Michael Ruhe belohnt sich für einsames Rennen

Starkes Rennen: Marathon-Sieger Michael Ruhe (LG Olympia Dortmund).
Starkes Rennen: Marathon-Sieger Michael Ruhe (LG Olympia Dortmund).
Foto: WP

Menden..  Es ging Schlag auf Schlag, eine Superzeit jagte die andere. Bei der 31. Marathon-Veranstaltung freute sich der gastgebende MCM am Sonntagvormittag nicht nur über wieder leicht ansteigende Teilnehmerzahlen, sondern auch über hochklassige Zeiten.

Über die 42,195 Kilometer lief der Vorjahreszweite Michael Ruhe (LG Olympia Dortmund) ein einsames, aber sensationell starkes Rennen. Der 29-jährige Bönener war der Konkurrenz schon früh enteilt, hielt aber das Tempo immer gleichmäßig hoch und hatte am Ende in 2:43:59 Stunden seine Zeit aus 2014 um über sieben Minuten deutlich unterboten.

„Schade, dass ich alleine laufen musste“, sagte Ruhe und vermisste seinen Vereinskollegen und Vorjahressieger Henrik Böhringer (Trainingsrückstand nach Verletzung). „Aber der Lauf hatte durch die kleinen Höhenunterschiede und durch den Wind einen guten Trainingseffekt.“ Ruhe bereitet sich aktuell auf den Berlin-Marathon vor, dort will er seine 2014 in Frankfurt gelaufenen Bestmarke (2:32) unterbieten.

Aus heimischer Sicht war der dritte Platz von Michael Nottebohm beachtlich. Der MCM-Neuzugang belohnte sich für einen couragierten Auftritt mit der Bestzeit von 3:02:19 Stunden. „Ab Kilometer 34 tat’s weh“, sagte der 38-jährige Sümmeraner, der erst kürzlich beim Hamburg-Marathon gestürzt war und sich mit einer Zeit von 3:03 Stunden begnügen musste. „Aber ich habe mich durchgebissen und noch einmal Motivation bekommen, als ich Burkhard Schöne bei Kilometer 39 eingeholt habe.“

Der Sieger von 2010 und 2013 hatte bei seinem 60. Marathon Pech, denn auf den Schlusskilometern plagten ihn Muskelkrämpfe. „Da kann man nichts machen“, sagte der Garbecker, der sich am Ende mit Gesamtplatz sechs (3:04:33) zufrieden geben musste. „Hauptsache ich bin ins Ziel gekommen.“

Überragend war auch der Auftritt der schnellsten Frau. Ramona Wied (SG Wenden) hatte sich erst beim Pfingstlauf in Deuz (Siegerland) zu einem Start in Menden entschlossen und bewältige ihre Marathon-Premiere in der sagenhaft schnellen Zeit von 3:03:10 Stunden. So schnell war seit 1991 (Barbara Winkler/LG Herne/3:01:45) keine Frau mehr gewesen. „Ich war total aufgeregt“, sagte die Seelbacherin nach dem Rennen. „Aber die Strecke war toll, und die Veranstaltung ist so schön ruhig und familiär. Das hat mich beflügelt.“

Dreikampf im Halbmarathon

Beim Halbmarathon gab es den erwarteten Dreikampf zwischen den MCM-Athleten Philipp Henseleit und Felix Knode sowie dem Balver Thomas Camminady (Aachener TG) – mit einem sensationellen Ausgang. Philipp Henseleit lief in 1:13:43 Stunden die bislang zweitschnellste Zeit bei dieser Veranstaltung. „Für einen Spaßlauf war das ganz gut“, scherzte der 26-Jährige.

Bei Kilometer zehn hatte er sich von seinen Kontrahenten abgesetzt und das Rennen von der Spitze aus souverän bestimmt. „Ich hatte mir keine Zeit vorgenommen, aber es lief prima, auch wenn mir hinten heraus etwas die Kraft fehlte, um noch schneller zu sein.“ Aber Henseleit hatte sich zuletzt mehr auf die 5000 Meter konzentriert, und auf dieser Strecke will er demnächst noch eine richtig gute Zeit hinlegen.

Auch seinen Trainer Hans-Jürgen Kasselmann freute der starke Auftritt seines Schützlings. „Das hat gut getan nach der Niederlage über die 5000 Meter in Koblenz und zeigt, wie fit der Bengel ist“, sagte der MCM-Organisationsleiter.

Camminady (1:16:01), der sich nun gezielt auf die Marathon-DM in Frankfurt vorbereitet, und Knode (1:16:40), den in der zweiten Rennhälfte Magenprobleme quälten, erzielten ebenfalls noch starke Resultate.

Für den MCM war es insgesamt eine gute Veranstaltung. Das bestätigte auch Hans-Jürgen Kasselmann. „Es ist optimal gelaufen – auch dank unserer vielen Helfer, ohne die es nicht geht, der Polizei und des Malteser Hilfsdienstes“, sagte der MCM-Vize. „Aber diese Veranstaltung hat immer noch mehr Läufer verdient.“

Läuferin kollabiert

Einen kleinen Zwischenfall gab es beim Halbmarathon. Eine Läuferin war bei Kilometer 19 in der Molle kollabiert. Die Sanitäter des Malteser Hilfsdienstes (MHD) leisteten eine Erstversorgung. Der herbei gerufene Notarzt entschied dann, dass die junge Athletin nach Unna ins Krankenhaus transportiert wurde. „Man weiß, dass so etwas passieren kann, aber der MHD hat einen Klassejob gemacht“, sagte Hans-Jürgen Kasselmann.