Meister-Team mit beeindruckenden Saisonwerten

Sie tanzten ausgelassen und feierten den Gewinn der Oberliga-Krone: Die Damen der HSG Menden-Lendringsen sind verdient Meister geworden.
Sie tanzten ausgelassen und feierten den Gewinn der Oberliga-Krone: Die Damen der HSG Menden-Lendringsen sind verdient Meister geworden.
Foto: Tobias Schad

Menden..  Der Blick auf die Abschlusstabelle der Handball-Oberliga der Damen macht es noch einmal deutlich: Die HSG Menden-Lendringsen ist völlig zu Recht Meister der höchsten westfälischen Spielklasse – die Stratmann, Baer und Co. sind in der Tat die „Besten aus Westfalen“.

Verbandsfunktionär Udo Fricke brachte es bei der Meisterehrung noch einmal auf den Punkt. „Es gibt nichts Höheres in unserem Verband“, sagte der Dortmunder.

Für Jörg von Estorff stand dies sowieso nie in Zweifel. „Meine Mannschaft hat den Titel absolut verdient. Wir haben mit 24 Siegen die meisten Partien gewonnen. Wir haben die meisten Tore erzielt und die wenigsten Gegentore kassiert“, ließ der Pädagoge die Saison noch einmal Revue passieren. „Und gegen Schwitten und Everswinkel, sowie in den Pokalspielen haben wir gezeigt, dass wir das kompletteste Team waren“, so der scheidende Trainer – hätte Absteiger SC Greven das Spiel in Menden nicht kampflos abgegeben, wäre vermutlich sogar die magische 800-Tore-Grenze übersprungen worden.

Albrecht: „Mehr Aufmerksamheit“

„Der Frauen-Handball ist in Menden nicht wegzudenken. Und wenn er so schön und erfolgreich gespielt wird, erst recht nicht“, nutzte von Estorff seinen Abschied zu einem denkwürdigen Plädoyer.

Diesen Worten konnte sich die Birgit Albrecht nur anschließen. „Qualität wird in Menden leider nicht anerkannt“, wünscht sich nicht nur die HSG-Präsidentin eine größere Aufmerksamkeit für den Damenhandball und schloss darin auch den Oberliga-Rivalen TV Schwitten mit ein. „Die haben ebenfalls eine tolle Saison gespielt. Aber wenn man die Zuschauerzahlen in der Kreissporthalle und bei uns sieht...“, so Birgit Albrecht.

Der Erfolgstrainer geht in den Ruhestand: Jörg von Estorff (HSG Menden-Lendringsen). Foto: Tobias Schad Einzigartige Erfolgsbilanz

Mit Jörg von Estorff ging am Samstag der erfolgreichste Trainer Mendens in den vorläufigen Ruhestand. Seine Bilanz ist beeindruckend: Zwei Deutsche Meisterschaften, sieben westdeutsche und zehn Westfalen-Titel, zudem insgesamt sieben Aufstiege stehen für ihn zu Buche. Kein Wunder, dass man bei der HSG auf eine Rückkehr des Handballexperten hofft.

Seine „Meister-Damen“ werden ab Ende Juni ihren Weg ohne Jörg von Estorff fortsetzen. Mit Sascha Stickan steht der neue Trainer ja schon länger fest. Der gratulierte dem Team am Samstag zum großen Triumph, denn dann ja auch ausgiebig gefeiert wurde.

„Es war richtig schön“, berichtete Ann Kathrin Stratmann von einer sehr langen Feier. Dass dabei auch mal der Verzicht an den Aufstiegs in die dritte Liga erwähnt wurde, sollte nicht überraschen. „Klar, haben wir mal daran gedacht, wie es wäre, in der dritten Liga zu spielen. Vielleicht klappt es ja irgendwann noch mal“, so Ann Katrhin Stratmann.

Doch das ist Zukunft – zunächst gibt es am Wochenende die Abschlussfahrt nach Willingen, danach steht eine Handball-Pause bis Ende Juni an. Und die hat sich das Meisterteam auch redlich verdient.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE