Ist der Kreisjugendtag der Handballer ein Auslaufmodell?

Menden..  In Sundern wird am Wochenende zum 66. Mal der Handball-Kreisjugendtag veranstaltet. Das traditionsreiche Turnier im Kreis Iserlohn-Arnsberg leidet aber seit einigen Jahren unter den rapide zurückgehenden Mannschaftsmeldungen.

Die WP-Sportredaktion sprach mit der Jugendausschuss-Vorsitzenden Gundula Bembom-Schoof (Halingen) über die aktuelle Situation und die Vorbereitungen für die Spiele am Samstag und Sonntag im Röhrtal.

Frage: Ist der Handball-Kreisjugendtag eigentlich noch zeitgemäß.

Gundula Bembom-Schoof: Nein, er ist unattraktiv geworden – für Spieler und auch für die Eltern. Die Felder werden immer kleiner, Absagen im Vorfeld häufen sich.

Wo liegen die Gründe?

Das Problem sind die gut besetzten Turniere, die überall in den Landesverbänden angeboten werden. Wie zum Beispiel in Neuss oder in Gummersbach. Oder auch in Hamburg. Dazu kommen dann noch der Saisonabschluss in den Vereinen oder Schulveranstaltungen, die zumeist als Pflichtprogramm ausgeflaggt sind. Da kommen die Vereine in einen Konflikt, Spieler und Eltern ist es zudem dann auch häufig zu viel, an jedem Wochenende in Sachen Handball unterwegs zu sein.

Darum wurden auch schon die A- und B-Jugendbereiche aus dem Turnier genommen, oder?

Ja, genau. Das ist jetzt im dritten Jahr so. Wir haben gemerkt, dass die Mannschaften keinen Kreisjugendtag mehr wollen. Es gab einfach zu viele Absagen. Wir haben uns dann auf einer Jugendleitersitzung dazu entschlossen. es gab zwar einige Gegner, die wollten das über einen Freitagstermin mit anschließender Disco retten, aber wir haben das dann nicht gemacht. Und jetzt fängt es bei den C-Jugendlichen auch schon an zu bröckeln. Wir hatten in diesem Jahr ein Feld mit 16 Mannschaften, davon sind jetzt noch zwölf übrig geblieben.

Was kann man aus Sicht des Handball-Kreises Iserlohn-Arnsberg tun, um diesem Trend entgegen zu steuern?

Natürlich haben wir uns auch Gedanken gemacht. Wir werden Workshops bilden, an denen sich vier, fünf Jugendleiter aus den Vereinen beteiligen sollen. Ich bin der Meinung, dass der Kreisjugendtag nach draußen gehört. Aber sicherlich ist es überlegenswert, ob man nicht auch in die Halle gehen kann. Die Vorrunden könnten zum Beispiel im Mendener Raum in verschiedenen Hallen laufen, die Endspiele dann geschlossen in einer Halle – so wie beim Sauerland-Cup.

Interessant ist ja, dass Sie bei den Bewerbern um die Ausrichtung gar keine Probleme hatten und haben, oder?

Das ist richtig. Es gibt genug Bewerber. 2016 ist das Turnier nach Sümmern vergeben. Für 2017 haben wir schon wieder drei Kandidaten mit der JSG Menden Sauerland, der JSG Bösperde-Halingen und HVE Villigst-Ergste.

Also wird den Kreisjugendtag in den nächsten Jahren wieder in dieser Form geben?

Im nächsten Jahr sicherlich. Aber wir müssen uns überlegen, was 2017 passiert.

Und das aktuelle Turnier? Da läuft alles?

Ja, die Vorbereitungen laufen gut. Für den HV Sundern ist die Organisation zwar Neuland, aber sie engagieren sich sehr stark. Und die Turnierleitung mit Jürgen Risse, Philipp Strotkötter, meiner Tochter Daniela und mit meiner Person unterstützen sie natürlich, wo wir können.