Schneider platt, HSG verliert die Punkte

Ansgar Heunemann kann sich in dieser Szene zwar gegen die Spenger Lasse Bracksiek, Simon Hanneforth und Sebastian Kopscheck (von links)durchsetzen, vergab aber auch einige klare Chancen.
Ansgar Heunemann kann sich in dieser Szene zwar gegen die Spenger Lasse Bracksiek, Simon Hanneforth und Sebastian Kopscheck (von links)durchsetzen, vergab aber auch einige klare Chancen.
Foto: Tobias Schad

Menden..  Birgit Albrecht hatte so eine Art Vorahnung. „Ich glaube, die haben sich richtig was vorgenommen. So konzentriert habe ich sie noch nie gesehen“, sagte die Vorsitzende und Co-Trainerin der HSG Menden-Lendringsen am Samstagabend vor der Partie gegen den TuS Spenge, als sie das Aufwärtsprogramm der Gäste beoachtete.

Und genau so kam es. Die heimischen Oberliga-Handballer kassierten nach fünf Spielen ohne Niederlage beim 28:32 (13:15) gegen die bis dahin punktgleichen Ostwestfalen wieder eine Niederlage und ließen damit die Möglichkeit aus, auf Platz zwei zu springen.

„Wir hatten mehr schlechtere Phasen als Spenge und unser Problem hieß Bastian Räber“, sagte Trainer Micky Reiners nach hart umkämpften und körperlich intensiven 60 Minuten in der Walram-Halle. So sah das auch Spenges Coach Heiko Ruwe: „Wir hatten eine starke Torwartleistung und da sicherlich ein kleines Plus.“

Die HSG startete furios, führte nach neun Minuten mit 4:1, verfing sich aber danach immer wieder in der kompakten Gästeabwehr – und mit Laubers Pfostenschuss begann eine Serie von nicht genutzten freien Möglichkeiten. Lauber, Lommel, Heunemann und Loos scheiterten anschließend entweder am Pfosten oder am starken TuS-Keeper Räber.

Hinzu kam, dass die HSG zunächst keine Rückraum- und Gegenstoß-Quote hatte (Schneider, Mrcela, Heunemann, Lauber). Spenges 6:0-Lauf (4:7/14.) hechelte die HSG daher ständig hinterher.

Die Halbzeit zwei begannen die Gastgeber mit zwei Änderungen. Rico Witt löste Christopher Weber im Tor, Max Jost sollte die Abwehr verdichten. Das gelang zunächst prima, denn angetrieben vom nun überragenden Tom Schneider führte die HSG nach 37 Minuten plötzlich mit 18:16. Zwischendurch hatte Torwart Witt auch noch einen Siebenmeter von Dennis Mathews pariert.

Aber die Partie blieb umkämpft und spannend. Spenge schlug zurück (18:20/44. und 21:23./48.), konnte aber Tom Schneider nicht stoppen.

Schneider, immer Schneider. Das Rückraum-Ass der HSG traf bis zum 23:23 (50.) viermal in Folge und war dann völlig platt. „Ich habe Tom rausgenommen, weil er total fertig war. Das hat mir seine Körpersprache nach einem Fehlpass signalisiert. Ich wollte ihm ein paar Minuten Verschnaufpause gönnen und hatte gehofft, dass wir es spannend halten und wir in den letzten Minuten mit Tom wieder Gas geben können“, begründete Micky Reiners den auf der Tribüne mit Unverständnis vorgenommenen Wechsel.

Aber es kam alles ganz anders. Nach Brauckmanns feinem Dreher zum 24:24 (53.) nutzte Spenge unglückliche Mendener Angriffsaktionen zum entscheidenden Vorsprung (24:29/56.).

„Mir hat trotzdem gefallen, wie meine Mannschaft versucht hat, immer wieder ins Spiel zu kommen und bis zuletzt gekämpft hat“, resümierte Trainer Reiners. „Allerdings müssen wir uns den Vorwurf gefallen lassen, dass wir unsere vielen freien Chancen nicht genutzt haben.“

HSG Menden-Lendringsen: Weber, Witt; Lommel (2), Mrcela, Schneider (11/3), Müller, Lau-ber (3/2), Krechel (5), Loos, Brauckmann (1), Heunemann (6), Jost.

TuS Spenge: Räber, Linke; Röttger, Clausing (1), Kopscheck (4), Reinsch (1), Matthews (5/3), Harbert (7), Hanneforth (5), Fillies (4), Bracksiek (4), Redecker (1).

Schiedsrichter: Günay/Krebs (Gelsenkirchen). - Siebenmeter: HSG 6/5, TuS 4/3. - Zeitstrafen: drei gegen Menden, vier gegen Spenge. - Zuschauer: 300.

Spielfilm: 0:1 (3.), 4:1 (9.), 4:7 (14.), 8:9 (20.), 10:13 (27.), 12:14 (29.), 13:16 (31.), 18:16 (38.), 18:20 (44.), 21:21 (48.), 24:24 (53.), 24:29 (56.), 27:30 (58.), 27:32 (59.).

Samstag, 18. April, 17.30 Uhr:
VfL Eintracht Hagen II - HSG Menden-Lendringsen