HSG kämpft mit Leidenschaft, kann aber den Schwung nicht mitnehmen

Auch er konnte die erste Heimniederlage in dieser Saison nicht verhindern: Marcel Vogler trotzte seinen sichtbaren Problemen mit der verletzten linken Schulter und avancierte sogar zum HSG-Haupttorschützen.
Auch er konnte die erste Heimniederlage in dieser Saison nicht verhindern: Marcel Vogler trotzte seinen sichtbaren Problemen mit der verletzten linken Schulter und avancierte sogar zum HSG-Haupttorschützen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die HSG Menden-Lendringsen kassierte die erste Heimniederlage in der laufenden Saison. 24:26 (14:11) hieß es am Ende gegen die TSG A-H Bielefeld.

Menden..  Es waren entscheidende Momente in der Schlussphase, in denen den Oberliga-Handballern der HSG Menden-Lendringsen die Partie gegen die TSG A-H Bielefeld endgültig aus den Händen gleiten sollte. Am Ende stand ein 24:26 (14:11) auf der Anzeigentafel – ein ernüchterndes Resultat. Denn war die erste Schlappe seit elf Spielen, und es war die erste Heimniederlage in der laufenden Saison.

Die bekam deutliche Konturen, nachdem Sebastian Loos in der 52. Minute die Gastgeber von Außen noch einmal auf 19:20 heran gebracht hatte, aber Phil Holland die Ostwestfalen wieder in Vorteil brachte (53.) und Tobias Fröbel direkt danach mit seinem vor vom Kreis auf 19:22 stellte (54.). Als dann Daniel Meyer per Siebenmeter gar das 19:23 erzielte (57.), war die Partie entschieden.

Es folgte ein verzweifeltes Aufbäumen, das mit dem 20:23 durch HSG-Kapitän Thorben Lommel und dem Doppelpack von Marcel Vogler zum 22:25 (58./59.) Nahrung bekam, zumal Tom Schneider per Tempogegenstoß noch das 23:25 markierte. Als aber Fabian Schnorfeil im Gegenzug mit einem Heber zum 23:26 vollstreckte, stand die HSG endgültig als Verlierer fest – Schneiders 24:26 hatte nur noch statistischen Wert.

„Wir haben heute verdient verloren“, sagte HSG-Trainer Micky Reiners später im Foyer der gut besuchten Walram-Halle und stellte unumwunden fest, dass seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel nicht mehr das Niveau des ersten Durchgangs hatte halten können. „Wir haben es nicht geschafft, den Schwung der ersten Halbzeit in die zweite retten zu können.“ Der Hinweis auf angeschlagene Spieler wie Tom Schneider oder Joshua Krechel, die gerade erst von einem grippalen Infekt genesen waren, war eine plausible Erklärung für das Nachlassen in Durchgang zwei.

So geriet die HSG nach Voglers 15:11 zunehmend in Bedrängnis – auch weil der zur Pause eingewechselte TSG-Keeper Kevin Becker seine ganze Klasse aufblitzen ließ und etliche HSG-Versuche parierte. „Er hat heute sicherlich den Unterschied gemacht“, lobte TSG-Trainer Michael Boy seinen Zerberus, der nicht nur in der 41. Minute beim Stand von 16:15 einen Siebenmeter von Fabian Lauber abwehrte. Becker hielt danach auch den Strafwurf von Alexander Brauckmann (45.) und war mit weiteren Glanztaten Wegbereiter für den Sieg der Gäste, die zum 18:18 ausglichen (46./Marcel Ortjohann) und erstmals seit dem 1:3 wieder in Führung gehen konnten – Bielefeld sollte den Vorsprung danach nicht mehr hergeben.

Damit war ein aus HSG-Sicht stark geführter erster Abschnitt verpufft. Die Hausherren hatte in der Tat stark begonnen, angeführt von einem überragenden, den sichtbaren Problemen mit der verletzten linken Schulter trotzenden Marcel Vogler übernahm das Reiners-Team schnell die Regie und schien auf dem besten Weg zu sein, Kurs Richtung Heimsieg aufzunehmen. Zudem schien den Mendenern in die Karten zu spielen, dass Nils Strathmeier nach rüdem Foul an Schneider „rot“ sah (21.). So traf Loos direkt danach von Außen zum 8:7 und ließ per Konter das 9:7 folgen. Als Vogler gegen die starke TSG-Abwehr Durchsetzungsvermögen zeigte und auf 10:7 erhöhte, schien die Partie den erhofften Verlauf zu nehmen.

Leider gab es dann diese zweite Halbzeit, in der die HSG an Torwart Becker verzweifeln sollte und dann in einer torreichen Schlussphase auf die Verliererseite geschubst wurde.