Hardenack macht Tempo und gewinnt
08.08.2010 | 20:12 Uhr 2010-08-08T20:12:00+0200
Menden. Fank Hardenack hatte es sehr eilig. Der Gewinner des diesjährigen Josef-Kaderhandt-Waldlaufs des Marathon-Clubs Menden blickte nach seiner Zielankunft kurz zurück, besorgte sich ein kühles Getränk und suchte ein schattiges Plätzchen.
Einige Minuten später kehrte der 34-Jährige in den Zielbereich zurück und gratulierte Frank Niemietz zu einer starken Leistung nach 20 überaus strapaziösen Kilometern durch die Waldemei. Der völlig erschöpfte MCM-Athlet hatte alles gegeben, doch am Ende fehlten ihm 18 Sekunden. „Er hat mir lange das Leben schwer gemacht“, sagte Hardenack, der die 26. Auflage der Traditionsveranstaltung nach 1:19:02 Stunden für sich entscheiden konnte, und erzählte, dass „ich mich erst auf dem letzten Stück“ entscheidend lösen konnte. „Das war am letzten Berg. Als es dann hinunter ging, war Frank zu schnell“, schilderte Niemietz jene Momente, in denen er den direkten Kontakt zum späteren Sieger abreißen lassen musste.
Dass Hardenack nach 20 Kilometern relativ frisch wirkte, hatte Gründe. Und die sind in der Tatsache zu finden, dass der Neuenkleusheimer normalerweise auf viel längeren Strecken zu Hause ist. „Ich laufe sonst Ultra-Distanzen, aber das hier in Menden ist keineswegs eine Kleinigkeit“, lobte der Sieger Veranstalter und Laufkurs.
Hardenack hatte sich übrigens kurzfristig zur Teilnahme entschlossen. Direkt nach Feierabend fuhr der CNC-Fräser nach Menden und meldete sich eine gute halbe Stunde vor dem Start für den „Zwanziger“ an. Für andere Protagonisten gehört der MCM-Waldlauf indes zum Pflichtprogramm. „Ich bin hier schon einige Male gelaufen, ich kenne diese Strecke sehr gut“, sagte Thomas Toepper (LGO Bochum), der nach 1:20:26 Stunden als Drittplatzierter die Ziellinie auf dem Gisbert-Kranz-Sportplatz überquerte. Der 47-Jährige gehörte wie Hardenack und Niemietz zu jener Spitzengruppe, die sich recht früh vom Hauptfeld absetzen konnte und bis zu eben jener Phase zusammenblieb, als die diesjährige Auflage entschieden wurde. Toepper konnten denn auch gegenüber MCM-Talent Max Meier (Platz vier/1:20:54) seine Erfahrung ausspielen.
Für Birgit Schönherr-Hölscher war es indes eine besondere Herausforderung, in Menden an den Start zu gehen. „Ich hatte einfach Bock auf den Wald“, sagte die Wittenerin, die den MCM-Waldlauf einer großen Laufveranstaltung in Dortmund vorgezogen hatte und in der Waldemei das wiederholte, was ihr bereits Anfang Juni beim Menden-Marathon gelungen war. Die 42-jährige Triathletin setzte sich auch diesmal als Gewinnerin der Frauenwertung durch und benötigte dafür 1:24:13 Stunden. Zweite wurde Laura Gusik (LG Menden/1:32:00) vor MCM-Athletin Anja Quincke (1:33:00).
Unter den 145 Zielankömmlingen (155 Teilnehmer waren am Start) gab es auch eine Gruppe aus Frankreich. Das vierköpfige Team des Vereins RAC-Ronchin Athletic Club um die gebürtige Mendenerin Edeltraud Schlüter-Salomé, die es vor einigen Jahren in die Nähe von Lestrem verschlagen hat, fühlte sich in der Hönnestadt sichtlich wohl.
Und dann gab es jenen Protagonisten, der noch keinen der bislang 26 MCM-Waldläufe verpasst hat. Michael Großmann-Wedegärtner vom TV Steinheim ging auch diesmal in der Waldemei an den Start und beendete die 20 Kilometer auf Position 141. „Für mich zählt allein der olympische Gedanke“, machte der Ostwestfale deutlich, dass die erzielte Zeit (2:23:44) eher zweitrangig sei. „1988 bin ich hier eine 1:28 gelaufen – aber das ist lange her“, lachte Großmann-Wedegärtner, der am Sonntag seinen 58. Geburtstag feierte und bei dieser Gelegenheit sicherlich schon an den MCM-Waldlauf im nächsten Jahr dachte.
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