HSG hat sicheren Sieg vor Augen und verteilt dann Gastgeschenke

Trauriger Held im HSG-Team: Rückraumshooter Tom Schneider (beim Wurf) zeigte als zehnmaliger Torschütze eine überragende Leistung, sein Tatendrang wurde in der 54. Minute aber durch die dritte Zeitstrafe jäh gestoppt.
Trauriger Held im HSG-Team: Rückraumshooter Tom Schneider (beim Wurf) zeigte als zehnmaliger Torschütze eine überragende Leistung, sein Tatendrang wurde in der 54. Minute aber durch die dritte Zeitstrafe jäh gestoppt.
Foto: Biene Hagel
Was wir bereits wissen
Handball-Oberligist HSG Menden-Lendringsen hatte bei Spitzenreiter TuS Volmetal den Sieg bereits vor Augen, verlor am Ende aber mit 28:29 (15:15).

Hagen-Dahl..  Handball kann manchmal richtig bitter und schmerzhaft sein. Die HSG Menden-Lendringsen bekam dies am Samstag in brutalster Form zu spüren. Der Oberligist hatte Gastgeber TuS Volmetal über weite Strecken fest im Griff – und verspielte dann doch noch den sicher geglaubten Sieg.

28:29 (15:15) hieß es am Ende aus HSG-Sicht . Ein niederschmetterndes Resultat, das noch lange nachwirken sollte. Spieler, Mannschaftsverantwortliche wie auch die zahlreichen Anhänger schüttelten verständnislos die Köpfe. Die leeren Blicke, die vom tiefen Frust und maßloser Verärgerung geprägten Kommentare sprachen Bände – die zunächst prächtige Stimmung im Gäste-Lager war vollkommen gekippt. Es war bezeichnend, dass Trainer Micky Reiners sogleich die Kabine aufsuchte und sich seine Stellungnahme für den nächsten Tag aufsparte.

„Wir hatten das Spiel schon im Sack, und dann verschenken wir den Sieg“, sagte Reiners. Auch ihn hatte das Geschehen der letzten sieben Minuten arg getroffen, selbst der Abstand von einer Nacht hatte die Katerstimmung nicht vertreiben können. „53 Minuten war’s super, die Jungs haben mit Herz und Verstand gespielt und alles richtig gemacht – das war bravourös“, so Reiners. „Leider setzte dann der Verstand aus.“

Begeisternder Auftritt

Die HSG hatte bis zu dieser so markanten Phase ein komfortables 27:23 vorgelegt, die mitgereisten Fans mit einem bärenstarken und begeisterndem Auftritt in Verzückung versetzt. Menden-Lendringsen beherrschte den zunehmend ratlos wirkenden Favoriten. Und es war angesichts fortlaufender Vier-Tore-Führungen ab Mitte der zweiten Halbzeit nur noch eine Frage der Zeit, wann der Triumph über den Primus feststehen würde.

Als aber zunächst Rechtsaußen Sebastian Loos ‘raus musste (53.) und wenige Augenblicke später auch der bis dahin mit zehn Torerfolgen überragende Tom Schneider die dritte Zeitstrafe kassiert hatte (54.), bekam die HSG-Herrlichkeit deutliche Risse.

Kapitale Fehler

Trotzdem fehlte nur noch ein Tor, das 28:23 hätte die Entscheidung bringen können – gegen Volmetaler, die eigentlich schon am Boden lagen. Aber eben dieser Treffer fiel nicht. Stattdessen leistete sich der sonst so stark aufspielende, aber auch diesmal von Schulterproblemen geplagte Marcel Vogler in Unterzahl zwei kapitale Fehler, als er mit langen Pässen Tempogegenstöße einleiten wollte, anstatt Ruhe und Besonnenheit walten zu lassen. Reiners: „Wir hätten den Sack zumachen können, stattdessen werfen wir zwei Mal den Ball weg.“

Volmetal nahm diese Geschenke dankend an, drehte das Match mit zwei Siebenmetern und einer Konterserie auf 28:27 (56.). Und versetzte den Gästen, die nach der Fahrkarte von Linksaußen Thorben Lommel und dem nicht gewerteten Kreistor von Ansgar Heunemann (jeweils 58.) in der letzen Spielminute noch einmal durch Fabian Lauber ausgleichen konnten, den Knockout – eine Sekunde vor Schluss sorgte Niklas Polakovs mit seinem elften Treffer für unbändigen Jubel beim TuS Volmetal – und für tiefen Frust bei den Gästen.