Gedankenschneller Lommel rettet Serie

Sechs Treffer vom Kreis: Ansgar Heunemann gehörte in Versmold zu den erfolgreichsten HSG-Akteuren.
Sechs Treffer vom Kreis: Ansgar Heunemann gehörte in Versmold zu den erfolgreichsten HSG-Akteuren.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Sie entwickeln sich zu den Remis-Königen der Liga. Die Oberliga-Handballer der HSG Menden-Lendringsen erreichten am Samstag zum Abschluss der Hinrunde beim Aufsteiger Sportfreunde Loxten nur ein 32:32 (17:19)-Unentschieden.

Menden..  Es war die vierte Punkteteilung in den zurückliegenden fünf Begegnungen, die sechste in der laufenden Saison insgesamt. Aber Trainer Micky Reiners wollte nach der Partie in Versmold nicht groß meckern. „Wir haben während der gesamten 60 Minuten nie geführt, waren auch nicht die bessere Mannschaft – daher müssen wir mit diesem Ergebnis zufrieden sein“, resümierte der HSG-Coach.

Vor großer Kulisse – über 500 Zuschauer sorgten in der Sparkassen-Arena für eine prächtige Stimmung – fanden die Mendener in der ersten Halbzeit in der Deckung nie richtig ins Spiel. „Wir hatten keinen Zugriff im Tor, wir hatten keinen Zugriff in der Abwehr und haben es Loxten deshalb sehr leicht gemacht“, machte Micky Reiners die Probleme in der Defensive deutlich.

Die Gastgeber konnten sich auf ihren „Star“ Elvir Selmanovic (11/6) verlassen. Der Serbe führte klug Regie, traf entweder selbst oder brachte seine Nebenleute immer wieder in beste Wurfpositionen – vor allem Kreisläufer Jan Patzelt, der insgesamt achtmal traf.

Nach 13 Minuten führte Loxten mit 9:6, erst danach setzten die Mendener endlich erste Akzente. Vom 11:11 (19.) bis zum 15:15 (26.) blieb die Partie ausgeglichen, ehe die Ostwestfalen aufgrund Mendener Nachlässigkeiten wieder wegzogen.

Nach der Pause nahm Spielmacher Marcel Vogler, dem schon seit Wochen eine Schulterverletzung zu schaffen macht, das HSG-Spiel in die Hand. Er mit zwei Treffern und Joshua Krechel schafften den 20:20-Gelcistand (35.).

Führung will nicht gelingen

Aber eine Führung wollte den Gäste nicht gelingen. „Im Angriff hatten wir zwar eine gute Effektivität, aber wir waren manchmal zu ungeduldig und nicht konsequent genug“, so Micky Reiners. Und in der Abwehr, die nun auf ein offensive 1:5 umgestellt war, konnte man die Kreisanspiele nicht immer verhindern. Reiners: „Wir sind oft zu sehr auf Selmanovic gestürmt und der hat das klug ausgenutzt.“

Zudem hatte Marcel Vogler Pech mit Pfosten- und Lattentreffern, so dass Loxten Mitte der zweiten Halbzeit wieder drei Tore (24:21, 27:24) vorlegte, ehe sich die Partie in der Schlussphase zu einem Krimi entwickelte. Sebastian Loos schaffte nicht nur den 30:29-Anschluss (55.), sondern auch den 31:31-Ausgleich (57.).

Und die letzten Minuten wurden richtig dramatisch. Loxtens Führung beantwortete Marcel Vogler per Siebenmeter mit dem Ausgleich (59.), dann besaß die HSG sogar noch die Siegchance, aber nicht die Kaltschnäuzigkeit für einen eiskalten Abschluss. „Wir haben die falsche Entscheidung getroffen, weil Zeitspiel angezeigt war“, berichtete Micky Reiners.

Stattdessen fing Loxten den Ball ab und hätte fast noch den Siegtreffer erzielt. Aber Kapitän Thorben Lommel war blitzschnell zurückgelaufen und konnte einen Loxtener Spieler erfolgreich am Torwurf hindern. Der finale Freiwurf von Selmanovic verpuffte in der HSG-Abwehrmauer.

HSG Menden-Lendringsen: Weber, Witt; Lommel (4), Schneider (2), Mrcela (2), Vogler (7/3), Krechel (2), Lauber (4), Loos (5), Brauckmann, Heunemann (6), Jost.