Mendener Sportvereine kündigen Zusammenschluss an

Der Sportplatz am Habicht wurde frisch saniert. Der Gutachter schlägt die Aufgabe vor.
Der Sportplatz am Habicht wurde frisch saniert. Der Gutachter schlägt die Aufgabe vor.
Foto: WP

Menden..  Der 29. Januar könnte vor allem für die heimischen Fußballer ein bedeutungsvoller Tag sein. Denn in der Sitzung des Sportausschusses könnte eine Vorentscheidung fallen, welche Sportplätze in naher Zukunft aufgegeben werden müssen. Das sieht zumindest die Sportstättenbedarfsplanung vor.

Und die in der Westfalenpost veröffentlichten Optionen haben in den vergangenen Tagen gerade bei den Kickern für Bewegung gesorgt. So trafen sich am Donnerstag die Vorstände der DJK Grün-Weiß Menden und der DJK Bösperde mit Vertretern der Verwaltung und der Politik. „Wir haben deutlich gemacht, dass wir fusionieren werden, wenn man uns eine Anlage mit mindestens 1,5 Plätzen hinter der Hauptschule Bösperde erstellt. Dann könnten der Gemeindesportplatz und die Anlage in Schwitten aufgegeben werden“, sagen Bösperder Vereinschef Jörg Krabbenhöft und Heiner Kemper von der DJK Grün-Weiß Menden.

Für beide ist das Zusammengehen der Vereine letztlich ein unumgänglicher Schritt. „Wir müssen an die Kinder denken. Sie werden zwar weniger, doch sie sollten auch in 20 Jahren noch die Möglichkeit haben, Fußball zu spielen.“

Andere Optionen kommen für die beiden Vereine letztlich nicht in Frage. „Ein Umzug nach Platte Heide ist für uns nicht realisierbar. Das würden unsere Eltern nicht mitmachen“, denkt Heiner Kemper an das erhöhte Verkehrsaufkommen. „Das wird sicherlich auch den Anwohnern rund um den Hülschenbrauck nicht gefallen. Wir sind mit 560 Mitgliedern mittlerweile der größte Fußballverein in Menden“, gibt Kemper zu Bedenken.

Sein Bösperder Kollege Jörg Krabbenhöft ergänzt: „Hier geht es nicht um Bösperde oder Schwitten, sondern um Menden-Nord!“ Beide Vereine werden ihre Absicht auch noch schriftlich fixieren. Weiter hält man die Tür auch für den VfL Platte Heide offen. „Jeder der glaubt, es kann so weitergehen wie bisher, liegt verkehrt“, so Heiner Kemper.

Eine Sanierung des Sportplatzes an der Gisbert-Kranz-Straße für den Schulsport hält man für überflüssig. So nutzt zum Beispiel die Realschule das Huckenohl-Stadion für ihre Bundesjugendspiele.

Der Bau eines Sportzentrums in Bösperde ist ein Vorschlag von vielen im Sportstättenbedarfsplan des Gutachterbüros ZAK. Das Dokument schlägt gleichzeitig die Aufgabe des Sportplatzes des SV Oesbern am Habicht vor. „Das ist für uns ein Schlag ins Gesicht“, sagt Frank Weingarten, Vorsitzender des SVÖ. Der Verein hat gerade erst mit viel Eigenleistung den Kunstrasenplatz am Habicht realisiert. Bei Weingarten riefen aufgrund des WP-Berichtes schon viele entsetzte Sportler an – aber auch Sponsoren des SVÖ. „Bei denen schrillen die Alarmglocken“, fasst Weingarten die Reaktionen zusammen.

Zorn über Gutachter in Oesbern

Für den „vereinsschädigenden“ Vorschlag des Gutachters hat er kein Verständnis. „Der Platz ist ex-trem gut ausgelastet“, sagt er. Zudem gebe es im Gutachten falsche Zahlen über den Verein. Das Gutachten gehe von elf Mannschaften beim SVÖ aus, doch in der Realität seien es 15.

Bei den Damenteams sei der SV Oesbern der führende Verein in Menden. Wegen des neuen Kunstrasens habe der Verein rund 100 neue Mitglieder bekommen – darunter auch viele Kinder.