Trumpf im Tor: Weber sticht Kollegen aus

Starke erste Halbzeit: Fabian Lauber (Mitte) erzielte in Durchgang eins sechs Treffer (insgesamt acht) für die HSG und war maßgeblich am 33:26-Heimsieg gegen TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck beteiligt.
Starke erste Halbzeit: Fabian Lauber (Mitte) erzielte in Durchgang eins sechs Treffer (insgesamt acht) für die HSG und war maßgeblich am 33:26-Heimsieg gegen TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck beteiligt.
Foto: Tobias Schad
Was wir bereits wissen
Wenn der beste Torschütze und Kopf der Mannschaft ausfällt, dann kann auch ein Heimspiel schwierig werden. Dass die Oberliga-Handballer der HSG Menden-Lendringsen solch eine Situation souverän lösen können, zeigten sie am Samstagabend beim 33:26 (19:16)-Sieg gegen den TuS 97 Jöllenbeck/Jöllenbeck.

Menden..  Marcel Vogler (bislang 116 Saisontore) konnte seine Mitspieler nur moralisch auf der Auswechselbank unterstützen, der 24-Jährige kuriert derzeit seine hartnäckige Schulterverletzung aus (siehe unten stehendes Interview). Aber weder von dem Ausfall ihres Spielmachers noch von den beiden vorausgegangenen Niederlagen (Altenhagen-Heepen und Volmetal) ließen sich Mendener beeindrucken.

Ab der zehnten Minute hatten die Gastgeber das Spiel im Griff. Nicht zuletzt deshalb, weil Torwart Christopher Weber sofort ins Spiel fand und mit starken Aktionen aufwartete. Zuerst der spektakuläre Gegenstoßpass auf Sebastian Loos (2:0/2.), dann die brillanten Paraden gegen Niehaus (Gegenstoß), Hippe (Außen) und Zöllner (Rückraum) – „Webster“ war um Längen stärker als seine an diesem Tag schwachen Jöllenbecker Kollegen.

Und weil im HSG-Angriff Tom Schneider gut Regie führte und Fabian Lauber eine starke erste Halbzeit spielte, führte die HSG über 13:9 (18.) nach Toni Mrcelas Treffer sogar 18:13 (25.).

Aber auch der Schlendrian hielt wieder einmal Einzug ins HSG-Spiel: Webers abgefangener langer Ball und Lommels Einzelaktion waren ebenso leichtfertig wie die Fehlwürfe von Loos und Lauber und bescherten Jöllenbeck damit ein noch erträgliches Halbzeitergebnis.

In Durchgang zwei kam der Gast sogar auf 19:18 heran (33.), ehe die Mendener wieder aufdrehten. Laubers Treffer sieben und acht sowie das Kreisläufertor von Ansgar Heunemann nach feinem No-Look-Pass von Joshua Krechel waren das Startsignal für eine Tempoverschärfung und drückten die Überlegenheit auch auf der Anzeigetafel aus (22:18/38.). Als Torwart Weber erneut TuS-Rechtsaußen Hippe einen Ball wegfischte und Rechtsaußen Loos mit einem sehenswerten langen Ball bediente (25:19/42.), war die Partie früh gelaufen.

Aber weil die HSG drei Siebenmeter (Lauber, Schneider, Mrcela) ausließ und wenig aus den Zeitstrafen gegen Jöllenbeck machte, wurde sogar Micky Reiners auf der Bank ein wenig unruhig. Die Gäste verkürzten auf vier Tore (27:23/47. und 30:26/53.), taten aber insgesamt zu wenig, um für eine Wende wirklich in Frage zu kommen.

„Unser Überzahlspiel hat mir nicht gefallen. Da haben wir viele falsche Entscheidungen getroffen, und daher war das nah an der Katastrophe“, sagte der Mendener Coach. „Und wir haben aus unseren Ballgewinnen viel zu wenig gemacht, wir müssen den Sack viel eher zumachen. Da fehlte einfach der Killerinstinkt.“

Trotzdem brachten die Gastgeber die Partie am Ende sicher nach Hause. Nicht spektakulär, aber routiniert und vor allen Dingen verdient. Das sah auch Jöllenbeck-Trainer Walter Schubert so. „Für einen Sieg sind wir nicht in Frage gekommen, weil Menden auf der Torwartposition Vorteile hatte und wir unsere freien Chancen liegen gelassen haben“, sagte er.

Und auch Marcel Vogler konnte aufatmen. Seine Kollegen hatten ihm einen ziemlich stresslosen Abend beschert. Gut zu wissen für die nächste Aufgabe in Augustdorf. Denn auch dort wird Vogler wohl noch passen müssen.

HSG Menden-Lendringsen: Weber, Witt; Lommel (1), Mrcela (3), Schneider (6), Müller, Lauber (8), Krechel (3), Loos (4), Brauckmann (2/1), Jost, Heunemann (6).