Droste: „Schlussspurt ist wichtiges Signal“

Packende Duelle im Mittelfeld: GWM-Akteur Frederico Lo Bianco (Bildmitte) und Hüingsens Spielmacher Volkan Bodur.
Packende Duelle im Mittelfeld: GWM-Akteur Frederico Lo Bianco (Bildmitte) und Hüingsens Spielmacher Volkan Bodur.
Foto: Tobias Schad

Menden..  Manchmal reicht schon ein Satz aus, um einen Ist-Zustand konkret zu beschreiben. „Man hat am Jubel nach dem späten Siegtor gesehen, unter welchem Druck Hüingsen offenbar steht“, kommentierte ein Zuschauer am Sonntagabend den 3:2 (1:2)-Derbysieg der Droste-Kicker über GW Menden. Es war in der Tat erstaunlich, wie ausgelassen man beim Fußball-A-Ligisten im Ohl den Derbysieg in letzter Minute feierte.

Nur für einen war es schlichtweg normal, und das war der Trainer des Tabellenführers. „Solche Spiele mit so einem späten positiven Ausgang sind in einer Saison ganz wichtig, denn das gibt uns einen großen Schub Moral“, bilanzierte Mario Droste nach intensiven 95 Minuten. Daran hatte sein Team indes nur in der letzten halben Stunde einen Anteil, denn bis dahin hatte man kaum Zugriff auf den Gegner aus dem Mendener Norden. „Wir hatten zunächst viele Fehler im Aufbau“, so Droste.

Sein Kollege Andreas Bücker war mit der Vorstellung seines Teams über eine Stunde lang mehr als einverstanden. Auch weil man das Hüingser Spiel im Vorfeld offenbar gut entschlüsselt hatte. So liefen Igor Markus und Sascha Barnefske immer wieder geschickt Innenverteidiger Eckert an, um Flugbälle in die Tiefe zu unterbinden.

Sturmspitzen nahezu abgedeckt

Dies führte letztlich dazu, dass die Sturmspitzen Gries und René Weißbach von der Ballversorgung nahezu abgeschnitten waren. Und da Regisseur Volkan Bodur sich zu häufig in Dribblings verstrickte, die das Spiel langsam machten, hatten es Dennis Meinhold und Co. leicht, Passfenster zu schließen. Diese fanden die Gäste deutlich häufiger, weil man nach Ballgewinn stets den Pass Richtung Spitze suchte. Doch verpasste Grün-Weiß vor der Pause den möglichen dritten Treffer. „Weil wir es teilweise zu kompliziert gespielt haben“, resümierte Bücker nach Spielschluss.

Sehr kompliziert machte sich seinen Job auch Referee Poppe, der es im ersten Durchgang versäumte, aufkommende Härten per Karten frühzeitig zu unterbinden. So kam der oftmals enorm impulsive Sascha Barnefske ebenso ohne Verwarnung davon wie sein Teamkollege Markus Ebauer nach hartem Einsteigen gegen Alex Gierke.

Hektik von der Hüingser Bank

Die Quittung gab es in der zweiten Hälfte. „Da ist von Hüingser Seite unnötig viel Hektik hineingebracht worden“, monierte Andreas Bücker das ständige Lamentieren und Aufspringen nach fast jedem Körperkontakt. Auch dies hätte der Unparteiische viel früher sanktionieren müssen, blieb aber bei seinem Prinzip der „langen Leine“.

Dass sich die Partie schließlich zugunsten des Favoriten drehte, lag auch an der passiven Spielweise der Gäste in der letzten halben Stunde. „Wir haben zu tief gestanden und sind nicht mehr konsequent nachgerückt“, so Bücker. Dies nutzte Hüingsen letztlich aus. „Wir konnten hinten heraus noch Druck aufbauen, Grün-Weiß hingegen nicht mehr“, lobte Mario Droste.

Der SFH-Coach lag zudem mit der Einwechslung von Ali Ceylan richtig, denn der sorgte auf dem rechten Flügel für mächtig Alarm und markierte nicht von ungefähr in der Nachspielzeit das Siegtor. Auch Urbans Hereinnahme machte sich bezahlt, der technisch beschlagene Kicker bereitete mit seinem Pass das 2:2 durch Markovic vor.

GWM-Beiträge zum Ortsduell

Überhaupt war der Schlussspurt seiner Elf für Mario Droste ein enorm wichtiges Signal. „Die Mannschaft wollte das Spiel umbiegen, das hat mir gut gefallen. Wir werden jetzt aber sehen, wie sie mit dieser Euphorie umgeht“, so der Coach vor den Spielen gegen die Teams aus der Liga-Grauzone wie FC Iserlohn II (Montagabend) danach oder gegen die Sportfreunde Sümmern.

Auf der anderen Seite stellte man sich am Sonntag die Frage, warum GW Menden scheinbar nur in bestimmten Spielen wirklich komplett an seine Grenzen geht. Damit wollte sich Andreas Bücker indes nicht lange beschäftigen. „Wir wollten unseren Teil zu einem attraktiven Derby beitragen, das ist uns gelungen. Ein Remis hätten wir allemal verdient gehabt“, sagte der GWM-Trainer.

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