BSV Menden scheitert an Abschlussschwäche

Dröschede..  Auf dieses Ritual würde Sven Nieder gerne verzichten. Gestern durfte sich der Trainer des Fußball-Landesligisten BSV Menden nach der 1:3 (0:1)-Niederlage bei Borussia Dröschede lobende Worte von Ramazan Ceylan über sein Team anhören. Eine vielleicht nett gemeinte Geste – aber Punkte wären den Rot-Weißen lieber gewesen.

„So langsam sollten wir auch mal auswärts etwas Zählbares mitnehmen. Die freundlichen Worte bringen uns nicht weiter. Jetzt müssen wir daheim wieder etwas holen“, konnte Sven Nieder seinen Frust über das Ergebnis nicht verbergen.

Die Ursache für die erneute Auswärtspleite hatte der BSV-Coach schnell ausgemacht: „Wir sind selbst schuld. Denn nach zehn Minuten hätten wir mindestens 1:0, wenn nicht sogar 2:0 führen müssen.“ Nieder sah in der Anfangsphase die entscheidende Phase für die Partie.

So gab es bereits in der achten Minute einen Foulelfmeter für den BSV. Dröschedes Eick hatte den unglaublich agilen Jan Kießler im Strafraum von den Beinen geholt, aber Marcel Hoffmann scheiterte mit einem schlecht platzierten Strafstoß an Borussen-Keeper Schmahl.

Die Hausherren waren vom frechen Auftreten des BSV sichtlich überrascht. Gerade die Youngster um Jan und Tim Kießler machten offensiv mächtig viel Wirbel. Jan Kießler hatte dann praktisch im Minutentakt noch zwei gute Möglichkeiten auf den Fuß (10./11.), doch der Ball wollte einfach nichts im Kasten Tor der Hausherren landen. „Irgendein Fuß war immer dazwischen“, mochte Nieder das fehlende Glück im Abschluss nicht fassen.

Die Gastgeber machten es besser und zeigten deutlich, dass sie in der Tabelle zu Recht den oberen Region angehören. So Serkan Gündüz drang über die rechte Mendener Seite in den BSV-Strafraum, schlug dort einige Haken – und traf dann in die kurze Torwartecke zur 1:0-Führungstreffer (18.). Nicht nur bei dieser Aktion verhielten sich die heimischen Balltreter bei ihren Defensivbemühungen etwas zu naiv. Dröschede bemühte sich danach, das Ergebnis in die Höhe zu treiben. Doch Dennis Kluy war gegen den flinken Et auf der Höhe (24./35.).

Andererseits zeigte sich Menden keinesfalls geschockt und bemühte sich um eine Resultatsverbesserung. Der knappe 0:1-Pausenrückstand ließ noch alle Möglichkeiten offen. Und so spielten die Rot-Weißen auch nach dem Seitenwechsel munter mit. Angetrieben vom überragenden Marcel Dickehut suchte man das Dröscheder Tor.

Wenn da nicht die Naivität in der eigenen Deckung gewesen wäre. So übersah man den auf der rechten Seite völlig freistehenden Güzütok, dessen Flanke drückte Et zum 2:0 über die Linie (61.). Die Entscheidung war damit allerdings noch nicht gefallen. Stattdessen liefen fast alle BSV-Angriffe über Marcel Dickehut. Ein Zuspiel verwertete Marcel Hoffmann dann zum Anschlusstreffer (74.).

Doch das sollte es für den BSV gewesen sein. Denn der dritte Aussetzer bescherte den Gastgebern das 3:1 (81.). Menden lag nun am Boden, und Wolfgang Leipertz verlor die Nerven (87.) – nach einem Foul sah er die gelb-rote Karte und fehlt damit am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen Hohenlimburg.