Solofahrt über die Schweizer Zentralalpen
17.08.2009 | 18:33 Uhr 2009-08-17T18:33:00+0200Nachrodt. Das Alpenbrevet 2009 war keine Kaffeefahrt. Davon kann Jens Christian Brockmann ein Lied singen.
Der für den TV Jahn Siegen startende 27-jährige Radsportler aus Nachrodt nahm das Abenteuer in der Zentralschweiz auf sich, wählte mit der Platinstrecke gleich die größte Herausforderung und siegte nach 10:26,29 Stunden mit 8:44 Minuten Vorsprung auf Vorjahressieger Harry Nussbaumer aus der Schweiz.
Die Platinstrecke in den Schweizer Zentralalpen hatte es in sich. Mit dem Grimselpass, Nufenpass, Oberalppass, Lukmanierpass und Sustenpass mussten gleich fünf hochalpine Pässe überquert werden (siehe Info-Box). Die Streckenlänge ab Meiringen betrug 276 Kilometer. Dabei mussten die Radsportler 7031 Höhenmeter überwinden.
7031 Höhenmeter auf 276 Kilometer
Gegenüber der WR-Sportredaktion schilderte der Radsportler aus Nachrodt seine Eindrücke vom Rennen:
„Am Grimselpass bildete sich schnell eine Spitzengruppe, von denen aber ein Teil bereits in Gletsch auf die Silberstrecke via Furkapass abbog, so dass wir zunächst zu Dritt in den 13 Kilometer langen und bis elf Prozent steilen Anstieg zum Nufenenpass fuhren, bevor weitere Fahrer folgten.
Das Begleitfahrzeug blieb bei der Spitze, so dass ich Windjacke und Regencape während der Anstiege dort abgeben konnte. Während ich ein gleichmäßiges Tempo anschlug, vergrößerte sich der Abstand zu den anderen Fahrern schnell, so dass ich als Erster über den Nufenenpass fuhr und alleine die lange Abfahrt ins Tessin antrat.
Unten erkundigte ich mich beim Begleitfahrzeug nach dem Abstand, da es eigentlich nicht meine Absicht war, einen so langen Soloritt zu absolvieren. Der Abstand betrug im Tal fünf Minuten, so dass ich mich entschloss, doch erst einmal alleine zu fahren.
Nach dem langen, aber relativ gleichmäßigen Anstieg zum Lukmanier betrug der Abstand 13 Minuten, so dass ich dann den Ehrgeiz hatte, einen Vorsprung bis ins Ziel zu retten. Oben reichte man mir die Windjacke und nach der Verpflegung ging es in die nasse und kalte Abfahrt.
Im Anstieg zum Oberalppass betrug mein Vorsprung noch 6:30 min. Der 18 km lange Anstieg zum Susten ist relativ schwierig, weil sich die Straße fast kerzengerade steil den Berg hinaufzieht, bevor die letzten Serpentinen und der Scheiteltunnel folgen.
Oben herrschte dichter Nebel, so dass die Sicht kaum mehr als 20 m betrug und die Abfahrt eine entsprechende Herausforderung war. Nach einem Soloritt über dreieinhalb Pässe und ca. 220 km erreichte ich mit etwa 8 min Vorsprung als Erster der Platinstrecke das Ziel in Meiringen.”
Jens Christian Brockmann war in der Winterpause vom RSC Lüdenscheid zum TV Jahn Siegen gewechselt. Gleich in seinem ersten Rennen stürzte der Kletterspezialist schwer und zog sich einen Schlüsselbeinbruch zu. dro
04:33
Mein Hochachtung !
Ich fahre hier in waemeren Gefilden, aber das 260 km Rennen hier in Thailand ist auch weniger bergig.
Viel Erfolg und Gesundheit weiterhin !