"Herrn Wolf Nasenstüber verpasst"
20.06.2007 | 09:04 Uhr 2007-06-20T09:04:16+0200Nachdenklich wie selten zuvor verließ Peter Wolf einen Verbandstag des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes. Nicht nur die persönliche Niederlage bei der Wahl in den Beirat des Westdeutschen Fußballverbandes (WR berichtete), sondern auch die offenkundige
Der Lüdenscheider bekannte der WR offen, ein "Debakel" erlitten zu haben: "Dass ich nicht wieder in den Beirat gewählt worden bin, dem ich sechs Jahre angehört habe, hat mich nicht so sehr gestört, aber dass ich nur 81 Stimmen bekommen habe, hat mich betroffen gemacht."
"Ich weiß nicht, wie ich mir das erklären soll", stochert er im Nebel der Befindlichkeiten: "Ich habe Tendenzen gespürt, zumal ich mich vehement für die Satzungsänderungen eingesetzt habe." Er ist aber Realist genug, um zu wissen, dass er in dieser Frage kaum Antworten finden wird.
Realistisch muss Wolf (Foto) auch seine weiteren Perspektiven für die Arbeit auf Verbandsebene einschätzen. Noch auf der Arbeitstagung des Kreises zu Jahresbeginn hatte er damit kokettiert, sich vorstellen zu können, die Arbeit als Kreisvorsitzender für ein Amt im FLVW aufgeben zu können. Nun wurde er binnen eines halben Jahres mehrfach eingebremst. "Da wurde die Gunst der Stunde genutzt, dem Herrn Wolf einen Nasenstüber zu verpassen", meinte er gestern.
Die Gespräche über Ämter, "die sich nicht mit dem Kreisvorsitz hätten vereinbaren lassen", verliefen laut Wolf ergebnislos, "weil ich nicht andere wegdrängen wollte, das ist nicht meine Art." Im April fiel er auch aus dem Kandidatenkreis für den Verwaltungsbeirat heraus.
Wolf ist davon überzeugt, dass der Verbandstag Spuren hinterlässt. Ostwestfalen habe dominieren können, "weil andere taktische Fehler gemacht haben." Ihm sei unverständlich, weshalb die Arbeitsgruppe Südwestfalen/Ruhrgebiet für vier zu besetzende Posten im Beirat des WFLV drei Kandidaten aufgestellt habe. Dadurch fiel nicht nur Wolf durchs Sieb, auch 104 Stimmen für den gewählten Jürgen Böcking (Siegen) waren enttäuschend. Nominell stellte Südwestfalen/Ruhrgebiet mit 133 Delegierten (gegen 110 Ostwestfalen) das Übergewicht, dennoch scheiterten bei den Wahlen in Sondern alle Kandidaten.
Die Abkehr vom Proporzdenken der vergangenen Jahrzehnte dürfte einen weiteren Meilenstein setzen. War es zu Zeiten eines Präsidenten Paul Rasche (Hagen) undenkbar, dass mit Werner Pollmann (Lüdenscheid) ein weiterer Südwestfale "Vize" hätte werden können, symbolisiert die Wahl von Siegfried Hirche (Rüthen) zum Stellvertreter von Hermann Korfmacher (Paderborn) einen Wendepunkt. "Doch was kommt danach ?", fragt Wolf: "Hirche ist 73, und Korfmacher zieht es zum DFB", fehlt ihm eine zukunftsträchtige Lösung.
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