21:18! TVS-Abwehrbollwerk macht die Landesliga wieder spannend

Nicht zu bremsen: Nico Löbbecke (hier gegen die Halinger Robert Ammelt und Felix Zenka) war mit sechs Treffern bester Schwittener Torschütze.
Nicht zu bremsen: Nico Löbbecke (hier gegen die Halinger Robert Ammelt und Felix Zenka) war mit sechs Treffern bester Schwittener Torschütze.
Foto: Tobias Schad
Was wir bereits wissen
Wie schlägt man einen Tabellenführer? Man nehme eine taktisch variable Deckung gepaart mit einem starken Keeper und viel Leidenschaft! Dank dieser Zutaten machte der TV Menden-Schwitten das Aufstiegsrennen in der Handball-Landesliga 4 gestern Abend wieder spannend.

Schwitten..  Im prestigeträchtigen Derby gewann man vor einer imposanten Kulisse mit 800 Zuschauern verdient mit 21:18 (7:7) gegen Primus TV Halingen, dessen Nervenkostüm von nun an auf dem Prüfstand steht.

„Es war ein toller Abend für unseren Klub“, jubelte Spielertrainer Tihomir Knez nach der Schlusssirene, die im Jubel der Schwittener Anhänger unterging. Dies war auch der Tatsache geschuldet, dass der Gast aus Halingen nur zu Beginn wie ein Tabellenführer auftrat.

Mit guter Deckung und effektivem Angriffsspiel dominierte die Gutzeit-Sieben trotz der frühen Verletzung von Halingens Leitwolf Roman Warland (Fingerbruch) zunächst deutlich. Das 1:4 durch den bärenstarken Robert Ammelt ließ viele TVS-Anhänger zunächst verstummen (13.). Nach Felix Zenkas 2:6 schien die Spannung frühzeitig ‘raus, aber die anschließende Auszeit nutzte Schwitten zur Neujustierung (18.).

„Wir haben danach nicht mehr ins Spiel gefunden“, merkte eine geknickter Halinger Trainer Christoph Gutzeit an. Wer sich aber nun fand, waren die Gastgeber – und wie! Binnen fünf Minuten sorgte eine 4:0-Serie für den Ausgleich (6:6/23.). Bis zur Pause ließ Schwitten nur noch einen Gegentreffer zu, auch weil Kevin Peichert glänzend hielt und Oliver Kampmeier gemeinsam mit Mirku Pasche im Innenblock „einen Riesenjob machte“ (Knez).

Auch nach der Pause wirkte Schwitten abgeklärter, während Halingen ohne Warland offensiv fast jegliches Überraschungsmoment abging. Als Peichert gegen Zenka klasse hielt und Knez auf 11:9 stellte, pumpte das noch mehr Adrenalin in die Schwittener Blutbahnen (41.).

Halingen blieb nur deshalb im Spiel, weil Keeper Benny Swiecz-nik gegen Daniel Meisterjahn beim Stand von 13:11 überragend parierte. Der Halinger Keeper war neben Ammelt der einzige Akteur, der meisterlich agierte. Selbst Ammelts toller Dreher zum 15:14 rüttelte Halingen nicht wach (49.).

Uninspiriert fuhr man weiter ineffektive Angriffe, die meistens in der Schwittener Deckung endeten. Als der agile Tobias Birk das 17:14 markierte, schwammen den Gästen die Felle langsam davon (52.). „Unser Rückraum war nicht so präsent wie sonst“, sagte Christoph Gutzeit.

Und Schwitten? Die schwebten emotional nun auf Wolke sieben und das ließ sich besonders an Nico Löbbecke festmachen. Es war beeindruckend, wie er seine starke Einzelaktion zum 18:15 abschloss (55.).

Und dann gab es ja noch „Altmeister“ Tihomir Knez. Nach Peicherts Siebenmeterparade gegen Dennis Bichmann, tankte sich der 37-jährige unwiderstehlich durch und machte mit dem 20:17 den Deckel drauf (58.). „Was die Jungs heute abgeliefert haben, war der Wahnsinn“, freute sich Knez.

Recht hatte er!

TV Menden-Schwitten: Peichert; Sven Becker (2), Knez (4), Torsten Becker (1/1), Pasche, Poth, Oliver Kampmeier, Meisterjahn (2), Birk (6), Löbbecke (6), Scheiing.

TV Halingen: Swiecznik, Hachmann; Schwarz, Robert Ammelt (9), Jurek (1), Warland (2/1), Strotkötter, Dodt, Hennemann, Zenka (1/1) Dennis Bichmann (5), Selle, Diederich.

Schiedsrichter: Risse/Seier (Iserlohn/Hemer). - Siebenmeter: TVS 2/1, TVH 3/2. - Zeitstrafen: fünf gegen Schwitten, vier gegen Halingen. - Rote Karte: Pasche (TVS) nach der dritten Zeitstrafe (50.). - Zuschauer: 800.

Spielfilm: 1:3 (9.), 2:6 (18.), 6:6 (23.), 7:7 (30.), 9:9 (38.), 13:11 (45.), 17:14 (52.), 18:17 (56.), 20:17 (59.).