Wolfgang Schütz gewinnt auch Jubiläumsauflage
07.06.2009 | 21:30 Uhr 2009-06-07T21:30:00+0200
Menden. Es war wie immer in den vergangenen Jahren. Er kam, meldete sich kurzfristig an und siegte. Wolfgang Schütz, der kleine Schwabe aus Beilstein, dominierte auch die Jubiläums-Veranstaltung des Menden-Marathons.
Der 49-Jährige feierte bei der 25. Auflage in 2:45:47 Stunden unangefochten mit fast zehn Minuten Vorsprung seinen sechsten Sieg beim siebten Start in der Hönnestadt.
Dass die Zeit diesmal nicht so prickelnd ausfiel, dafür gab es Gründe. „Ich habe in diesem Jahr 20 Prozent weniger trainiert und bin trotzdem auf Risiko gegangen.” Beim Halbmarathon meldete man dem MCM auf den Rathausplatz eine „1:18” — trotz der guten äußeren Bedingungen zu flott für Rekordsieger. „Ich war am Ende ein wenig überfordert”, sagte Schütz. Vielleicht auch deshalb, weil er bereits am Samstagnachmittag angereist war, Übernachtungsangebote des MCM ausschlug und stattdessen in seinem Auto schlief.
Trotzdem lobte der Sieger den MCM-Lauf. „Der Veranstalter hat alles getan, damit man eine gute Zeit laufen kann. Für mich hätte es nur ein paar Grad wärmer sein können.”
Die eher frischen Wetterverhältnisse kamen aber den anderen Startern zu Gute, und so entwickelte sich hinter Schütz ein spannender Zweikampf. Burkhard Schöne (MCM/2:56:00) schien lange auf Silberkurs, musste aber bei Kilometer 33 den späteren Zweiten Rainer König (SG Neukirchen-Hülchrath/2:55:10), der sich auf den 100-Kilometer-Start in Torhut (Belgien) vorbereitete, aufschließen und dann sogar wegziehen lassen.
Schöne kam noch einmal heran, war aber bei Kilometer 37 endgültig geschlagen. „Schade”, sagte der Garbecker über den Verlust des zweiten Platzes. „Aber es war die Zeit, die ich im Kopf hatte, und für den dritten Marathon innerhalb von sechs Wochen war das ok.” Und die lief er alle unter drei Stunden.
Ein interessantes Rennen entwickelte sich bei den Frauen. Im „Duell der besten Freundinnen” lag Siegerin Anja Miedtank (Lauf-Team Unna/3:18:56) bis Kilometer 41 klar vor Vereinskollegin Heike Resche (3:18:57). „Ich habe irgendwann Ehrgeiz entwickelt”, sagte die Vorjahressiegerin, holte dann aber auf der Zielgeraden nicht mehr alles aus sich heraus. „Ich habe ein bisschen abgebaut”, gestand Miedtank, rettete aber einen hauchdünnen Vorsprung ins Ziel.
Bei den heimischen Startern stach die Bestzeit von Manfred Poloschek (MCM/3:06:57) heraus, der zugleich die Männerklasse gewann. Den Altersklassensieg M 60 verpasste Erhard Kemper (MCM/3:31:23) nur knapp — 20 Sekunden war Wolfgang Thamm (Schalke 96) schneller. Den schaffte bei den Frauen Cornelia Glasmeyer (MCM/4:06:57) in der Klasse W 55.
„Ich hoffe, wir sind unserem Motto ,Ein Lauf für Läufer von Läufern' wieder gerecht geworden”, sagte MCM-Vize Josef Kaderhandt bei der Siegerehrung. Widerspruch kam nicht — im Gegenteil. Eher viel Lob, und das wiederum befügelte den Veranstalter, auch über das Jubiläum hinaus weiter zu machen. „Ich war positiv überrascht, dass so viele Teilnehmer da waren”, sagte MCM-Chef Horst Kaderhandt. Immerhin 119 Starter, von denen 117 das Ziel erreichten.
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