Harte Landung in der Wirklichkeit
28.10.2007 | 20:26 Uhr 2007-10-28T20:26:00+0100
Fußball-Landesliga 2: Rot-Weiß Lüdenscheid - Kiersper SC 0:3 (0:2). Die erste Heimniederlage in dieser Saison bescherte RWL die harte Landung in der Wirklichkeit. Der Blick gilt nun primär der Abstiegszone.
Aufsteiger KSC festigte mit dem verdienten Erfolg seine neue Rolle als Nummer eins im Kreis. Bei der Einstellung auf den Gegner hatten die Rot-Weißen offenbar nicht gut aufgepasst. Gerade gegen einen kompakt stehenden, früh attackierenden und schnell in die Spitze spielenden Gast wie den KSC würden Fehler im Aufbau fatale Folgen haben. Es waren noch keine drei Minuten absolviert, da hatte die Realität Sven Krahmers Warnungen überholt: RWL-Libero Özler verlor den Ball an Dominic Carbotta, der Torjäger ließ sich nicht mehr aufhalten und traf ins kurze Eck - 0:1 (3.). Carbotta, der El Youbari fortwährend Rätsel aufgab, stand mit schönem Solo bald darauf erneut im Blickpunkt, doch Torschütze Jekic stand bei Carbottas Pass in die Gasse im Abseits (10.). RWL tat sich hingegen sehr schwer im Aufbau. Einmal konnte sich Dino Minacapilli aber doch von seinem Schatten Rene Brunner lösen, köpfte nach Lisiewicz Linksflanke aber übers rechte Eck (16.). 60 Sekunden später war die Vorentscheidung gefallen: Erneut wirkte die RWL-Abwehr bei Struths Vorstoß unsortiert, und Jekic bedankte sich für die schöne Vorarbeit mit dem 0:2 (17.).
Nun stellte Krahmer um, Muti rückte weiter in die Spitze, El Alami wechselte diagonal auf die linke Defensivseite, und vorübergehend schien sich RWL gegen das drohende Unheil zu stemmen. Lisiewicz' 20 m-Schuss klärte Stern zur Ecke. Den Ball brachte Inchingoli herein, El Alami köpfte, doch Brunner klärte auf der Linie (21.). Als der sichere Stern auch Fuhrländers Freistoß zur Ecke fausten konnte (28.), hatten die untereinander hadernden Rot-Weißen ihr Pulver bereits verschossen. Vor allem Trainer Krahmer rieb sich am Unparteiischen Götz (Wilnsdorf), der trotz kleinerer Fehler wie bei Gelb für El Youbari, als Kalmans Stoßen ungeahndet blieb - aber der falsche Adressat war.
Als Carbotta zum 0:3 nach Vorarbeit von Metaxas und Jekic erneut fast ungehindert getroffen hatte (54.), wurde wenigstens El Youbari mit seiner Auswechslung erlöst, Inchingoli übernahm seine Rolle. Kierspe hatte die zweite Hälfte unter Kontrolle, vergab aber vor allem durch den eingewechselten Stenmans gute Konterchancen (85./86.). Thorben Struth (KSC) schied in der 51. Minute mit einer Schienbeinprellung aus.
RWL: Forkel - Douros, El Youbari (54. Strongface), Fuhrländer, Özler, Gündes (64. Maehne), El Alami (73. V. Minacapilli), Inchingoli, D. Minacapilli, Muti, Lisiewicz. KSC: Stern - Brunner, Metaxas, Mazzotta (46. Werwein), Romonti, Ohlen, Jekic, D. Carbotta (83. Stenmans), Wieder, Kalman, Struth (51. Cevik). Tore: 0:1 D. Carbotta (3.), 0:2 Jekic (17.), 0:3 D. Carbotta (54.). Schiedsrichter: Thorsten Götz (Wilnsdorf). Zuschauer: 200.
TRAINERSTIMMEN
Sven Krahmer (RWL): „Wir haben verdient 0:3 verloren und nicht das gebracht, was ein Derby ausmacht. Wir wollten es mit Schönspielerei machen. Ich bin schwer enttäuscht. Wir müssen umdenken und sehen, dass wir die Klasse halten.” Roland Golombeck (KSC): „Wir haben einen hochverdienten Sieg des Kiersper SC gesehen. Wir haben unser taktisches Konzept in allen Belangen durchgebracht. Wir wollten RWL früh attackieren, so wie beim 1:0 durch Dominic Carbotta.”
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