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SG Schalksmühle-Halver

Gipfeltreffen im Siegerland

22.10.2010 | 19:39 Uhr

3. Liga: TuS Ferndorf - SG Schalksmühle-Halver (Samstag 19.30 Uhr, Sporthalle Stählerwiese in Kreuztal).Es ist angerichtet für das Spiel der Spiele, für den Top-Knüller der 3. Liga, für den alt-ehrwürdigen Südwestfalenschlager., den es auf diesem hohen sportlichen Niveau noch nicht gegeben hat. Zweiter gegen Erster – mehr Handball geht nicht.

Ferndorfs Trainer Caslav Dincic betont zwar: „Es ist ein Spiel wie jedes anderes, für das es auch nur zwei Punkte gibt.“ Doch diese Unaufgeregtheit ist nur Fassade. Hinter den Kulissen ist auf beiden Seiten klar, dass in solch einem Derby nicht nur die Punkte zählen, sondern auch Prestige, Lob und nicht zuletzt die Verteidigung der Nummer 1-Position im südwestfälischen Spitzenhandball. Und dann gibt es da noch das Bruder-Duell, das im vergangenen Jahr – damals noch in der Regionalliga – im Fokus stand: Auf der einen Seite SGSH-Spielmacher Christian Feldmann, auf Ferndorfer Seite Michael Feldmann, den SGSH-Trainer Mathias Grasediek als einen Schlüsselspieler im Dincic-Team sieht: „Michael hat hat große Schritte nach vorne gemacht, weil er nun regelmäßig in Ferndorf trainiert.“

Dincic-Team für SGSH ein erster Gradmesser

Überhaupt sieht Grasediek den Erzrivalen, der von sechs Spielen nur die Auswärtspartie beim OHV Aurich verlor, in der Favoritenrolle: „Ferndorf hat ein Heimspiel und hat einen bärenstarken Kader.“ Die Siegerländer werteten ihre Mannschaft, um in der 3. Liga eine tragende Rolle spielen zu wollen, massiv auf. Ob Kreisläufer Christian Stelzenbach, der Halblinke Christian Rommelfänger, Abwehrchef Tim Hilger oder Rückraumcrack Peter Dettling – Dincic zehrt keineswegs nur von einer tollen Sechs, sondern auch von glänzenden Ergänzungsspielern.

Dem steht eine SGSH gegenüber, die mit 10:0-Punkten an der Tabellenspitze steht und angesichts geringerer Erwartungen als der Gegner „selbstbewusst, aber ohne Druck“ die „Hölle Kreuztal“ aufmischen will. Die fünf Siege feierte der heimische Drittligist gegen vermeintlich schwächere Gegner, und so ist das Gastspiel bei einem der Topteams der Liga für Grasedieck der erste Gradmesser, der zeigen wird, was für die SGSH in dieser Saison tatsächlich möglich ist. Beim jüngsten 34:28-Sieg gegen die TSG Hatten-Sandkrug setzte die SGSH nur wenige Glanzpunkte; musste sie aber auch nicht, weil der Gegner ihr diese nicht abverlangte. Grasediek sah nach der Videoanalyse zwar, „dass wir insgesamt ein gutes Tempo angeschlagen haben, aber die Chancenauswertung zu wünschen übrig ließ.“ Zudem fehlte es in der Deckung an Kontinuität – Mängel, die sich sein Team in Ferndorf nicht wird erlauben dürfen, will sie die Spitze erfolgreich verteidigen. „Wir müssen an unser oberes Limit kommen, um die Spur einer Chance zu haben“, stellt Grasedieck klar.

Positiv: Personelle Sorgen hat der Coach nicht. Die Blessuren bei Valdis Gutmanis (Hüfte), Oliver Bratzke (Rücken), Christian Feldmann und Daniel Buff (muskuläre Probleme) sind entweder überwunden oder nicht von schwerwiegender Natur. Da Dincic ebenfalls aus dem Vollen schöpft, ist die Basis für einen prächtigen Handballabend vor toller Kulisse gelegt.

Lutz Großmann

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