Konzentration auf schwieriges Auswärtsspiel

Schwitten..  „Erinnerungen sind Wärmflaschen für das Herz“, sagte einst der deutsche Schauspieler Rudolf Fernau. Genau das trifft aktuell auf Handball-Landesligist TV Menden-Schwitten zu, denn der denkwürdige Derbysieg über Primus TV Halingen sorgt auch Tage später für ein wohliges Gefühl in der Seele aller TVS-Akteure. Schwierig wird es indes, dies am Sonntag auszublenden, denn bei Kellerkind Soester TV II (14.30 Uhr) wartet in jeder Hinsicht ein Kontrastprogramm.

Die Börde-Halle, die bei Heimspielen der STV-Reserve noch nicht einmal ein Zehntel der 800 Zuschauer aus dem Mendener Lokalhit anlockt, ist das eine Handicap. Die andere Umstellung ist der Gastgeber, der drei Spieltage vor Schluss bei drei Zählern Rückstand zum rettenden Ufer nichts zu verschenken hat. „Für Soest ist das die vermutlich letzte Chance, noch einmal heranzukommen. Daher wird es für uns ein enorm unangenehmes Auswärtsspiel“, sagt Stefan Koerdt, der den urlaubenden Spielertrainer Tihomir Knez vertreten wird.

In wie weit man in Tritt kommt, dürfte nicht zuletzt von der Eigenmotivation von Nico Löbbecke und Co. abhängen. Wie viel Enthusiasmus haben die Schwarz-Weißen nach dem Derby-Highlight noch in den Köpfen? „Platz drei bleibt unser Ziel“, hatte Knez bereits vor dem Coup gegen Halingen gesagt. Beim Blick auf das Restprogramm (nach Soest noch Hohenlimburg und Absteiger Wetter/Grundschöttel) erscheinen vier Zähler machbar, zumal man Soest und Wetter in der Hinrunde klar besiegen konnte.

Gastgeber mit großer Offensivstärke

Doch Soest hat zehn der 13 Zähler daheim geholt. Dort tritt man – auch dank Verstärkung aus dem Drittligakader – deutlich variabler auf als in der Fremde. Offensiv ist Soest sogar das zweitbeste Team der Liga. „Die spielen recht offen und kommen dadurch immer wieder zu schnellen Ballgewinnen und Abschlüssen“, weiß Knez. Gelingt aber eine ähnlich gute Abwehrleistung wie gegen Halingen, steht Saisonsieg Nummer 16 nicht wirklich viel im Wege, denn im Angriff sind Löbbecke und Birk seit Wochen in bestechender Form.

Bestechend ist bereits jetzt die Tatsache, dass Schwitten die Saison im schlechtesten Fall als Vierter beenden wird. Vor allem die imposante Heimserie (elf Siege in zwölf Partien) machte dies möglich. Zu gerne würde Schwitten in den letzten beiden Auswärtspartien seine Bilanz noch etwas aufpolieren, aber dazu bedarf es eines ähnlichen Mentalitätsfeuerwerks wie gegen Halingen.