Toni Mrcela – und die Begegnung mit dem kroatischen Nationalhelden

Rückraum-Ass Toni Mrcela freut sich auf die Begegnung mit seinem Landsmann Ivano Balic, der am Sonntag mit Bundesligist HSG Wetzlar in der Walram-Halle ein Freundschaftsspiel gegen die HSG Menden-Lendringsen absolviert.
Rückraum-Ass Toni Mrcela freut sich auf die Begegnung mit seinem Landsmann Ivano Balic, der am Sonntag mit Bundesligist HSG Wetzlar in der Walram-Halle ein Freundschaftsspiel gegen die HSG Menden-Lendringsen absolviert.
Foto: sportpresse-reker.de, Dietmar Reker, www.sportpresse-reker.de

Menden..  Für ihn geht ein kleiner Traum in Erfüllung. Toni Mrcela ist Kroate und am Sonntag trifft er auf einen Landsmann. Auf einen besonderen Landsmann.

Ivano Balic.

Der ist 2003 in Portugal Weltmeister und 2004 in Athen Olympiasieger mit Kroatien geworden, war 2003 und 2006 zudem Welthandballer.

Aktuell spielt der 36-Jährige für den Bundesligisten HSG Wetzlar und gastiert am Sonntag mit seiner Mannschaft in der Mendener Walram-Halle (17 Uhr).

Für den Mendener Oberligaakteur ist Balic das große Vorbild. Die WP-Sportredaktion sprach mit dem 21-jährigen Studenten für Umwelttechnik über die bevorstehende Begegnung mit Balic, seine Handball-Karriere und die Liebe zum Basketball.

Frage: Gratulation zur guten Leistung am Samstag beim 33:23-Sieg in Hagen. Waren Sie da besonders motiviert, weil Sie in der vergangenen Saison gegen diesen Verein ja zweimal nicht spielen durften wegen einer komplizierten Vertragsauflösung?

Toni Mrcela: Nein, eigentlich war es ein normales Spiel. Ich hatte einfach große Lust zu spielen.

Am Wochenende steht mit dem Spiel gegen die HSG Wetzlar ein besonderes Highlight für Sie auf dem Terminplan, denn Ihr Landsmann Ivano Balic ist ihr großes Vorbild. Richtig?

Ja, das kann man so sagen. Er ist in Kroatien ein Nationalheld. Daher ist es schon etwas Außergewöhnliches auf ihn zu treffen.

Haben Sie sich für das Spiel etwas Besonderes vorgenommen?

Nein, das habe ich nicht. Es ist einfach schön, dabei zu sein und dieses Spiel genießen zu können.

Sie sind in der C-Jugend von der HSG Schwerte-Westhofen nach Menden gewechselt. Was war in dieser Zeit Ihr persönliches Highlight?

Sicher das Final-Four-Turnier 2011 mit der B-Jugend in Berlin.

Mit einem Ausgang, der Sie sicherlich sehr enttäuscht hat, oder?

Ja, das war schon sehr bitter. Wir waren an diesem Wochenende einfach nicht so gut drauf und anschließend natürlich schon sehr traurig. Ich glaube, wenn die DM mit Hin- und Rückspiel gelaufen wäre, dann hätten wir sicherlich viel größere Chancen gehabt, den Titel nach Menden zu holen.

Sie sind noch jung und haben Ihre Karriere quasi noch vor sich. Was sind Ihre sportlichen Ziele?

Falls ein Angebot aus der dritten Liga kommen würde, dann würde ich es möglicherweise annehmen. Aber wenn nicht, ist das auch kein Weltuntergang.

Wie wär’s mit der HSG in die dritte Liga aufzusteigen?

Das ist sicherlich möglich. Wir haben in der kommenden Saison wieder eine sehr gute Mannschaft. Also, warum nicht.

Wie würden Sie ihren Spielstil charakterisieren?

Ist die Frage wichtig? Dazu fällt mir eigentlich jetzt nichts ein. Das sollen lieber andere beurteilen?

Auf der HSG-Homepage steht: Kann werfen und springen wie kein Zweiter - lässt noch zu oft anderen den Vortritt. Trifft das zu?

Kann schon sein.

Stimmt es, dass sie auch sehr gerne Basketball spielen?

Ja, das stimmt. Ich habe sogar einen Korb im Garten und übe oft für mich. Auch beim Training spiele ich zum Aufwärmen lieber Basketball als Fußball.

Aber Sie sind dann als Sportler doch beim Handball geblieben?

Ja, weil ich Handball immer noch mehr gemocht habe.

Sprechen Sie noch kroatisch?

Selbstverständlich. Ich bin zwar in Deutschland geboren, aber mit meinen Eltern spreche ich noch unsere Landessprache und in Kroatien haben wir ja auch noch viele Verwandte.

Haben Sie eigentlich beide Staatsangehörigkeiten?

Ja, aber die deutsche erst seit kurzem. Ich bin im Januar bei der Weltmeisterschaft in Katar gewesen. Und da war das schon ein großer Vorteil für mich.

Was wünschen Sie sich für das Wetzlar-Spiel am Sonntag?

Ein schönes Spiel für die Zuschauer und eine volle Halle.