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BSV-Trainer Elbracht: „Wir nehmen Favoritenrolle gern an“

18.08.2012 | 09:00 Uhr
BSV-Trainer Elbracht: „Wir nehmen Favoritenrolle gern an“
Geballte Fußball-Kompetenz: Giuseppe Centorrino (Bildmitte) hatte den sportlichen Leiter Marco Kemper (links) und BSV-Trainer Mark Elbracht zum WP-Saisongespräch in die Pizzeria La Bussola eingeladen.Foto: Alex Bonsendorf

Menden. Wenn in diesen Tagen bei den Vereinen in der Fußball-Bezirksliga 7 die Favoritenfrage gestellt wird, fällt immer wieder der Name des BSV Menden. Die Klubs in der neuen sportlichen Heimat der Rot-Weißen haben eine sehr hohe Meinung von den heimischen Balltretern.

„Das ist eine sehr harte Nuss. Dass der BSV praktisch den gleichen Kader wie in der Landesliga hat, sagt doch alles“, formuliert zum Beispiel Michael Scheffler, Trainer vom Mendener Auftaktgegner TuS Lohauserholz, die allgemeine Wertschätzung und den Respekt vor den Hönnestädtern. Wie hoch dies tatsächlich ist, wird der Saisonstart an diesem Sonntag im Mendener Huckenohl-Stadion zeigen – der Anstoß erfolgt um 15 Uhr, das BSV-Bemühen um eine Verlegung auf 18 Uhr wegen der großen Hitze war nicht von Erfolg gekrönt.

Die WP-Sportredaktion traf sich mit BSV-Trainer Mark Elbracht und dem sportlichen Leiter Marco Kemper auf Einladung der Pizzeria La Bussola zum Gespräch über den Abstieg, die Favoritenrolle, die Trainerarbeit und den BSV Menden im Allgemeinen.

Wie sehen Sie die Favoritenrolle in der Bezirksliga?

Mark Elbracht: Wir werden uns gegen diese Rolle nicht wehren und sie annehmen. Aber bei uns wird keiner glauben, dass es das schon war. Denn letztlich ist es eine Frage des Kopfes – Jedem muss klar sein, dass wir noch nichts erreicht haben. Wir haben unsere ersten Gegner, Lohauserholz und Herringen, beobachtet. Das wird jedes Mal ein ganz hartes Stück Arbeit.

Es sei noch einmal der Blick in den Rückspiegel erlaubt. War der Abstieg aus der Landesliga wirklich vermeidbar oder nur die logische Konsequenz einer langjährigen Entwicklung?

Marco Kemper: Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass der Abstieg noch vermeidbar war. Bis zum Heimspiel gegen die SG Hemer (0:1) hatten wir alle Chancen. Das Ende ist bekannt ...

Mark Elbracht: Es ist Quatsch, dass dieser Abstieg die logische Konsequenz war. Wir waren doch bis fünf Spieltage vor Schluss gut im Rennen. In den letzten Spielen war die Mannschaft vom Kopf her verkrampft. Da habe auch ich versagt – denn mir ist es da nicht gelungen, der Mannschaft zu helfen.

Ist die heutige Spielergeneration wirklich eine andere als die von vor einigen Jahren?

Mark Elbracht: Die Zeit ist schnelllebiger geworden. Die Spieler sind heute schneller unzufrieden. Es ist nun mal der Trend der Zeit, damit muss man halt klar kommen. Beim BSV muss man aber darauf achten, dass die alte Mendener Gemütlichkeit nicht einreißt. Das heißt, dass alle auch vom Kopf her die nötige Einstellung mitbringen müssen. In meinen ersten Monaten in Menden hatten wir da schon mal das eine oder andere Problem. Aber ich denke, auch in der heutigen Zeit gibt es im Fußball noch Freundschaften.

Marco Kemper: Ich glaube, wir beide sind da das beste Beispiel. Wir kennen uns aus der gemeinsamen Zeit beim TuS Iserlohn und haben immer Kontakt zu einander gehalten. Da hat sich eine Freundschaft entwickelt. Mit der heutigen Spielergeneration ist das schon nicht einfach. Ich erwische mich immer wieder dabei, wie ich versuche, mich in die Spieler hineinzudenken. Meine Zeit ist ja noch nicht so lange her.

Es gibt Stimmen, die dem BSV vorwerfen, dass man in den vergangenen Jahren den sportlichen Bereich vernachlässigt habe ...

Mark Elbracht: Das sehe ich nicht so. Von der gesamten Anlage her nimmt der BSV überregional eine herausragende Stellung ein. Ich freue mich jeden Tag darauf, wenn ich nach Menden fahre. Die Leute sind mit sehr viel Herzblut dabei. Schade ist nur, dass die sportlichen Ergebnisse nicht stimmten. Aber wir können das jetzt korrigieren.

Marco Kemper: Ich bin der Meinung, dass der Verein in den vergangenen Jahren das Richtige getan hat. Die Zusammenführung von Jugend und Senioren im Huckenohl war richtig. Der Kunstrasenplatz war notwendig, das neue Vereinsheim ist das I-Tüpfelchen. Diese Anlage sucht ihresgleichen. Jetzt müssen wir sportlich nachlegen. Aber da sehe ich die erste Mannschaft und auch die Reserve richtig aufgestellt.

Welche Schlagzeile möchten Sie am Ende dieser Saison gern lesen?

Mark Elbracht: Die BSV-Spieler haben gezeigt, wie stark sie sind, wenn sie nur wollen!

Marco Kemper: Glückwunsch, BSV Menden.

Mark Elbracht und Marco Kemper vervollständigten zum Abschluss des WP-Gesprächs die folgenden Sätze:

Die neue Fußball-Saison wird legendär, weil ...

Mark Elbracht: ...diese Spielzeit mit einer legendären Frage beginnt.

Marco Kemper: ...weil wir unseren Kritikern beweisen werden, dass wir mehr Tore schießen können als zuletzt.

An die alte Saison werde ich mich noch lange erinnern, weil ...

Mark Elbracht: ...sie für mich der Einstieg beim BSV Menden war.

Marco Kemper: ...es meine erste Saison als sportlicher Leiter war und die gleich mit dem Abstieg endete.

Drei Wünsche für die neue Saison ...

Mark Elbracht: ...den Aufstieg, keine Niederlagen und dass der BSV im Lotto gewinnt.

Marco Kemper: ...dass Ruhe eingekehrt, der sportliche Erfolg und dass es eine Spielzeit ohne Sorgen wird.

Unser aktuelles Trikot ist....

Mark Elbracht: ...titelreif!

Marco Kemper: ...das Schönste, was der BSV je gesehen hat.

Burkhard Granseier



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