HTV-Manager: „Mir wäre das zu peinlich“
14.02.2012 | 17:40 Uhr 2012-02-14T17:40:00+0100
Hemer/Werdohl. Der Sieg des Landesligisten HTV Sundwig/Westig gegen Schlusslicht Wetter/Grundschöttel (28:24) am Samstag war wenig souverän, doch das schien die Verantwortlichen der Hemeraner zunächst nicht zu stören. Jetzt sind dem Klub allerdings diese beiden glanzlos errungenen Punkte aberkannt worden.
Beim TV nimmt man den Punktabzug, den Stafelleiter Hilmar Schöler ankündigte, widerspruchslos hin. Der Ligenchef hatte bereits einen Protest aus Wetter vorliegen, und auch der Spitzenreiter (nach der Spielwertung) aus Werdohl war aktiv geworden.
„Wir haben das nach bestem Wissen und Gewissen gemacht“, sagt Stefan Flügge. Der sportliche Leiter der HTV kann sich einen Seitenhieb in Richtung Werdohl nicht verkneifen: „Mir wäre das zu peinlich. Das zeigt den Sportsgeist. Wir werden die sportliche Antwort geben.“
Und die kann nur heißen, dass der HTV alle Spiele gewinnen muss, um aus eigener Kraft Meister zu werden. Allerdings glaubt man auch in Hemer nicht, dass die beiden führenden Klubs ohne Verlustpunkte durch den Rest der Serie spazieren werden.
„Wir sind durch einen glücklichen Umstand und das Fehlverhalten der HTV an die Spitze gekommen“, weiß Detlef Stägert. Den schwarzen Peter schiebt der 1. Vorsitzende der HSV Werdohl/Versetal aber nach Sundwig-Westig zurück. „Es gelten bestimmte Regeln, und an die muss sich auch der HTV halten.“ Im Übrigen ist Stägert überzeugt, dass der Konkurrent „genau das Gleiche gemacht hätte“.
Natürlich weiß der Werdohler Vereinschef, dass „es einen faden Beigeschmack hat, dass wir als Unbeteiligte jetzt auf dem Podest stehen“. Dabei war den HSV-Verantwortlichen der Fehler von Sundwig-Westig „persönlich gar nicht aufgefallen“ (Detlef Stägert). Aber angesichts der Diskussion im Internet (Landesliga-Forum) habe man „gar nicht weggucken“ können.
Über seine Trainerkollegen hatte auch Kai Henning Wind von der Sache bekommen. Auch Detlef Stägert wurde „etwas gesteckt“. Der HSV-Chef arbeitetet in Wetter und hat „bis zu meinem 24. Lebensjahr“ dort Handball gespielt. „Dass ich noch gute Verbindungen habe, ist doch klar.“
So erfuhr Stägert auch, dass die HSG Wetter/Grundschöttel Staffelleiter Hilmar Schöler um die Überprüfung der Spielberechtigung von Torhüter Schumacher gebeten hat. Dem schloss sich Werdohl/Versetal ab. Vereinschef Detlef Stägert: „Wir wären mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn wir das nicht gemacht hätten.“
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