eine nachvollziehbare Regelung, da sich der Verein bei der Umgestaltung des Habicht-Sportplatzes in einen Kunstrasenplatz mit großen Eigenmitteln eingebracht hat – der SVÖ hat sogar einen Kredit bei der NRW-Bank aufgenommen.

„Kosta Tzortzos, der erste Vorsitzende von Olympos Menden, hat uns über diese Entwicklung informiert. Wir haben ihm daraufhin empfohlen, dass sich Olympos zunächst einmal bei den anderen Vereinen im Stadtgebiet umhören solle, um vielleicht freie Kapazitäten auszuloten“, sagt Ulrich Menge. Eine GFV-Rückkehr zur Gisbert-Kranz-Straße ist jedoch auch für die Verantwortlichen der Stadtverwaltung die allerletzte Möglichkeit.

Verständnis für GFV-Enttäuschung

Die SVÖ-Offiziellen zeigen vollstes Verständnis für die Enttäuschung beim benachbarten B-Ligisten, den man ein Jahr ohne jegliche Kostenbeteiligung am Habicht hat spielen lassen. Auf der anderen Seite sind die Oesberner in erster Linie den eigenen Mitgliedern verpflichtet. Irgendwie nachvollziehbar.