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Kemper: „Das ist das Schlimmste, was dem BSV passieren konnte“

11.06.2012 | 19:10 Uhr
Kemper: „Das ist das Schlimmste, was dem BSV passieren konnte“

Menden.   Es war ein Absturz in Raten. Seit Jahren ging es für die Fußballer des BSV Menden kontinuierlich bergab. Und: Am Sonntag erreichte man den vorläufigen Tiefpunkt – durch die 1:3-Niederlage beim SC Hennen ist der Sturz in die Bezirksliga besiegelt.

„Der Abstieg ist das Schlimmste, was dem Verein passieren konnte“, sagt Marco Kemper, der die Situation gar nicht schönreden möchte. Allerdings sehen nicht alle Verantwortlichen des BSV Menden die Situation so nüchtern wie der sportliche Leiter des Huckenohl-Klubs.

Vorstandskollege „Ali“ Ständeke versucht es mit Gelassenheit. „Wir müssen es halt hinnehmen. Es bringt doch nichts, jetzt alles zu zerreden. Auch anderswo – wie beim TuS Iserlohn, in Langenholthausen oder bei den SF Oestrich-Iserlohn – ist man abgestiegen“, so der zweite Vorsitzende. Aber dieser Auffassung widerspricht Marco entschieden: „Mich interessieren doch andere Vereine nicht!“

Der Lürbker macht keinen Hehl daraus, dass er spätestens nach der 1:3-Niederlage in Rothemühle nicht mehr an den Klassenerhalt geglaubt hat. „Wir hatten in dieser Saison offensiv einfach nicht die Qualität für den Klassenerhalt. Unser Problem war, dass es keinen Spieler gab, der nicht irgendwann mal einen Aussetzer hatte“, resümiert der BSV-Funktionär. Ein Blick auf die letzten Spiele untermauert die Ansicht.

So leistete sich gegen Haspe und in Hennen ausgerechnet ein Führungsspieler wie Marcel Dickehut Richtung weisende Fehler. Oder: In Hennen wurde auch deutlich, dass der Platzverweis von Wolfgang Leipertz im Spiel gegen TuS Erndtebrück II die Mannschaft erheblich zurückgeworfen hat. Wolfgang Leipertz war bis dahin der torgefährlichste BSV-Spieler. „Vielleicht wäre mit ihm das eine oder andere Spiel anders gelaufen“, mutmaßt Marco Kemper.

Auch Leipertz’ Offensivkollegen blieben in dieser Saison einiges schuldig. So wirkte ein Marcel Hoffmann bei allem Engagement oft unglücklich. Und: Von Spielern wie Sven Barnefske, Igor Markus oder Nico Schött hatte man mehr erwartet. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, da fast alle Kaderspieler sich ihre Aussetzer nahmen.

Ein Phänomen, das auch BSV-Trainer Mark Elbracht auffiel. „Es war in keinen Spiel so, dass man sicher sein konnte, dass drei oder vier Spieler auf jeden Fall ihre Leistungen abrufen würden“, so der Dortmunder. „Aber ich muss mich auch in die Kritik nehmen. Denn ich habe mit der Mannschaft in der 13 Spielen auch nur 15 Punkte geholt“, nimmt sich der Trainer in der Verantwortung. Wobei er letztlich das schwächste Glied in der Kette war.

„Dem Verein ist es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, die Mannschaft punktuell zu entwickeln“, sieht Marco Kemper Versäumnisse. Zu sehr war man bei den Rot-Weißen mit der Übernahme des Huckenohl-Stadions, dem neuen Kunstrasenplatz und dem neuen Vereinsheim beschäftigt – durchweg wichtige Objekte, die sportliche Seite kam leider zu kurz.

Bei den Planungen für die kommende Saison ist man eigentlich schon relativ weit. Torwart Jörg Benik hört auf, Mirac Ekinci und die Senel-Brüder werden den Klub verlassen. „Alle anderen haben ihre Zusage gegeben, dass sie bleiben“, so Marco Kemper. Nach WP-Informationen kokettiert Marc-André Lange jedoch mit einem Wechsel zu A-Ligist DJK Grün-Weiß Menden. Sven Nieder wird, wie vermeldet, vom Lüner SV ins Huckenohl kommen. Bei Manuel Huff und André Juchum vom SuS Langscheid/Enkhausen indes steht die Entscheidung noch aus. Wobei sich Juchum scheinbar auch einen Wechsel zu einem Bezirksligisten BSV Menden vorstellen kann.

Burkhard Granseier



Kommentare
12.06.2012
15:30
Kemper: „Das ist das Schlimmste, was dem BSV passieren konnte“
von Loewe32 | #1

Jetzt ist nicht Labern angesagt, sondern Taten!

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