Meister-Freude gepaart mit Nachdenklichkeit

Meister der Oberliga Westfalen: Die Handballerinnen der HSG Menden-Lendringsen holten sich durch 36:22 gegen den TV Verl den Titel und verabschiedeten ihren Trainer Jörg von Estorff (vorne links).
Meister der Oberliga Westfalen: Die Handballerinnen der HSG Menden-Lendringsen holten sich durch 36:22 gegen den TV Verl den Titel und verabschiedeten ihren Trainer Jörg von Estorff (vorne links).
Foto: Tobias Schad

Menden..  Roman Weidenfeller, Torwart von Borussia Dortmund, prägte 2011 nach dem Gewinn der Meisterschaft den legendären Satz „We have a grandios Saison gespielt!“ Seit Samstag gilt der auch für die Oberliga-Handballerinnen der HSG Menden-Lendringsen. Mit dem 36:22 (18:10) über den TV Verl sicherten sie sich den Titel im westfälischen Oberhaus.

Eigentlich hatte schon vor dem Spielbeginn niemand am Triumph der Stratmann und Co. gezweifelt. So standen die Oberliga-Herren der HSG Spalier und klatschten das Meisterteam bereits beim Auflaufen zum finalen Spiel ab.

75 Minuten später kannte der Jubel in der Walram-Halle keine Grenzen. Die Partie war noch nicht zu Ende, da hüpfte die Bank der HSG bereits vor Freude. Die letzten Sekunden der Saison wurden heruntergezählt, ehe dann die Feierlichkeiten begannen.

„Die HSG ist richtig stolz auf euch und auf das, was ihr geleistet habt. Das war ganz großer Sport“, gratulierte HSG-Chefin Birgit Al-brecht den Damen zum Triumph. Vom Handball-Verband Westfalen hatte Udo Fricke den Weg nach Menden gefunden. Staffelleiterin Paula Beimische (Rheine) war privat verhindert.

„Guter Handballsport ist ein Qualitätsmerkmal für die HSG Menden-Lendringsen“, so der Funktionär aus Dortmund, der neben der Meisterurkunde noch einen Ball im Gepäck hatte.

Der offizielle Teil der Jubelfeier machte dann noch ein wenig nachdenklich. Denn mit Jörg von Estorff wurde der Macher des Meisterteams verabschiedet. Der Pädagoge nimmt sich erst einmal eine Auszeit. „Jörg von Estorff ist der erfolgreichste Trainer in Menden. Seine Titel lassen sich nicht zählen“, stellte Birgit Albrecht die Verdienste des Meistertrainers um die HSG und den Handballsport in der Hönnestadt heraus.

Von Estorff tolle Geste

Von Estorff blieb in der Stunde des Abschieds bescheiden und widmete den Titel dem vor drei Jahren verstorbenen Dieter Kamp. „Dieter hätte sich über diesen Titel riesig gefreut. Er ist der Vater des Frauenhandballs in Menden“, erinnerte von Estorff in der Stunde des Triumphs an seinen väterlichen Freund. Eine tolle Geste.

Von seinen Damen gab es ein Fotoalbum. Vom scheidenden Coach erhielten sie wiederum ein großes Lob. „Meine Mannschaft hat die Meisterschaft absolut verdient. Sie wusste immer, was sie wollte“, so Jörg von Estorff. „Wir hoffen, dass du wieder kommst“, machte Birgit Albrecht deutlich, dass man bei der HSG die Dienste des Lehrers nicht missen will.

Bei den Meisterdamen war die Freude über den Titel richtig greifbar. Für Ann-Kathrin Stratmann war es nicht der erste Titel. „Aber jede Meisterschaft ist etwas Besonderes“, so das Rückraum-Ass. Teamkollegin Kathi Meyer legte noch einen drauf. „Daran werde ich mich noch in zehn Jahren erinnern“, sagte sie und machte sich auf, um im Walram-Foyer den ersten Bowle-Topf anzusetzen.

Ach ja, gespielt wurde ja auch. Doch die Partie war bereits nach neun Minuten entschieden, als Ann Kathrin Stratmann vom Kreis (!) zum 8:2 traf. Der Rest war ein Fall für die Statistiker.

HSG Menden-Lendringsen: Ebel, Jaschewski; Neuhaus (3), Köck, Seehagen (1), Benden (7), Albrecht (3), Baer (4), Stratmann (12/4), Fastnacht (4), Meyer (1), Gerbe (1).