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HSG: Kollektives Versagen kosten die Tabellenführung

15.11.2009 | 21:16 Uhr
HSG: Kollektives Versagen kosten die Tabellenführung

Menden. Es verschlug allen die Sprache. Zwei Tore nach 27 Minuten, vier zur Halbzeit und am Ende 17. Deprimierende Zahlen für einen Primus. Handball-Oberligist HSG Menden-Lendringsen verlor in einem denkwürdigen Spiel mit 17:22 (4:13) bei der HSG Augustdorf-Hövelhof und damit die Tabellenführung.

„Das war in der ersten Halbzeit kollektives Versagen im Angriff”, sagte Trainer Björn Wißuwa völlig fassungslos und kaum in der Lage, diese katastrophale Offensivleistung zu erklären. „Alles was an positiver Körpersprache vorhanden war, war scheinbar mit Spielbeginn verloren gegangen.”

Die HSG ließ sich von einem solide, aber hochkonzentriert agierenden Gastgeber schnell den Schneid abkaufen. „Wir haben nur in die Breite gespielt, überhaupt keinen Druck ausgeübt”, so Wißuwa. Der Start verlief schon denkbar schlecht, nach neun Minuten lag man 0:3 zurück.

Als dann Tobias Goeke beim Stand von 4:3 (13.) mit einem Gegenstoß an Torwart-Routinier Ronny Krüger scheiterte, nahm das Unheil seinen Lauf. Augustdorf erhöhte innerhalb von zehn Minuten auf 11:2 (23.), erst nach 27 Minuten erzielte Ansgar Heunemann das dritte HSG-Tor. „Das war wie das Kaninchen vor der Schlange”, sagte Björn Wißuwa völlig konsterniert.

Auch in Halbzeit zwei sah es zunächst nicht nach Besserung aus (15:6/35.), erst Christian Dannhäusers Dreierpack von der Linksaußenposition leitete die beste Phase der Mendener ein. Aber ausgerechnet der HSG-er vergab dann auch die Chance zum 15:12. „Dann wären wir dran gewesen, weil Augustdorf zu diesem Zeitpunkt auch gewackelt hat”, sagte Betreuer Gerd Lange.

Stattdessen machten die Gäste die gleichen Fehler wie in der ersten Halbzeit und gestatteten Augustdorf das entscheidende Absetzen auf 21:12 (52.). „Wir haben zwar bis zum Schluss nicht aufgegeben, aber es gab zu viele Ausfälle”, so Gerd Lange.

„Im Angriff war es in der ersten Halbzeit eine Bankrotterklärung”, so Björn Wißuwa. „Und ich finde auch keinen Grund, der als Entschuldigung taugen würde.” Am kommenden Samstag beim neuen Liga-Primus HSE Hamm (siegte 36:25 in Bergkamen) kann die HSG nun die verloren gegangene Tabellenführung zurückholen — aber dazu ist eine hundertprozentige Leistungsstigerung erforderlich.

HSG Menden-Lendringsen: Kohl, Vogel; Christian Dannhäuser (3), Thiele (1), Zenka (4/3), Philipp Wittke, Klein (2), Genau (2), Bogdan Wittke (1), van der Hurk (1), Gurol, Heunemann (2), Goeke (1), Schulte.

Franz Schoo

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