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Handball-Oberliga

HSG bleibt besonnen im heißen Derby

12.02.2012 | 23:09 Uhr
HSG bleibt besonnen im heißen Derby
Geschafft! Ansgar Heunemann (Nr. 13) und Bogdan Wittke gratulierten sich zum Sieg. Zu den auffälligsten HSG-Akteuren gehörte auch der sechsmalige Torschütze Sebastian Loos (im Hintergrund). WP-Foto: Julian Gebhardt

Menden.Wenn sich die Gespräche nach der Schlusssirene mehr mit den Schiedsrichtern als mit dem soeben beendeten Spiel befassen, dann muss Außergewöhnliches passiert sein. Zumindest aber wurde der HSG Menden-Lendringsen die Siegesfreude reichlich verdorben.

In der Tat avancierte das Gespann de Stefano/Rosenkranz aus Dortmund zum Hauptdarsteller eines Kreisderbys in der Handball-Oberliga, das sowohl Akteure sowie Anhang der Gastgeber als auch die SG Schalkmühle-Halver und deren Gefolgschaft auf die Palme brachten. Dass die HSG am Ende mit 33:30 (19:15) die Nase vorn hatte, war offenbar nur noch eine Nebensache.

„Es war eine Frechheit, wie mit Schalksmühle umgegangen worden ist“, zürnte Gastgeber-Coach Björn Wißuwa beim anschließenden Trainergespräch. Auch Kollege Mathias Grasediek schüttelte den Kopf. „Wenn über diese Beiden so geredet wird, dann haben sie gewiss nicht alles richtig gemacht“, sagte der „Mann an der SG-Bande“, der sich nicht nur über die kleinliche wie selbstherrliche Spielleitung beklagte, sondern zudem zum Leidtragenden wurde, als er zehn Sekunden vor Schluss per roter Karte auf die Tribüne geschickt wurde – Grasediek hatte eine Zeitstrafe gegen Dennis Hermanns mit beifallendem Klatschen kommentiert. Dass zudem Schalksmühles aufgebrachter Torwart Damian Bungart „rot“ sah – nach Spielschluss – war dann auch für die nicht minder bedienten Hausherren zu viel des Guten.

„Wir hatten uns nicht nur auf Schalksmühle, sondern auch auf diese Schiris vorbereitet – wir wussten, was passieren würde“, nickte Wißuwa zufrieden, weil die „Mundhalte-Taktik“ letzten Endes von Erfolg gekrönt war. „Das hat wohl den Ausschlag gegeben.“ Und so war die Art und Weise, wie die HSG mit den Entscheidungen der Referees verarbeitet hatte, ein Mosaiksteinchen des Sieges. Andererseits wussten die Hausherren auch spielerisch zu gefallen. „Wir haben zum ersten Mal in dieser Saison eine 6:0-Deckung gespielt – das hat gut geklappt“, lobte Wißuwa. Und er freute sich, dass seinem Team ein glänzender Start gelungen war. Hohes Tempo, fast kein Fehlwurf – Menden-Lendringsen führte schnell mit 8:3 (6.) und sollte fortan von diesem Vorsprung leben.

Die Gäste fanden erst danach ins Spiel, profitierten bei ihrer Aufholjagd sicherlich auch von den sich nun häufenden Entscheidungen gegen die HSG, denen viele Aktionen abgepfiffen wurden – auch wegen vermeintlicher Schrittfehler. Schalksmühle-Halver kämpfte sich heran, schaffte nach immer knapper werdenden Zwischenständen durch Valdis Gutmanis erstmals den Ausgleich (24:24/43.) und ging durch den groß gewachsenen Litauer sogar in Führung (25:26/45.).

Als dann Christian Feldmann per Siebenmeter auch noch zum 25:27 (48.) traf, schien das HSG-Gerüst zu kippen. Aller es fiel nicht. Erstens, weil Menden-Lendringsen sich nie aufgab. Zweitens, weil Stefan Vogel im HSG-Kasten unglaubliche Reflexe zeigte. Und drittens, weil Tobias Genau mit dem 29:28 (53.) das besser machte, war Alexander Müller (49.) und auch Marcel Vogler (52.) zuvor bei ihren Fahrkarten vom Strafwurfstrich nicht gelungen war.

Die Entscheidung pro HSG fiel jedoch erst in den letzten Augenblicken. So traf Genau erneut per Siebenmeter zum 32:30 (60.), ehe Christian Thiele Sekunden vor Schluss zum Sieg vollendete.

Die Gäste waren zu jenem Zeitpunkt nicht mehr komplett – wie geschildert, war nach der Zeitstrafe gegen Hermann auch für Trainer Grasediek vorzeitig Feierabend.

Eberhard Tripp

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