Sieg des VfL Platte Heide sorgt für großen Frust bei Grün-Weiß

Immer einen Tick eher am Ball: Der VfL Platte Heide (rote Trikots) erkämpfte sich gegen DJK GW Menden drei wichtige Zähler.
Immer einen Tick eher am Ball: Der VfL Platte Heide (rote Trikots) erkämpfte sich gegen DJK GW Menden drei wichtige Zähler.
Foto: WP
Zwei Trainer, zwei Gefühlswelten. Während Platte Heides Trainer Markus Lage am Ostermontag mit der Sonne um die Wette strahlte, war sein Pendant Harald Bremkes komplett bedient.

Menden..  Denn sein Team von DJK Grün-Weiß Menden hatte bei der 1:4-Derby-Klatsche am Hülschenbrauck einmal mehr den Beweis erbracht, dass es fußballerische Grundtugenden wie Lauf- und Zweikampfbereitschaft seit Jahresbeginn mit Füßen tritt.

„Hätte ich mehr Spieler zur Auswahl, könnten einige Akteure, die heute auf dem Platz standen, den Rest der Serie zuhause bleiben“, stellte Harald Bremkes klar. Der Frustfaktor am Turnerweg bewegt sich Wochen in kaum noch messbaren Höhen, „wir haben uns durch eine katastrophale Rückrundenvorbereitung in acht Wochen alle Titelmöglichkeiten zunichte gemacht“, so Bremkes.

Der 51-jährige stellte zum wiederholten Male klar, „dass zu viele Spieler bei uns in der Vergangenheit leben, weil sie mal Bezirks- oder gar Landesliga gespielt haben“. Davon war am Montag rein gar nichts zu sehen, im Gegenteil: Eine pomadige Offensivleistung, die in punkto Kreativität von bemerkenswerter Schlichtheit geprägt war, gipfelte in Durchgang zwei in verzweifelten Torschüssen aus über 30 Metern Entfernung.

Und im Defensivverhalten zeigten lediglich Abwehrchef Altan Yildiz und Keeper Julien Dierks, dass sie das Lokalduell nicht verlieren wollten. Die übrigen GWM-Akteure fungierten überwiegend als Statisten, die sich emotionslos die unermüdliche Laufbereitschaft der VfL-Kicker ansahen. Die konnten dadurch wirkungsvoll ihre individuelle Unterlegenheit kaschieren.

„Die Jungs haben viel investiert und sich belohnt, das waren ganz wichtige Punkte für uns“, so Markus Lage. Vor allem die Regisseure Dennis Meinhold und Julian Seeling kurbelten im Mittelfeld mächtig an, auch weil ihre Gegenspieler Frederico LoBianco und Barry Alcock eine unterirdische Zweikampfbilanz und -bereitschaft hatten. „Ich habe kaum gesehen, dass wir mal einen Gegenspieler körperlich bearbeitet haben, wir haben es Platte Heide sehr einfach gemacht“, mäkelte Harald Bremkes. Und dennoch lag sein Team zur Pause vorne, „aber das hat uns keinen Schub gegeben“, wunderte sich der scheidende GWM-Trainer.

Richtige Schlüsse gezogen

Auf Platte Heider Seite zog Coach Markus Lage die richtigen Schlüsse aus dem schwachen ersten Durchgang. Mit der Einwechslung von Moaz Hamoudeh kam deutlich mehr Beweglichkeit in die VfL-Offensive. „Wir haben nach der Pause mutiger gespielt und Grün-Weiß mehr beschäftigen können“, so Lage, der zugab auf die diesen Derbysieg spekuliert zu haben. „Grün-Weiß hat aktuell Probleme, das hat man auch bei der Niederlage gegen Bösperde gesehen.“

Die Probleme am Turnerweg liegen vor allem in der viel beschworenen Mentalität. „ Ich würde mich schämen, wenn ich so wenige Trainingseinheiten hätte wie einige meiner Spieler. Aber Selbstkritik ist bei vielen absolut verpönt, das muss ich leider wieder feststellen“ sagte Harald Bremkes, der das Ende der Saison herbeisehnt. „Es macht aktuell wenig Spaß, denn zu viele Spieler lassen die Saison offenkundig einfach auslaufen und das ist nicht in Ordnung.“

Neue Hoffnung am Hülschenbrauck

Hingegen schöpft Platte Heide wieder Hoffnung. „Wir haben jetzt in Sümmern ein ganz wichtiges Spiel, in dem wir punkten sollten“, sagt Markus Lage, der auch im kommenden Jahr VfL-Coach bleiben will. „Die Rahmenbedingungen werden durch die Abgänge zwar nicht einfacher, aber ich stelle mich dieser schwierigen Aufgabe.“

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE