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Doping-Fachtagung

Schneller mit Schmerzmitteln ein verbreitetes Phänomen

23.12.2009 | 09:26 Uhr
Schneller mit Schmerzmitteln ein verbreitetes Phänomen

Lüdenscheid. Dr. Ernst Jakob befasst sich seit Jahren intensiv mit dem Thema Doping. Zuletzt hat sich der Leiter der Abteilung Sportmedizin am Sportkrankenhaus in Lüdenscheid-Hellersen mit der Verwendung von Schmerzmitteln durch Hobbyläufer auseinandergesetzt. Dazu gibt es im neuen Jahr eine Tagung.

Grundlage für die Untersuchung von Dr. Ernst Jakob aus Lüdenscheid war eine anonyme Online-Befragung der Teilnehmer des Plettenberger P-Weg-Marathons, einer bekannten Rad-, Lauf- und Wandersport-Veranstaltung.

Das Fazit laut „welt-online”: Jeder zweite Läufer hat angegeben, „regelmäßig oder gelegentlich bei solchen Events” Schmerzmittel zu nehmen, um die eigene Leistungsfähigkeit zu steigern. Die Palette reicht dabei von Voltaren über Aspirin bis Paracetamol.

„Das Phänomen ist relativ verbreitet. Das Problem wird bislang aber völlig missachtet, da passiert zu wenig in diesem Bereich”, wird der Sportmediziner aus Lüdenscheid zitiert. Folgen dieser „toxischen Belastung durch das Medikament” können Nierenschäden oder Geschwüre am Zwölffingerdarm sein.

Blut wird umverteilt

Die Sportler würden bei der regelmäßigen Einnahme von Schmerzmitteln aus Ärztesicht nicht bemerken, dass während der sportlichen Anstrengung das Blut von den inneren Organen in die Muskulatur und Haut umverteilt wird.

Regelmäßig lädt Dr. Jakob deshalb zu Veranstaltungen ein, die sich mit Medikamentenmissbrauch und ihren Folgen gerade auch für junge Sportler beschäftigen. Am Samstag, 9. Januar 2010, ist der Sportmediziner in Lüdenscheid-Hellersen Gastgeber einer hochkarätig besetzten Fortbildungsveranstaltung zum Thema: „Anti-Doping - Sportarzt, Teamchef, Kontrolleur und Jurist”.

Dr. Ernst Jakob von der Sportklinik Hellersen diskutiert über Doping bei Hobbyläufern. Foto: Sandra Walocha

Das Teilnehmerfeld umfasst Mediziner, Wissenschaftler, Juristen und Insider wie Hans-Michael Holczer. Der ehemalige Teamchef des inzwischen aufgelösten Radsportteams Gerolsteiner erläutert in seinem Vortrag „Doping aus der Sicht eines Betroffenen”.

Holczer erlebte hautnah mit, wie immer neue Doping-Enthüllungen den Profi-Radsport schwer belastet und fast unglaubwürdig gemacht haben. Neben dem früheren Gerolsteiner-Teamchef kommen weitere Experten am 9. Januar nach Lüdenscheid.

Großes Interesse bei Trainern

So referiert Dr. Hans Geyer vom Institut für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln über den „Nachweis biologischer Substanzen als neue Herausforderung für das Doping-Kontroll-Labor”. Dr. Jakob spricht über den Umgang der Sportärzte mit der Dopingproblematik.

Als Vertreterin der Anti-Doping-Agentur (NADA) aus Bonn analysiert Kommunikationsdirektorin Ulrike Spitz die „heutige Dopingsituation aus Sicht der NADA: Was sind und was erreicht man durch intelligente Kontrollen?”. Auch in Trainerkreisen stößt die Veranstaltung in der Sportklinik Hellersen auf großes Interesse.

Martin Droste

Kommentare
23.12.2009
10:13
Schneller mit Schmerzmitteln ein verbreitetes Phänomen
von Käppchen | #1

Kenne auch so einen Spezi, der vor dem Training
mit dem Rennrad erstmal ein paar Aspirin einwirft.
Dabei ist er nur reiner Hobbysportler, weder im...
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2301210
Schneller mit Schmerzmitteln ein verbreitetes Phänomen
Schneller mit Schmerzmitteln ein verbreitetes Phänomen
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http://www.derwesten.de/sport/lokalsport/maerkischer-suedkreis/schneller-mit-schmerzmitteln-ein-verbreitetes-phaenomen-id2301210.html
2009-12-23 09:26
--- eingestellt Märkischer Südkreis