Äußerste Konzentration und höchste Präzision

Erfolgreich und voller Tatendrang: Die Bossel-Mannschaften der BSG Menden beeindruckten beim eigenen Turnier mit etlichen Punktgewinnen. Die Erstvertretung behauptete am Samstag sogar Platz eins in der Abschlusstabelle.
Erfolgreich und voller Tatendrang: Die Bossel-Mannschaften der BSG Menden beeindruckten beim eigenen Turnier mit etlichen Punktgewinnen. Die Erstvertretung behauptete am Samstag sogar Platz eins in der Abschlusstabelle.
Foto: WP

Menden..  Wer die Bossel-Mannschaften der BSG Menden besuchen möchte, steht zunächst einmal vor verschlossenen Türen. Aber ein paar Mal klopfen genügt, und schon wird Einlass in die Turnhalle der Josefschule Lendringsen gewährt.

Drinnen herrscht reges Treiben, und etliche Protagonisten im fortgeschrittenen Alter signalisieren, dass hier gerade ein Wettkampf läuft. Deshalb sei es ratsam, sich unauffällig zu verhalten und das laufende Turniergeschehen nicht zu stören. Der energische Hinweis um Ruhe bleibt zwar aus, aber die angespannten Gesichter vermitteln ein hohes Maß an Konzentration. Das ist halt auch nötig, wenn man ein erfolgreicher Bosselspieler sein möchte.

Also nimmt der Chronist in einer neutrale Ecke Platz und beobachtet das Geschehen auf den drei Bahnen, in denen jeweils ein roter Klotz getroffen werden muss.

„Das ist kein Klotz, sondern eine Daube“, lautet ein freundlicher Hinweis. Und das Gerät, das möglichst nah an eben jene Daube herangebracht werden muss, ist eine Bossel – daher auch der Name dieser reizvollen Sportart. Deren Bodenscheibe hat einen Bürstenbesatz, die Bossel ist zudem von einem stoßdämpfenden Gummiring umschlossen.

Bei einem Wettkampf treten stets zwei Viererteams gegen einander an. Die Aktiven haben dabei pro Spiel drei Versuche, um das rund 4650 Gramm schwere Gerät ins Ziel zu bringen und können diese aus 16 oder weniger Metern durchführen. „Es wird unterschieden. Nach Männern und Frauen – und nach Schadensklassen“, erklärt Otto Sydow, Übungsleiter bei der BSG Menden. „Frauen spielen ab 14 Metern, laut neuer Regelung dürfen auch Männer ab 75 Jahren darauf reduzieren – Frauen über 75 werfen von der 13-Meter-Linie aus ab.“

Sydow selbst ist 79. Er erwähnt, dass er den Posten des Übungsleiters zwar mit großer Freude ausüben würde, diesen aber auch gern mal abgeben möchte. „Schließlich werde ich bald 80“, lässt er durchblicken, dass er die Nachfolgersuche bereits gestartet habe. „Mal schau’n, wer sich finden lässt ...“

Vertrauen in gute Mitspieler

Dem Wettkampf stellt er sich diesmal jedoch nicht. „Das sollen mal die anderen machen, die können alle viele Punkte holen“, sagt der rüstige Mendener und zeigt auf, dass die Mendener Damen sogar in der Landesliga aktiv sind. „Das ist in NRW die höchste Klasse, da wollen wir mit unseren Männern ebenfalls hin“, so Otto Sydow, der aber als Turnierleiter mit „Prokollar“ Franz-Josef Kaiser die Fäden zieht und später in gemütlicher Runde die Übergabe der Urkunden und des Pokals für das beste Team vornimmt.

Sieger des Einladungsturniers wurde die Mendener Erstvertretung, die mit makellosen 14:0 Punkten die Abschlusstabelle anführte. Die BSG-Zweite indes musste sich mit Platz sieben (2:12) begnügen.

Die Abschlusstabelle

1. BSG Menden I 156:128 14:0
2. BSG Iserlohn 144:131 10:4
3. VSG Plettenberg 136:139 9:5
4. BSG Lüdensch. II 138:130 9:5 (hier galt der direkte Vergleich)
5. Lüdenscheid I 137:134 7:7
6. BSG Hemer 137:139 5:9
7. BSG Menden II 123:139 2:12
8. BSG Oberbrügge 131:146 1:13

Die heimischen Mannschaften

BSG Menden I: Renate Albracht, Erika Ramachers, Anita Rosenfeld, Karl-Heinz König.
BSG Menden II: August Hennemuth, Kurt Käseberg, Peter Langenhahn, Werner Albracht.
Für die wie gewohnt vorbildliche Verpflegung der Teilnehmer während einer Turnierpause mit Kaffee, Kuchen und Schnittchen sowie beim abendlichen Beisammensein zeichnete die so genannte „Küchenmannschaft“ der BSG mit Hildegard Sydow, Annemarie Schieferdecker, Rita Kannengießer und Inge Hennemuth verantwortlich.