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Jugendsport

Zusammenführung von Schule und Verein ist das gewünschte Ziel

07.02.2012 | 16:33 Uhr
Zusammenführung von Schule und Verein ist das gewünschte Ziel
Nach der Info-Veranstaltung in Lüdenscheid, von links: Uwe Steinebach, Astrid Kraning, Wolfgang Kunde und Dr. Rainer Fiesel. Foto: Carsten Neumann

Lüdenscheid.   Großen Zuspruch fand am Montagabend die Versammlung des Fußballkreises Lüdenscheid, zu der Wolfgang Kunde, Vorsitzender des Kreisjugendausschusses, geladen hatte. Vor allem viele Schulen aus der Umgebung erschienen im Jugendraum am Nattenberg, denn vom Thema „Kooperation von Schulen und Vereinen“ sind auch sie betroffen.

Mit Dr. Rainer Fiesel, Dezernent für den Schulsport bei der Bezirksregierung Arnsberg, und Astrid Kraning, Referentin „NRW bewegt seine Kinder“ vom FLVW, konnten Kunde und Uwe Steinebach zwei fachkundige Referenten gewinnen. „Eine Zusammenführung ist das gewünschte politische Ziel“, verdeutlichte Steinebach, Koordinator Verein und Schule beim Jugendausschuss, die Bedeutung des Themas. „Vereine, die nicht tätig werden, haben in Zukunft ein Nachwuchsproblem.“

Genau dieser Meinung ist auch Dr. Fiesel: „Diese Vereine werden verlieren.“ In Zukunft wird der Vereinssport von den Jugendlichen immer weniger angenommen, denn Angebote an den Schulen am Nachmittag lassen die Motivation für sportartspezifische Angebote sinken.

„Zudem gehen vielen Vereinen durch Schulen in Zukunft Belegungszeiten bei Sportstätten verloren“, verdeutlichte Dr. Fiesel den Vorrang der Bildungseinrichtungen. Die Schulen erwarten laut dem Dezernenten Kooperationen mit Sportvereinen, denn „sie wollen und müssen die Kinder am Nachmittag versorgt kriegen“. Doch der Leistungsgedanke zählt an Schulen nicht, denn „Schulen wollen alle Kinder mitnehmen“.

Für Vereine können sich durch Kooperationen mit Schulen ebenfalls interessante Aspekte ergeben: „Sie können die Schüler für Ihre Sportart interessieren, Mitglieder gewinnen, aber auch Talente finden und fördern“, sprach Dr. Fiesel die Vereinsvertreter direkt an. Auch die Möglichkeit eine neue Trainergeneration eigenständig zu entwickeln, sei durch die Ausbildung von „Sporthelfern“ in der Schule eine mögliche Variante. Unter einer Kooperation versteht die Bezirksregierung eine „vertraglich gesicherte, auf Langfristigkeit angelegte Zusammenarbeit, aus der eine Win-Win-Situation entsteht“.

Derzeit mangelt es laut Dr. Fiesel jedoch an qualifiziertem Personal. „Die Schulen brauchen nicht den perfekten Trainer, sondern eine Person, die mit Kindern umgehen kann, den Spaß und die Freude vermittelt. Es muss ein Sympathieträger sein“, so der Dezernent. Zudem müssen Vereine für Kontinuität bei dem Angebot sorgen, geht es der Bezirksregierung um Verlässlichkeit.

„Vereine, die eine Kooperation eingehen, werden in Zukunft sicherlich in der Ausrichtung der Trainingszeiten bevorzugt werden. Hobbyvereine werden es so ohne Kooperationen schwer haben“, zog Fiesel sein Fazit.

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