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Keine Lust auf MK-Verhältnisse

13.02.2012 | 18:06 Uhr
Keine Lust auf MK-Verhältnisse

Kreisgebiet.Es bleibt dabei. Die Neuenrader Fußballvereine SSV Küntrop und SV Affeln wollen nicht zurück in den FLVW-Kreis Lüdenscheid und auch nicht in einem künftigen Großkreis MK spielen. Das bekräftigten Küntrops 1. Vorsitzender Dirk Brockhagen und Benjamin Nakajew, Vorstandsmitglied des SVA.

Seit über 50 Jahren spielt der SV Affeln im Fußballkreis Arnsberg. Und im Hochsauerland wollen die Affelner bleiben. Daran ändern die klaren Stellungnahmen der Vereine aus dem FLVW-Kreis Lüdenscheid nichts. Dabei kann Benjamin Nakajew verstehen, dass „sie uns mit Kusshand haben wollen. „Wir sind ein gut geführter Verein.“ Als Vorstandsmitglied und auch Spieler der zweiten Mannschaft hat der 26-Jährige aber „keine Lust“ auf Lüdenscheider Verhältnisse.

Fast jede Woche muss Nakajew von „Tumulten und Polizeieinsätzen auf den Plätzen“ im Nachbarkreis lesen. Spieler, die aus dem FLVW-Kreis Lüdenscheid nach Affeln gewechselt sind, berichteten immer wieder von Aggressivität und „Konfliktpotenzial“ in den Kreisligen.

Benjamin Nakajew ist Mitglied der Kreisspruchkammer Arnsberg. Aber was er dort zu verhandeln hat, „steht in keinem Verhältnis“ zu den Fällen, mit denen es seine Lüdenscheider Kollegen zu tun haben. Marathonsitzungen mit vier bis fünf Verhandlungen an einem Abend: Das gibt Nakajew schon „zu denken“.

Die Verantwortlichen des SV Affeln stemmen sich „mit allen Mitteln“ (Nakajew) gegen eine Rückkehr in den Märkischen Kreis. „Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen“, ist sich Benjamin Nakajew mit seinen Kollegen aus Balve und Menden einig. Was die Vereine von der Strukturreform halten, haben sie unter Federführung des TuS Lan-genholthausen dem Verband und seinem Präsidenten Hermann Korfmacher vor Wochen in aller Deutlichkeit mitgeteilt (WR berichtete).

„Wir spielen seit über 50 Jahren im Kreis Arnsberg. Jetzt alles umzuschmeißen, macht keinen Sinn und ist fatal; auch in wirtschaftlicher Hinsicht“, lässt der Affelner kein gutes Haar an der Kreisreform.

Auch Dirk Brockhagen geht auf Konfrontationskurs, sollte die Kreisreform kommen. „Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, die uns zur Verfügung stehen.“ Und dabei schließt der 1. Vorsitzende des SSV Küntrop – wie auch sein Affelner Vorstandskollege Benjamin Nakajew – rechtliche Schritte nicht aus.

Wie Nakajew hat auch Brockhagen keine Lust auf Randale. Sportlich macht es für den Küntroper Vereinschef ohnehin keinen Sinn, in den MK zurück zu kehren. „Wir haben keine Verbindungen in den Märkischen Kreis und nach Lüdenscheid.“

Ein entschiedener Gegner der Kreisreform ist auch Andreas Joswig. Der stellv. Iserlohner Kreisvorsitzende sieht deshalb keinen Grund, über dieses Thema „inhaltlich“ mit den Lüdenscheider Kollegen zu sprechen. Der Fußballkreis Iserlohn werde in jedem Fall beim außerordentlichen Verbandstag im Mai gegen die Reform stimmen.

Joswig hat sich über manche Aussage des Lüdenscheider Kreisvorstandes am Freitagabend gewundert. „Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Mitglieder noch sehr stark von Herrn Wolf beeinflusst werden.“ Der ehemalige Lüdenscheider Kreisvorsitzende Peter Wolf, so Joswig, sei schließlich ein „starker Befürworter der Kreisreform“.

Von einer „Tendenz im Verbandsgebiet“ für eine Reform – so Wolfgang Kunde bei der Info-Veranstaltung in der Sportklinik Hellersen – könne jedenfalls keine Rede sein. So habe laut Joswig bei den bislang sechs Kreistagen die Ablehnung bei „weit über 90 Prozent“ gelegen.

Einer eingleisigen Kreisliga A in einem Großkreis MK erteilt der stellv. Iserlohner Kreisvorsitzende ebenfalls eine Absage. Anfahrtswege von bis zu 75 Kilometern sind für Joswig ein „Witz“.

Gespräche über über gemeinsame Projekte mit Lüdenscheid sind für die Iserlohner „jederzeit möglich“. Mehr aber auch nicht.

Martin Droste

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