Ringarzt beendet Atiks Traum von NRW-Meisterschaft

Westfaelische Amateur-Meisterschaften im Boxen 2015 am 28.03.2015 in der Mehrzweckhalle am Schwittener Sportplatz in Menden, Kerem Atik (SV Menden, rotes Trikot) - Marek Radziewicz (BC Paderborn), Foto: Sportpresse Reker / Dietmar Reker
Westfaelische Amateur-Meisterschaften im Boxen 2015 am 28.03.2015 in der Mehrzweckhalle am Schwittener Sportplatz in Menden, Kerem Atik (SV Menden, rotes Trikot) - Marek Radziewicz (BC Paderborn), Foto: Sportpresse Reker / Dietmar Reker
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Was wir bereits wissen
Der eine musste wegen einer Platzwunde aufgeben, der andere verlor nach Punkten: Für Kerem Atik wie auch für Viktor Bruch vom SVM gab es NRW-Silber.

Menden/Velbert..  Die Enttäuschung saß tief. Erst einmal. Doch dann mischte sich zunehmend Stolz in die Gefühlswelt der kleinen Delegation des SV Menden. Bei den NRW-Amateurmeisterschaften in Velbert stiegen mit Viktor Bruch und Kerem Atik zwei hoffnungsfrohe SVM-Boxer in den Ring, am Ende jedoch mussten sich beide Athleten mit Silber begnügen.

„Schade, einfach nur schade – trotzdem ist das aller Ehren wert“, sagte Dieter Fröndt, der Chef der SVM-Boxsportabteilung hatte das Duo zusammen mit dem Vorstandskollegen Norbert Beschorner nach Velbert begleitet. „Platz zwei auf dieser hochkarätigen Ebene ist schon etwas ganz Besonderes.“ Fröndt attestierte Bruch und Atik „eine hervorragende Leistung – beide haben richtig stark geboxt.“ Natürlich sahen Fröndt und Beschorner die Schützlinge von SVM-Trainerikone Willi Hömberg nach Punkten vorn. „Leider waren die Ringrichter anderer Meinung.“

Unangenehmer Gegner

So geschehen bei Viktor Bruch, der im Mittelgewicht gegen Sahla Karabay über die gesamte Distanz einen schweren Stand hatte. „Der Gegner ist nur nach vorn gegangen und hat härteste Schläge weggesteckt“, beschrieb Beschorner den Stil des Leverkuseners. „Der kannte nur eine Richtung. Aber Viktor hat stark dagegen gehalten, für mich war unser Mann der technisch bessere Boxer.“

Auch Schwergewichtler Kerem Atik musste in seinem Finalkampf alles geben, der Iserlohner überzeugte gegen Soner Yildiz (Boxteam Schalke) mit absolutem Vorwärtsdrang. „Kerem ist wie eine Dampfwalze“, fühlt sich Beschorner bei Atik-Kämpfen durchaus an den einstigen Weltmeister Evander Holyfield erinnert. „Haken von unten, Schwinger von oben – so kennt man den, und so hat Kerem auch diesmal gekämpft.

Das Aus kam jedoch in der dritten Runde. Atik fing sich einen unerlaubten Kopfstoß ein, der blutende Cut unter den rechten Auge wurde sogleich behandelt – bis der Ringarzt den Kampf beendete und Yildiz damit zum Sieger machte. „Das war ein technischer K.-o. wegen Aufgabe“, ärgerte sich Beschorner. „Wäre es weiter gegangen, hätte Kerem gewonnen.“

Meisterliche Verfassung

Dass Atik in Meisterform war, konnt er tags zuvor bei der Vorrunde eindrucksvoll unter Beweis stellen. Gegen Mähdi Nafel (Mülheim-Dümpten) sammelte der Iserlohner nicht nur fleißig Punkte, in der dritten Runde zwang er seinen Rivalen sogar zur Aufgabe.

Viktor Bruch brauchte das Halbfinale nicht zu bestreiten – Leo Horstmann (BC Münster) hatte wegen einer Verletzung abgesagt.