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FC Staaken springt für TeBe ein

03.01.2012 | 17:05 Uhr
FC Staaken springt für TeBe ein

Plettenberg.Wenige Tage vor Weihnachten fiel Thomas Schneider, 2. Vorsitzender des TuS Plettenberg, „fast aus allen Wolken“. Da rief ihn der neue Trainer von Tennis Borussia (TeBe) Berlin an. Der war völlig überrascht, dass sein Vorgänger für den Sauerland-Cup des TuS Plettenberg am 7. und 8. Januar 2012 gemeldet hatte.

Informiert hatte der ehemalige Berliner Coach seinen Nachfolger nicht. Und deshalb hatte der neue TeBe-Coach das erste Wochenende im neuen Jahr längst für einen anderen Termin verplant. Dabei waren die Nachwuchskicker aus der Hauptstadt vom Gastgeber fest für den 30. Sauerland-Cup gesetzt.

Nach „unzähligen Telefonaten“ (Thomas Schneider) und der Mithilfe des TeBe-Übungsleiters konnte kurzfristig ein Ersatz für das Traditionsturnier in Plettenberg-Böddinghausen gefunden werden. Aus der Berlin-Liga sprangen die A-Junioren des SC Staaken ein, die fünf Punkte vor Tennis Borussia stehen.

Damit ist das Teilnehmerfeld von acht Mannschaften wieder komplett. Für Thomas Schneider ist das Hickhack um die TeBe-Absage ein Beispiel, dass es „immer schwieriger wird, so ein attraktives Teilnehmerfeld zusammen zu bekommen“. „So kompliziert wie diesmal war es die ganzen 15 Jahre nicht“. So lange ist Schneider dabei.

Vereine wie der FC Bayern München spielen überhaupt keine Hallenturniere mehr. Andere Top-Mannschaften starten lieber bei Veranstaltungen in Sindelfingen, Lemgo oder Göttingen, wo in großen Hallen tausende von Zuschauern kommen und finanzstarke Sponsoren für attraktive Preisgelder sorgen. „Wir sind in jedem Jahr an Schalke oder Dortmund dran“, berichtet Organisationschef Thorsten Wolff. „Aber gegen zahlungsstarke Veranstalter kommen wir nicht an.“

Andere Mannschaften würden gerne kommen, können aber nicht. So hat der insolvente SSV Ulm einfach kein Geld, um nach Plettenberg zu kommen. „Dem Trainer sind am Telefon fast die Tränen gekommen“, erzählt Thomas Schneider. Im letzten Jahr hatten die „Spatzen“ trotz da schon großer finanzieller Probleme die Teilnahme in Plettenberg gerade noch geschafft. Die schwierige Situation hatte der SSV-Coach beim Trainergespräch am Samstagabend im Vereinsheim geschildert.

Für den SSV Ulm ist Rot-Weiß Essen eingesprungen. Die Essener sind souveräner Tabellenführer der Niederrheinliga. Der letzte Spieltag vor der Winterpause bescherte den Jungs von RWE-Trainer Jürgen Lucas ein ganz neues Gefühl. Zum ersten Mal in dieser Saison musste sich der Spitzenreiter gegen Hamborn mit einer Punkteteilung zufrieden geben. Hannover 96 macht in diesem Jahr eine Pause, hat für das nächste Jahr beim TuS Plettenberg aber fest zugesagt.

„Das Teilnehmerfeld kann sich sehen lassen“, verweist TuS-Vorstandsmitglied Thomas Schneider auf die vier Bundesligisten Karlsruher SC, Eintracht Frankfurt, MSV Duisburg und VfL Bochum.

Auch die Trainerbänke sind prominent besetzt. Mit Darius Wosz (VfL Bochum), Carsten Wolters (MSV Duisburg) und Alexander Schur (Eintracht Frankfurt) kommen gleich drei ehemalige Bundesligaprofis in die Vier-Täler-Stadt.

Und von den Nachwuchskickern, die um den 30. Sauerland-Cup spielen, werden wieder einige den Sprung in die Bundesliga oder sogar die Nationalmannschaft (Lukas Podolski) schaffen – wie fast 50 A-Junioren zuvor.

Titelverteidiger ist der Karlsruher SC, der sich im Vorjahr im Finale knapp mit 2:1 gegen Arminia Bielefeld durchgesetzt hatte. Auf dem dritten Platz landete 2011 der krisengeschüttelte SSV Ulm.

Martin Droste

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